Covid-19: Mit globalen Kräften gegen die Pandemie

Weltweit über 4.400 Teilnehmer an Video-Expertenkonferenz

(PresseBox) ( Konstanz, )
Covid-19 hält die Welt in Atem. So unterschiedlich der Grad der Ausprägung in den verschiedenen Ländern auch ist – viele Mediziner stehen vor ähnlichen Herausforderungen und haben viele Fragen. Darum hat das Ärzte-Netzwerk coliquio nach der ersten erfolgreichen Konferenz für deutsche Ärzte nun am 11. April gemeinsam mit den Partnern docplexus (Indien) und doc red (Kolumbien) eine weitere Ausgabe mit internationaler Beteiligung realisiert. Über 4.400 Ärzte aus 66 Ländern informierten sich live über den aktuellen Erkenntnisstand zu Covid-19. Internationale Experten (Virologen, Pneumologen, Kardiologen) aus China, Südkorea, Indien, Italien, den USA und Deutschland gaben Einblicke in die Situation vor Ort und die lokalen Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie.

China und Indien: Radikale Maßnahmen zur Eindämmung bringen kurzfristige Erfolge

Prof. Dr. med. Fengming Luo, Stellvertretender Direktor der Abteilung für Atemwegs- und Intensivmedizin im Westchinesischen Krankenhaus der Sichuan Universität, hob die rigiden Maßnahmen der Abschottung der Provinz Hubei mit der Millionenstadt Wuhan hervor. Dies, in Verbindung mit der sofortigen Entsendung von zahlreichen Ärzten und Pflegekräften sowie einer großen Menge an Schutzkleidung in die Krisenregion, führte zu einem starken Rückgang der Infektions- und Todesraten.

Auch Indien hat kurz nach Auftreten der ersten Verdachtsfälle landesweite, rigide Maßnahmen zur Isolierung von Infizierten ergriffen und eine strikte Ausgangssperre erlassen. Dr. D. J. Christopher, Lungenarzt, Professor für Lungenmedizin und stellvertretender Direktor am Christian Medical College in Vellore, und Dr. Om Shrivastav, Infektiologe in Mumbai, beurteilen die aktuellen Studien, die z. B. mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin zur Unterstützung des Heilungsprozesses und mit Plasma von Rekonvaleszenten zur Immunisierung durchgeführt werden, als gute erste Schritte.

Südkorea: Bestmöglich gewappnet mit einer kombinierten Strategie

Die Erfahrungen mit dem MERS-Virus in 2015 führten zu einer grundlegenden Neustrukturierung des Gesundheitssystems in Südkorea. Damit wurden Voraussetzungen geschaffen, die nun zu einer ungewöhnlich niedrigen Fallzahl im Vergleich mit anderen Ländern führen. Dr. Marc P. Windisch, Leiter des Labors für Angewandte Molekulare Virologie am Institut Pasteur Korea, hob hervor, dass nur eine Kombination aus mehreren Maßnahmen diese weitreichende Wirkung erzielt hat – von der flächendeckenden Bereitstellung von kostenlosen Tests und günstigen Schutzmasken, über die Aufklärung der Bevölkerung bis hin zum Einsatz von Big Data, um Infizierte zu monitoren und Personen, die mit ihnen Kontakt hatten, frühzeitig per Smartphone zu informieren.

Das Institut Pasteur Korea führt seit Februar Forschungen zur „Medikamenten-Neupositionierung“ durch mit dem Ziel, Medikamente zu finden, die sofort für die Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden können. So z. B. eine klinische Studie, die die klinische Wirksamkeit eines Arzneimittels gegen Asthma bei milden COVID-19-Patienten bestätigen soll. Mit Ergebnissen wird Anfang Mai gerechnet.

USA: Telemedizin ist bei der Behandlung nicht mehr wegzudenken

Die dramatische Situation in New York wird sich laut Dr. med. Nicholas T. Skipitaris, Direktor der Abteilung für Herzelektrophysiologie am Lenox Hill Hospital in New York, in den kommenden Wochen weiter Richtung Süden verlagern. Solange gilt es, insbesondere die Kapazitäten in den Kliniken für Infizierte aufzustocken. Dabei leistet vor allem die Telemedizin einen wertvollen Beitrag: Die Überwachung von Herzpatienten daheim erfolgt per Videokonferenz oder Tracking-Devices, so werden riskante Kontaktpunkte vermieden. Und auch in Kliniken selbst werden Fernüberwachungsmöglichkeiten für Herzpatienten eingesetzt, um den Austausch innerhalb des Gebäudes zu reduzieren und um mehr Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreuen zu können.

Globale Anstrengungen zur Bekämpfung der Pandemie nötig

PD Dr. med. Christoph Spinner, Infektiologe und Oberarzt am Klinikum rechts der Isar (TU München) und Privatdozent, schätzt die Situation in deutschen Kliniken als stabil ein, da die Kapazitäten frühzeitig aufgestockt wurden. Zur langfristigen Bewältigung der Pandemie seien jedoch noch eine Vielzahl an Studien nötig. Die weltweiten Erkenntnisse müssen schnellstmöglich zusammengebracht und erforscht werden.

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Alexander S. Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum der Martin-Luther Universität Halle (Saale), erwartet ein vielfältiges Paket an Methoden und Therapien, die sukzessive im Kampf gegen Covid-19 zum Einsatz kommen werden. Er beendete die globale Expertenkonferenz mit einem Appell: „Man muss sein Wissen verbinden, man muss seine Erfahrungen verbinden, und ich habe das Gefühl, dass bei der Behandlung in vielen Teilen der Welt vieles wieder neu erfunden wird, und ich würde mir hier ein geschlosseneres Vorgehen wünschen. Diese Konferenz ist ein Teil davon.“ Die CovidCon Global hat einen Beitrag zum besseren Austausch geleistet – und über 95 % der Teilnehmer wünschen sich eine Fortsetzung.
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