Projektstart SEAPEOPLE: Echtzeitdarstellung weltweiter Personenströme auf See mittels Big-Data und KI

Rostocker JAKOTA Cruise Systems GmbH und Institut für Sicherheitstechnik/ Schiffssicherheit e.V. in Warnemünde starten mit SEAPEOPLE neues mFund-Projekt zur Entwicklung einer Echtzeit-Anwendung für weltweite Personenströme auf See

Projekt-Logo für SEAPEOPLE
(PresseBox) ( Rostock, )
Kreuzfahrtschiffe und Handelsschiffe bewegen täglich hunderttausende Passagiere über die Weltmeere. Während bei Kreuzfahrschiffen in der Regel bekannt ist, wie viele Passagiere und Crewmitglieder sich an Bord befinden, ist die Anzahl der Besatzungsmitglieder auf Handelsschiffen nur direkt in den Schiffsbetrieb involvierten Personen bekannt. Dabei ist es durch die Corona-Pandemie dringlicher denn je, einen Überblick über weltweite Personenströme zu erhalten, um z. B. Gefährdungslagen besser einzuschätzen und geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu planen.

Im Februar 2021 startete das Rostocker Unternehmen JAKOTA Cruise Systems GmbH | FleetMon gemeinsam mit dem Institut für Sicherheitstechnik/ Schiffssicherheit e.V. in Warnemünde das Projekt SEAPEOPLE. Im Rahmen des Projektes entwickeln die Projektpartner über achtzehn Monate hinweg eine Online-Anwendung, die die Anzahl und weltweite Verteilung von Personen an Bord unabhängig vom Schiffstyp in Echtzeit darstellt.

Das Vorhaben SEAPEOPLE wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit 100.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Den Projektverantwortlichen steht das maritime Beratungsunternehmen MARSIG mbH als assoziierter Partner beratend zur Seite.

Die geplante Web-Anwendung basiert auf der innovativen Verknüpfung von „Automatic Identification System-(AIS)-Daten“, die alle relevanten Schiffe verpflichtend zur Kollisionsverhütung aussenden, sowie Schiffsinformationen aus internen und externen Datenquellen. Die Projektpartner setzen Big-Data-Auswertealgorithmen ein, um die Personenanzahl unter Einbeziehung des Schiffstyps zu bestimmen. 

Das Projekt baut auf den Ergebnissen des laufenden Forschungsprojektes PRESEA auf, das mittels KI-gestütztem Routinggraph das Schiffsaufkommen in bestimmten Seegebieten vorhersagt und in einem Software-Prototypen in Echtzeit darstellt. Der in SEAPEOPLE zu entwickelnde Demonstrator wird stattdessen die Personen eines bestimmten Schiffs zum angefragten Zeitpunkt live ermitteln und anzeigen.

Herr Dr. Carsten Hilgenfeld, Leiter für Forschung & Entwicklung bei JAKOTA Cruise Systems GmbH sieht viel Potenzial für die geplante Webanwendung: „Anwendungsfelder für diese neuartige Online-Anwendung sind z. B. im Gesundheitsschutz oder im Tourismus zu sehen. Wenn Behörden und Dienstleistern die genaue Anzahl ankommender Personen in Häfen bekannt ist, lassen sich Gefährdungslagen wie beispielsweise nach Ausbruch von Coronainfektionen in Deutschland besser einschätzen und angemessene Sicherheitskonzepte anwenden.“ Dies erhöhe die maritime Sicherheit. Auch Hotelkapazitäten ließen sich besser planen und Passagierströme mit Blick auf touristische Ziele optimal lenken, erörtert Hilgenfeld.

Am 15. April 2021 kamen die Projektpartner und assoziierten Partner zum digitalen Kickoff-Meeting zusammen, um Erwartungen an das Projekt zu formulieren und die weitere Vorgehensweise abzustimmen.
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