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„Wir bieten ein echtes Impact-Investment mit einem bewährten und bis heute einzigartigem Geschäftsmodell“ – Interview mit Giulia Weiß und Nils Luerweg

(PresseBox) (Brechen, )
Die StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke e.V. (SG) hat eine neue zehnjährige Anleihe 2022/32 (ISIN: DE000A30VTD2) mit einem Volumen von bis zu 12 Mio. Euro aufgelegt. Die nunmehr zweite Anleihe der SG wird jährlich mit 4,25% p.a. verzinst und läuft bis zum 6. Oktober 2032. Giulia Weiß und Nils Luerweg, beide im Vorstand der StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke e.V., erklären uns im Interview, wofür die Mittel verwendet werden sollen, wie das Finanzierungsmodell der StudierendenGesellschaft funktioniert und warum es krisenresistent ist.

Anleihen Finder: Hallo Frau Weiß, hallo Herr Luerweg, die StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke e.V. hat erneut eine zehnjährige Studierenden-Anleihe begeben. Wofür genau sollen die Mittel in Höhe von bis zu 12 Mio. Euro aus der Anleihe verwendet werden und warum ist eine solch lange Anleihe-Laufzeit von zehn Jahren für Ihre Zwecke sinnvoll?

Giulia Weiß: Mit unserer neuen Anleihe ermöglichen wir jungen Menschen ein Studium ohne finanzielle Hürden. Unser seit über 25 Jahren bewährtes Modell ist der Umgekehrte Generationenvertrag: Erst studieren – später zahlen. Studierende zahlen ihre Studienbeiträge einkommensabhängig, sobald sie nach dem Studium ein Einkommen erzielen. Ein Teil des Emissionserlöses wird auch dazu verwendet, unsere bestehende Anleihe 14/24 (7,5 Mio.) vorzeitig abzulösen. Die Laufzeit in zunehmend unsicheren Zeiten ist sinnvoll für beide Seiten: Investor:innen investieren in die Ausbildung von Ärztinnen, Psychologen und Entscheidungsträgerinnen in Wirtschaft & Gesellschaft und erhalten dafür zehn Jahre eine stabile, faire Verzinsung, die SG auf der anderen Seite kann ein langfristiges Finanzierungsmodell sicher planen, immerhin denken wir bei jedem neuen Vertrag in Zeiträumen von rund 5 Jahren Studium + 10 Jahren Rückzahlung.

Anleihen Finder: Wie genau funktioniert das Modell des „Umgekehrten Generationenvertrags“ (UGV) und warum ist es effektiver/besser als andere Fördermaßnahmen?

Nils Luerweg: Von einem klassischen Finanzierungsmodell unterscheidet sich der UGV darin, dass durch den Vertrag keine fixe Schuld entsteht. Das bedeutet, dass Studierende während ihres Studiums, wie an einer staatlichen Universität, keine Beiträge leisten und nach Abschluss ihres Studiums prozentual von ihrem maßgeblichen Einkommen (gemäß BAföG) an uns zurückzahlen. Dabei gibt es eine Obergrenze und eine Untergrenze. Insgesamt werden für ein Vollstudium 10 Rückzahlungsjahre in einem Zeitraum von 25 Jahren geleistet. Wer in einem Jahr unter die wertgesicherte Mindestgrenze (ca. 30 TEUR Brutto) fällt, wird in dem betreffenden Jahr von der Zahlung freigestellt. So schließen wir soziale Härtefälle durch den UGV aus.

Anleihen Finder: Welche Kriterien müssen von den Studierenden erfüllt werden, um die Förderung zu erhalten? Und welche Rückzahlungsmodalitäten gelten für die Empfänger?

„Im Schnitt zahlen alle das Gleiche“

Nils Luerweg: Wir fördern jede Studentin und jeden Studenten, der von der Universität Witten/Herdecke, nach einem persönlichkeitsorientierten Auswahlverfahren, einen Studienplatz angeboten bekommt. Studierende können dann wählen, ob sie ihre Beiträge während ihres oder nach ihrem Studium leisten möchten, entsprechend wählen sie die Zahlungsvariante fixbetragsorientierte Sofortzahlung oder einkommensabhängige Späterzahlung. Wichtig ist uns, dass der Fixbetrag dem Durchschnitt der Rückzahlungen entspricht, im Schnitt zahlen also alle das Gleiche. Erst nach dem Studium beginnt dann die Rückzahlung. Auf Grundlage des Steuerbescheids wird das sogenannte maßgebliche Einkommen ermittelt, welches Sozialversicherungsbeiträge und Werbungskosten erwerbsmindernd berücksichtigt. Sobald dieses Einkommen die Mindestgrenze übersteigt, werden davon für ein fünfjähriges Studium zehn Jahre lang 12 % an die StudierendenGesellschaft zurückgezahlt.  

Anleihen Finder: Wie viele Studenten konnten Sie bislang mit Ihrem Konzept und auch mit Hilfe der ersten Anleihe unterstützen? Und wie viele sollen mit Hilfe der neuen Anleihe hinzukommen?

Giulia Weiß: Insgesamt haben wir seit 1995 rund 3.000 Menschen ein Studium an der Universität Witten/Herdecke ermöglicht. Davon haben fast 800 ihre Rückzahlung bereits abgeschlossen. Die Universität ist in den letzten Jahren stark gewachsen, heute finanzieren wir gut 1.200 Studierende bei knapp 1.000 aktiv Rückzahlenden. Mit der ersten Anleihe haben wir rund 600 Studierende finanziert. Heute flacht das Universitätswachstum planmäßig ab. Abzüglich der Umschuldung von 7,5 Millionen Euro werden wir mit den verbleibenden rund 4 Millionen Euro bis zu 900 Studierende in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft & Gesellschaft finanzieren.

Anleihen Finder: Gibt es neben der Anleihe weitere Finanzierungs-Bausteine? Wenn ja, welche? Und wie hoch ist die Eigenkapital-Ausstattung der Gesellschaft?

Giulia Weiß: Die StudierendenGesellschaft hält zwei Bankdarlehen über insgesamt 9,65 Millionen Euro, die im Jahr 2027 bzw. 2030 endfällig sind. Im Geschäftsjahr 2021 haben wir eine Eigenkapitalquote von 52% bei einer Bilanzsumme von 35 Millionen Euro ausgewiesen.

Anleihen Finder: Inwiefern ist Ihr Geschäftsmodell und Ihre Idee auf Rendite ausgerichtet, um die Zinsansprüche der Anleger zu begleichen? Aus welchen Töpfen generieren Sie die Mittel für die jährlichen Zinszahlungen in Höhe von 4,25% und inwiefern können Sie diese schließlich garantieren?

Nils Luerweg: Wir führen für alle Studierenden den gleichen Betrag an die Universität ab, unabhängig der gewählten Zahlungsvariante. Wir behalten also auch einen Teil der fixbetragsorientierten Sofortzahlungen ein und weisen diese als sonstige Erträge im Jahresabschluss aus. Im Anlagevermögen sind 75% der durchschnittlichen Rückzahlungen bilanziert, dies entspricht der Höhe der Ausleihungen, die wir im Umgekehrten Generationenvertrag bilden. Alle darüber hinausgehenden Rückzahlungen sind Erträge des Finanzanlagevermögens. Mit beiden Ertragsarten werden zunächst Zinsansprüche beglichen und operative Kosten gedeckt, alle Überschüsse nutzen wir dann, um weiteres Eigenkapital aufzubauen. In unseren Planungen rechnen wir weiterhin mit einem risikominderndem Korrekturfaktor. Es gibt keine Ausschüttungen an Anteilseigner, da wir als gemeinnütziger Verein keine Rendite erwirtschaften.

„Unser Periodenergebnis lag 2021 bei 1,7 Millionen Euro“

Anleihen Finder: Können Sie uns dazu aktuelle Geschäftszahlen der letzten Jahre speziell mit Blick auf Auszahlungs- und Rückzahlungs-Kennziffern nennen?

Giulia Weiß: Von 2018 bis 2021 ist unser Ausleihungsvolumen von 23,9 auf 32,5 Millionen Euro gestiegen. Trotz dieses enormen Zuwachses der Ausleihungen konnten wir in diesem Zeitraum 4,6 Millionen Euro Eigenkapital aufbauen. Dahinter liegt ein Anstieg der jährlichen Rückzahlungen von 1,2 auf 1,9 Millionen Euro, sowie eine Entwicklung der Erträge von 2,2 Millionen Euro auf 3 Millionen Euro. Unser Periodenergebnis lag 2021 bei 1,7 Millionen Euro, 2018 waren wir noch bei 940 Tausend Euro.

Anleihen Finder: Inwiefern haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie und auch die Folgen der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen (Inflation, Energiekrise, usw.) die Rückzahlungen der geförderten Studenten beeinflusst? Spüren Sie negative Auswirkungen in Form verminderter Rückflüsse?

„Die Mindest- und Höchstgrenze im Umgekehrten Generationenvertrag ist seit 2014 inflationsgesichert“

Nils Luerweg: Unsere Rückzahlungen entwickeln sich in allen Bereichen planmäßig. Wir können auch keine Hinweise darauf erkennen, dass mehr Menschen ein niedriges Einkommen unterhalb unserer Mindestgrenze erzielen. Wir führen das auch auf unser Portfolio zurück – die Einkommen von Ärztinnen, Psychologen, Zahnmedizinerinnen sowie Führungskräften in Wirtschaft, Politik und Pflege erweisen sich bisher als wenig krisenanfällig. Wichtig ist auch, dass die Mindest- und Höchstgrenze im Umgekehrten Generationenvertrag seit 2014 inflationsgesichert sind. Das ist gerade in Zeiten hoher Inflation ein ganz wichtiger Sicherheitsfaktor.  

Anleihen Finder: Gibt es darüber hinaus weitere Risikofaktoren, die die Rückzahlungen negativ beeinflussen können?

Nils Luerweg: Das Erwerbs- und Einkommensrisiko unserer Rückzahlenden ist natürlich ein zentrales Risiko. In einem Modell mit 25-jähriger Vertragslaufzeit beobachten wir dabei insbesondere auch Veränderungen in der Arbeitswelt durch eine zunehmende Digitalisierung. Schlussendlich sind wir darauf angewiesen, dass die Universität, deren Studierenden wir unterstützen, starke Persönlichkeiten mit zukunftsweisenden Kompetenzen ausbildet. Darauf wirken wir nicht zuletzt auch als Gesellschafterin unserer Universität hin.

„Schlussendlich sind wir darauf angewiesen, dass die Universität starke Persönlichkeiten mit zukunftsweisenden Kompetenzen ausbildet“

Anleihen Finder: Wen sprechen Sie mit der Anleihe – neben ehemaligen Studenten - konkret an? Und wie kann die Anleihe, die ja bislang noch nicht an der Börse notiert, gezeichnet werden?

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(Das vollständige Interview lesen Sie hier)

Anleihen Finder Redaktion.
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