Auszeichnung für innovatives Ticketsystem

Einsteigen und fahren, gleichzeitig berührungslos bezahlen: Chipkartenbasiertes E-Ticketing-System in Schwäbisch Hall erhält RFID-Mittelstandsaward 2011

Auszeichnung für innovatives Ticketsystem: Christophe Fondrier (highQ), Hans-Andreas Hoffmann (KreisVerkehr Schwäbisch Hall), Thomas Hornig (highQ) und Prof. Dr. Karl-Heinz Wehking (Universität Stuttgart, v.l.n.r.) bei der feierlichen Überreichung des RFID-Mittelstandsawards 2011. (Foto: NEG) (PresseBox) ( Stuttgart, )
Erfreulicher Erfolg für den KreisVerkehr Schwäbisch Hall und das Freiburger IT-Unternehmen highQ Computerlösungen: Das gemeinsam entwickelte, aus der RFID-Chipkarte „KolibriCard“ und der Software „TicketOffice“ bestehende elektronische Ticketsystem ist Bundespreisträger des RFID-Mittelstandsawards 2011 (2. Platz). Anlässlich des 6. RFID-Anwendersymposiums in Stuttgart nahmen KreisVerkehr-Prokurist Hans-Andreas Hoffmann und highQ-Geschäftsführer Thomas Hornig den vom Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) ausgelobten Preis entgegen.

„Würde man unsere Fahrgäste fragen, hätte die vor fünf Jahren eingeführte KolibriCard sicher schon längst einen Preis erhalten“, freut sich auch KreisVerkehr-Geschäftsführerin Ingrid Kühnel. „Bereits im August 2011 konnten wir nämlich die siebenmillionste Fahrttransaktion verzeichnen, das entspricht dreieinhalb Millionen Fahrten.“ Und Thomas Hornig von der Entwicklerfirma highQ Computerlösungen lobt das Schwäbisch Haller System als „Meilenstein auf dem Weg zu einer elektronischen Fahrkarte, wie sie bald jeder Bürger in Deutschland nutzen könnte“. In allen mit einem solchen elektronischen Ticketsystem ausgerüsteten Städten und Regionen könnte man dann nach Belieben mit Bussen und Bahnen fahren, ohne sich Gedanken über die jeweils vor Ort gültigen Tarife machen zu müssen.

In Schwäbisch Hall, im benachbarten Hohenlohekreis und ab 2012 auch in Heilbronn kann man diesen Komfort schon heute genießen, denn TicketOffice „versteht“ bereits heute die 13 verschiedenen Tarife dieser Regionen. Beim Ein- und Aussteigen halten die Fahrgäste einfach ihre KolibriCard an ein im Bus installiertes Terminal. Mittels berührungsloser Hochfrequenz-Identifikation (RFID) werden dabei Informationen registriert und an das Hintergrundsystem übertragen, das aus diesen (anonymisierten) Daten die zurückgelegte Fahrtstrecke – auch bei mehrmaligem Umsteigen – rekonstruiert. Ohne Zutun des Fahrgastes ermittelt das System daraus den korrekten Fahrpreis und erstellt zum Monatsende eine Aufstellung aller im Abrechnungszeitraum absolvierten Fahrten. „Die RFID-Lösung hat Referenzcharakter, da hier erstmals ein Check-in/Check-out-System mit nutzungsabhängiger Entgeltberechnung realisiert wurde“, betont Ingrid Kühnel für den KreisVerkehr. „Obwohl wir ein relativ kleiner Verkehrsverbund sind, findet unser System deshalb bundesweit und sogar international Beachtung.“

Auch Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Wehking vom Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart hob in seiner Laudatio zur Preisverleihung die Bedeutung der Innovation hervor: „Die automatische Fahrpreisermittlung stellt einen großen Fortschritt im ÖPNV dar. Wie die große Akzeptanz bei den Fahrgästen zeigt, ist die KolibriCard ein sehr gutes Beispiel dafür, wie auf Basis von RFID-Technologie schon heute ein echter Nutzen für die Bürger generiert werden kann.“

Mehrwert für ÖPNV-Nutzer und Verkehrsbetriebe
Dabei sind die Möglichkeiten der RFID-Chipkarte mit der komfortablen ÖPNV-Nutzung noch lange nicht ausgeschöpft: Getreu dem Motto „Alles auf einer Karte“ kann die KolibriCard bereits heute für weitere Anwendungen genutzt werden. So lässt sich die „HallCard“ der Stadtwerke Schwäbisch Hall für die elektronische Abrechnung von Parkgebühren integrieren, und in Bälde sollen auch Carsharing-Dienste über dasselbe System abgerechnet werden können. Zusätzlich kann die Chipkarte zu Identifikationszwecken in den Bussen sowie in Zeiterfassungssystemen von Unternehmen verwendet werden. In Planung ist ferner eine Kundenbindungskarte für den regionalen Handel. Bei all diesen Anwendungen erfüllt das System die mit den zuständigen Datenschutzbeauftragten abgestimmten strengen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit.

Aber nicht nur für die Fahrgäste, auch für den Verkehrsbetrieb entsteht ein signifikanter Mehrwert. „Mit dem elektronischen Ticket stehen unserem Verkehrsverbund erstmals wirklich aktuelle Daten zur Nutzung der Verkehrsmittel zur Verfügung“, betont Ingrid Kühnel vom KreisVerkehr. „Dadurch sind viel realistischere Auswertungen und Optimierungen hinsichtlich Auslastung, Routenführung etc. möglich als mit den sonst üblichen Kundenbefragungen.“ Mittelfristig seien darüber hinaus Kostensenkungen infolge optimierter Betriebsabläufe realisierbar.

Last but not least garantiert das System Zukunftssicherheit, da es – seit Einführung der Software TicketOffice 3.0 im Jahr 2008 – bereits die Vorgaben aller drei Ausbaustufen des vom Bundesverkehrs¬ministerium unterstützten Standards „eTicket Deutschland“ erfüllt. Da nimmt es nicht wunder, dass die Software-Entwickler von highQ inzwischen auch den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) von den Vorzügen ihres innovativen Ticketsystems überzeugen konnten.
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