Fehlentscheidungen bei der Berufswahl führen zu Unzufriedenheit und dem Abbruch der Ausbildung oder des Studiums. Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Abbrecherquoten in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren leicht angestiegen sind – im Vergleich zu anderen Bundesländern jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt liegen. Um die Zahl jener, die sich später umentscheiden gering zu halten, hilft eine möglichst frühzeitige und umfassende Orientierung über die beruflichen Möglichkeiten, z. B. durch Besuche von Berufsmessen und die Nutzung digitaler Angebote zur Selbsteinschätzung.
Welcher Beruf passt zu mir?
Im schulischen Umfeld sind berufskundliche Veranstaltungen von außerschulischen Partnern ein fester Bestandteil. Hierzu zählt bereits seit 2008 das Bildungsprogramm COACHING4FUTURE, das in der nächsten Woche gleich zweimal in Freiburg und Umkreis Station macht:
- Dienstag, 30. Juni 2026: Kepler-Gymnasium Freiburg
- Donnerstag, 2. Juli 2026: Schule am Bürgle March
Technik verstehen – Zukunft gestalten
Die beiden Coaches, Chemikerin Cornelia Mittag und Biotechnologe Tobias Puzicha, unterstützen die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe anhand von praxisnahen Beispielen aus gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Wohnen, Mobilität, Medizin oder Umweltschutz bei der beruflichen Orientierung. In einem Vortrag mit Experimenten, AHA-Momenten und vielen Technikexponaten zum Ausprobieren stellen sie aktuelle Entwicklungen aus naturwissenschaftlichen Forschungsbereichen vor. Auf diese Weise zeigen sie, was MINT-Berufe leisten, welche Technologien zum Einsatz kommen, wie der Arbeitsalltag aussieht und über welche Bildungswege junge Leute in diesen Bereichen an der Lösung wichtiger Lösungen mitarbeiten können. Welche Themenbereiche die Coaches behandeln, entscheiden die Schulklassen zu Beginn selbst.
Künstliche Intelligenz verstehen: Ein Blick hinter die Kulissen
An der Schule am Bürgle in March befassen sich die Jugendlichen im Anschluss an den Vortag mit der Frage, wie eine Maschine lernt. Im Mitmachworkshop erkunden die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen von Künstlicher Intelligenz (KI) und trainieren ein eigenes Modell. Denn die Fähigkeit, mit KI-Systemen umzugehen wird auch in vielen Berufen immer wichtiger. Mit den Coaches diskutieren die Teilnehmenden, wo die Technologie bereits zum Einsatz kommt, was dadurch künftig möglich wird und welche Risiken bestehen. Eine Übersicht zu relevanten Berufen rundet die Veranstaltung ab.
Berufswahl: Von der Stärkenanalyse zum Ausbildungs- oder Studienplatz
Die Berufswahl kann für Jugendliche mit großen Unsicherheiten und der Herausforderung verbunden sein, sowohl den Erwartungen des familiären Umfelds gerecht zu werden als auch die eigenen Interessen zu verfolgen. Eltern sollten ihre Kinder deshalb schon frühzeitig bei der Suche nach einer passenden Ausbildung oder eines Studienfachs begleiten und sich gemeinsam informieren. Hierfür gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Möglichkeiten, angefangen bei Ausbildungsmessen (www.ausbildungsinitiative-bw.de/ausbildungsmessen) und betrieblichen Praktika über Mitmachangebote wie Girls‘/Boys’Day oder Schüler-Ingenieur-Akademie und Berufsorientierungs-Camps von „Südwestmetall macht Bildung“ (www.suedwestmetall-macht-bildung.de) bis hin zu Online-Tests zur Selbsteinschätzung wie „Check-U“ der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt) oder der Studienorientierungstest des Wissenschaftsministeriums (www.was-studiere-ich.de).