Klimagerechtes Planen und Bauen in die Breite tragen – Der BDB-KLIMAbauPLAN

Was PlanerInnen, Wirtschaft und Politik jetzt tun müssen

Beim Thema „Klimagerechtes Planen und Bauen“ nimmt der BDB nicht nur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in die Pflicht. Auch die planenden Berufe müssen sich ihrer Verantwortung noch bewusster werden.
(PresseBox) ( Berlin, )
  • Das Bauen und der Betrieb von Gebäuden sind für bis zu 40 % des CO2-Ausstoßes und des Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Deshalb müssen Planungs- und Bauprozesse neu und klimagerecht gedacht und zügig in die Breite getragen werden, um nachkommenden Generationen ein gutes und gesundes Leben zu ermöglichen.
  • Wie das gelingen kann, will der vom BDB initiierte BDB-KLIMAbauPLAN aufzeigen. In ihm sind Maßnahmen und Forderungen an die planenden Berufe, Politik und Wirtschaft aus zehn Bereichen des Bau- und Planungswesens verknüpft.
Der Gebäudesektor war im vergangenen Jahr der einzige Wirtschaftsbereich, der die gesteckten Klimaziele der Bundesregierung verfehlte. Als größter gemeinsamer Verband für ArchitektInnen, IngenieurInnen, StadtplanerInnen und weiterer Planungsberufe in Deutschland, nimmt der BDB beim Thema „Klimagerechtes Planen und Bauen“ nicht nur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in die Pflicht. Auch die planenden Berufe müssen sich ihrer Verantwortung noch bewusster werden.

In seinem heute veröffentlichen Positions- und Maßnahmenpapier, dem „BDB-KLIMAbauPLAN“, zeigt der BDB Möglichkeiten auf, wie in der Breite klimagerecht geplant und gebaut werden kann. Die Zeit drängt, wie auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29.04. zur ungenügenden Ausgestaltung des deutschen Klimaschutzgesetzes zeigt.

Als größter und wirksamster Hebel für die Erreichung der Klimaziele wird der Gebäudebestand identifiziert. Dies betrifft vor allem die Nutzung und Wertschätzung der im Bestand gebundenen grauen Energie. Um den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß im Bestand effektiv zu senken, muss die Sanierungsrate von derzeit 1 % auf mindestens 4 % pro Jahr steigen.

Gefordert wird zudem u. a.:
  • eine konkrete Zäsur im Neubau spätestens im Jahr 2023, die mit der Einführung eines Nachhaltigkeitsnachweises beginnt und auch auf den Bestand übertragen wird,
  • die Einführung einer CO2-Steuer, die mindestens 180 €/t betragen und vom Eigentümer und Nutzer gemeinsam getragen werden soll,
  • dass die Erteilung des Baurechts überall wo es möglich ist vom Einsatz treibhausgasarmer Baustoffe abhängig gemacht wird,
  • dass europaweit harmonisierte, aussagekräftige Berechnungsmethoden und Datenbanken für eine lückenlose Abbildung der Lebenszyklen aller Gebäude eingeführt werden.
Weiterhin werden Forderungen und Maßnahmen für die Herstellung und Nutzung von Baustoffen konkretisiert, das Zusammendenken von urbanem und ländlichem Raum betont und die bessere Einbindung von PlanerInnen bei der Mobilitätswende gefordert. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die bundesweite Einbindung und Förderung von Universitäten, Hochschulen und Betrieben, deren Studierende und Auszubildende im klimagerechten Planen und Bauen geschult werden müssen.

Auch wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte werden im „BDB-KLIMAbauPLAN“ behandelt. Für eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Kosten für die genannten Maßnahmen muss klar sein: Klimagerechtes Planen und Bauen wird zunächst große Anstrengungen erfordern. Nicht zu handeln würde jedoch die zukünftige Generation viel stärker belasten.

BDB-Präsident Christoph Schild zum KLIMAbauPLAN:Beim Kampf gegen den Klimawandel haben wir vor allem in der Baubranche schon lange kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Handlungsproblem. Wir wollen mit unserem Papier Politik und Wirtschaft, aber auch die planenden Berufe zum Handeln auffordern. Denn ohne den planerischen Mittelstand, wie er im BDB organisiert ist, wird eine Klimawende beim Bauen nicht möglich sein.“

Der „BDB-KLIMAbauPLAN“ kann in Lang- und Kurzfassung unter www.baumeister-online.de eingesehen werden und steht dort auch zum Download bereit.
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