Erfolgreich durch die Krise

Christoph Dörr (PresseBox) ( Kornwestheim, )
Bereits vor der „Corona-Krise“ war abzusehen, dass sich für viele Zulieferer und Maschinenbauer eine Krise abzeichnet.

Die starke Konjunktur der zurückliegenden Jahre hat leider bei vielen kleineren und mittleren Unternehmen zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Liquiditäts- als auch der Marktsituation geführt. Im Gegenteil.

Die starke Konjunktur hat kurzfristig bei den Automobilzulieferern, Werkzeug- und Maschinenbauern als auch den Kunststoffspritzgießern zu einer hohen Auslastung geführt. Mit dieser hohen Auslastung war auch die Liquidität für das laufende Geschäft gedeckt und es konnten meist akzeptable Gewinne realisiert werden.

Die Kehrseite der Hochkonjunktur war jedoch, dass die hohe Auslastung viele davon abgehalten hatte, strategische Aufgaben wie Erschließung neuer Märkte, Einführung neuer Produkte als auch notwendige Innovationen umzusetzen.

Darüber hinaus wurde die Zeit der Hochkonjunktur nicht genützt, sich Strategien zu überlegen, welche Maßnahmen bei einem Rückgang der Konjunktur das Unternehmen über Wasser halten bzw. dem Unternehmer die Sicherheit geben, eine konjunkturelle oder auch eine strukturelle Krise durchzustehen.

Während große Konzerne aus der Finanz- und Absatzkrise 2008 /2009 gelernt haben und sich bereits rechtzeitig intensive Gedanken zur Überwindung einer möglichen Krise gemacht haben, wurde dies bei vielen kleinen Unternehmen aufgrund der genannten Gründen nicht rechtzeitig angegangen.

In der aktuellen Phase ist es noch nicht zu spät auch jetzt noch die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Solange genügend Liquidität vorhanden und eine Planung noch möglich ist, sollte jeder Unternehmer sich kurzfristig Gedanken darüber machen wie er sein Unternehmen nicht nur durch diese stürmische Zeit bekommt, sondern auch, wie er sein Unternehmen nachhaltig auf die Erfolgsspur bekommt.

Im ersten Step geht es einfach um Schnelligkeit, um nicht noch mehr Zeit und Geld zu verlieren. 2008 stand ich als Geschäftsführer eines Mittelständlers mit dem Rücken zur Wand. Wir haben es nur deshalb geschafft, weil wir schnell und entschlossen handeln konnten.

Unter Schnelligkeit versteht man in erster Linie die Erstellung eines Liquiditätsplanes, um zu erkennen wie lange die Liquidität bei dem voraussichtlichen Zeitraum der Krise noch ausreicht, aber auch ob alle Maßnahmen zur Kostenreduktion konsequent umgesetzt sind.

In der Krise ist „Cash der King“. Priorität haben nicht die Aufträge, die es noch abzuarbeiten gilt, sondern ein schonungslos ehrliches Reporting. Heißt: eine kontinuierliche und regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung. Nur auf dieser Grundlage können die notwendigen Maßnahmen getroffen und vor allem, die Bank und mögliche Kreditzusagen erreicht werden.

Darüber hinaus ist es notwendig eine ehrliche und offene Kommunikation sowohl mit den Banken als auch Lieferanten zu pflegen. Wenn die Krise da ist und offensichtlich nicht mehr zu verhindern ist, hilft nur eine offensive Herangehensweise.

In dieser Phase ist es oft hilfreich, wenn dem Unternehmer ein Partner zur Verfügung steht, der nicht nur die theoretische Vorgehensweise schulbuchmäßig kennt. Wichtig ist, dass er die Branche und Märkte kennt. Ihre Sprache spricht und nicht nur etwas von Zahlen, sondern auch Ihrer Technik und dem Produkt versteht. Der in der Lage ist, direkt vor Ort zur Seite stehen zu können.

Ein Liquiditäts-Radar muss den Durchblick verschaffen. Die Zahlenwelt muss gemeinsam analysiert werden und in Kürze Transparenz in Sachen Liquidität geschaffen werden um ein Reporting aufzubauen das die Banken im Boot hält.

Das Vorgehen läuft gewöhnlich nach dem folgenden Muster ab.

Ein Quickcheck ergibt eine schnelle Analyse von dem Liquiditätsstatus, der Umsatzentwicklung, des Auftragseingangs und der Kosten.

Weiter notwendig ist eine Finanzplanung mit betriebswirtschaftlicher Auswertung der Ist-Daten. Dies verschafft den detaillierteren Überblick zu Auftragseingang, Umsatz und Kosten.

Darauf aufbauend kommt eine Plan-BWA und Planbilanz um daraus die Liquiditätsplanung abzuleiten. Dies ist im Regelfall der schwierigere Teil, denn oft bekommt man von Kunden keine Planzahlen mehr und man muss selbst entscheiden was realistische Annahmen sind. Es sollten aus diesem Grund mehrere Planungsszenarien durchgespielt werden, um klar zu erkennen, welche Szenarien das Unternehmen in eine existentielle Bedrohung bringen können und welche Maßnahmen dann notwendig wären.

Dies sollte nicht nur für das laufende, sondern für die folgenden zwei bis drei Jahre erstellt werden. Normalerweise ist dies zwingend notwendig für die Vorbereitung der Gespräche mit der Bank. In diesem Zusammenhang ist wichtig, eine gemeinsame Ausarbeitung von kurz- und langfristigen Finanzierungsmöglichkeiten zu untersuchen. Insbesondere mit dem Ziel die Abhängigkeit von externen Finanzgebern nicht zu stark zu erhöhen.

Aus der Planung werden dann Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt, um kurzfristig die Liquidität und langfristig das Unternehmen zu sichern. Aber auch, welche Strategie hilfreich sein können die Abhängigkeiten von Kunden und Märkten zu reduzieren.

Dabei darf man in der Krise die Zukunftsperspektiven nicht aus den Augen verlieren. Insbesondere muss die Krise eine Chance sein, sich auf neue Technologien, Märkte als auch verbesserte Prozesse auszurichten.

Diese Krise sollte Rückwirkend betrachtet eine Chance gewesen sein, um einen Sprung nach vorne zu machen, als stehen zu bleiben oder gar einen Schritt zurück gemacht zu haben.

Autor: Christoph Dörr, Geschäftsführer; INNOTEQUE SOLUTIONS, Kornwestheim

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