Wegbereiter der textilen Zukunft auf der Zielgeraden

Projekt futureTEX präsentiert Highlights aus sieben Jahren Textilforschung

Dr. Gottfried Betz, Geschäftsführer der Strick Zella GmbH & Co. KG, veranschaulichte wie mittels Auxetik völlig neue Anwendungen möglich werden. Quelle: P3N MARKETING GMBH
(PresseBox) ( Chemnitz, )
Als interdisziplinäres Kompetenznetzwerk aus Industrie- und Forschungspartnern ist futureTEX 2014 gestartet, um den Wandel der traditionsreichen Textilbranche im Zeitalter der Digitalisierung zu einem zukunftsfähigen Industrieplayer – mit Technischen Textilien (TechTex) als Fundament – zu gestalten. In dieser Zeit ist das Konsortium auf mehr als 300 involvierte mittelständische Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und textile Branchenverbände angewachsen, die sich in insgesamt 34 Vorhaben der textilen Zukunft verschrieben haben. Das erklärte Ziel der Akteure bestand darin, die Position Deutschlands als Weltmarktführer im Textilmaschinenbau zu stärken sowie den Weg zu einer globalen Spitzenposition bei den Technischen Textilien bis 2025 zu ebnen.

Nun befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden: Über 20 der insgesamt 34 Vorhaben wurden bereits erfolgreich abgeschlossen – Die noch in Arbeit befindlichen werden in den kommenden Monaten folgen.

Um die erreichten Ziele der vergangenen Projektjahre Revue passieren zu lassen sowie einen Ausblick zu geben, wie es nach Projektende weitergeht, hatte der Konsortialführer – das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) – zur hybriden Abschlussveranstaltung geladen. Rund 50 Teilnehmer folgten online und vor Ort dem abwechslungsreichen Rahmenprogramm.

Nach der Begrüßung durch Andreas Berthel, Geschäftsführer des STFI, kamen erstmalig auch die futureTEX-Beiräte in einer Videobotschaft zu Wort. Sie reflektierten nicht nur die eigene Arbeit im Projekt, sondern erläuterten u. a. auch die aus ihrer Sicht größten Herausforderungen für den textilen Mittelstand. Dr. Hagen Hohmuth, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Tenowo GmbH, fasst zusammen: „Es würde mich freuen, wenn es nach futureTEX weiter geht und wir den KMU mit den geschaffenen Strukturen weiterhin zur Seite stehen. Ich hoffe wir können so zeigen, dass das Geld in futureTEX gut investiert war und es jetzt zu einer breiten Verstetigung von Einzelthemen aus dem Projekt kommt.“

Die anschließenden Vorhaben-Highlights zeigten die Bandbreite der bearbeiteten Projektthemen. So beschäftigten sich die Partner in „biogene Heavy Tows“ mit Hanfbastrinde als Leichtbauprodukt. Der Einsatz von Naturfasern als Verstärkungsfasern ist eine echte Alternative zu konventionellen Faserverbundwerkstoffen. „Unsere Prüfergebnisse waren äußerst vielversprechend. Obwohl unser Vorhaben bereits seit 2018 abgeschlossen ist, sind wir mit unseren Vorhabenpartnern weiter im Kontakt. So konnten wir unsere Ergebnisse und Produktideen weiterdenken. Dank der kontinuierlichen Kommunikationsarbeit von futureTEX ist unser Thema mittlerweile in der Branche ein Begriff und wir sondieren aktuell mehrere Anwendungsszenarien zur Prototypisierung“ resümiert Vorhabenkoordinator Maik Wonneberger von der INVENT GmbH aus Braunschweig.

Das Vorhaben Textile Prototyping Lab hob sich nicht nur thematisch, sondern auch geografisch vom restlichen Programm ab. Koordinatorin Essi Glomb zeigte den Teilnehmern im Rahmen einer virtuellen Labtour die neu eröffneten Räume am Fraunhofer IZM in Berlin. Hier sollen zukünftig Forschung, Design und Industrie frühzeitig zusammengebracht werden, um gemeinsam an neuen Produkten und Ideen zu arbeiten.

Dr. Gottfried Betz, Geschäftsführer der Strick Zella GmbH & Co. KG, veranschaulichte wie für die bekannte Technologie des Stricks mittels der Auxetik völlig neue Anwendungen möglich werden. Unter auxetischen Materialien versteht man Strukturen, die sich ungewöhnlicherweise bei Zugbelastung ausdehnen.

Felix Krug von der Tenowo GmbH sprach anschließend über seine Erfahrungen im futureTEX-Inkubator: ein Vorhaben, das sich speziell auf die Verwertbarkeit der Forschungsresultate durch Erarbeitung von möglichen Geschäftsmodellen fokussiert. Die Pilotvorhaben bauen auf bereits abgeschlossenen Vorhaben auf und sollen diese zu konkreten Anwendungskonzepten weiterentwickeln.

Die anschließende Podiumsdiskussion, geleitet von Dr. Ina Meinelt von der P3N MARKETING GMBH, mit den Unternehmensvertretern Maik Wonneberger, Dr. Gottfried Betz und Felix Krug zeigte auf, dass die Design Thinking Methodik – ein kreativer und nutzerorientierter Entwicklungsansatz – frühzeitig in Forschungsprojekten zum Einsatz kommen sollte. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Herangehensweise einen Mehrwert für die Projektarbeit mit sich gebracht hat und auch weiterhin im Unternehmen Anwendung finden soll. Maik Wonneberger ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir wenden Design Thinking nun auch über Inkubator hinaus an und werden unsere Ingenieure dahingehend schulen. INVENT denkt zudem darüber nach für das Thema einen eigenen Geschäftsbereich einzurichten. Die gewonnenen Erkenntnisse waren für uns sehr wertvoll!“

Dr. Gottfried Betz äußerte die Idee, dass derartige Methoden vor der technologischen Projektarbeit die potenzielle Lücke zwischen Innovation und Einführung in den Markt besser schließen können. Die Inkubationsphase sollte direkt in die Konzeptphase für die Projekte integriert werden, um die Ausrichtung von Vorhaben zu bestimmen und während des Projekts zu evaluieren.

Dipl.-Ing. Dirk Zschenderlein, Leiter Projektkoordination futureTEX, gab zudem einen Ausblick wie die in futureTEX geschaffenen Strukturen nachhaltig als Innovationsplattform verankert werden sollen. Die Fortführung ist auf vier Säulen gestützt: Im Rahmen der futureTEX-Academy wird das erlangte Know-how in Schulungen und neuen Weiterbildungskonzepten vermittelt, während die Säule Transfer Leuchtturmprojekte und Use Cases abbildet. Des Weiteren, so Dirk Zschenderlein, bestehen die entstandene Kontakte und Netzwerke fort, sodass die beteiligten Unternehmen auch in Zukunft von der Projektarbeit profitieren könnten. „Auch der in futureTEX entstandene Kompetenzpool hinsichtlich Inkubationsprozessen und der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle trägt dazu bei, Deutschlands Rolle als zukunftsfähiger Industrieplayer in der Textilbranche weiter auszubauen.“

In einer anschließenden Labtour durch die „Textilfabrik der Zukunft“ STFI konnten die Teilnehmer live erleben, wie Industrie 4.0 in der Textilindustrie aussehen kann. Am Demonstrator einer Spielmatte wurde anschaulich gezeigt, wie eine vernetzte Produktion mit Robotern, fahrerlosen Transportsystemen und Ortungssystemen funktioniert.

Die Ergebnisse der Vorhaben sowie mitwirkende Unternehmen können auf der futureTEX-Webseite unter www.futuretex2020.de eingesehen werden.
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