Logistikzentrum auf Gefahrgut-Handling zugeschnitten

Neues Logistikzentrum für Laborchemikalien, Materialflüssen, IT-Infrastruktur und Automation hat Aberle GmbH das Warehousing des Handelsunternehmens Carl Roth GmbH + Co. KG auf weiteres Wachstum ausgelegt

3D Ansicht Intralogistik (PresseBox) ( Leingarten, )
Termintreue und fehlerfreie Kommissionierung sind bestimmende Faktoren für Warehousing und Auftragsfertigung im Versandhandel. Ein weiteres Muss ist die hohe Servicequalität. "Wir nehmen Aufträge rund um die Uhr an und liefern deutschlandweit innerhalb von 24 Stunden", erklärt Dr. Alfred Wagner, Geschäftsführer bei Carl Roth. "Da müssen alle Optionen für eine schnelle und zuverlässige Auftrags-kommissionierung genutzt werden." Vor diesem Hintergrund hat das Produktions- und Handelsunternehmen, einer der führenden Anbieter für Laborbedarf und Laborchemikalien mit zwei Standorten in Karlsruhe, die Luy & Partner GbR, Fachplaner für Logistiksysteme in Wiesbaden, mit den Planungen für die Neustrukturierung seiner Intralogistik beauftragt. "Stetige Absatzsteigerungen und unser hoher Service-Anspruch erforderten eine zukunftsfähige Anpassung der vorhandenen Lager- und Funktionsflächen an die wachsenden Anforderungen", so Dr. Wagner.

Laborchemikalien für Analytik, Forschung und Produktion stellen hohe Anforderungen an die Lager- und Kommissioniersysteme sowie an die Gebäude- und Sicherheitsvorkehrungen. Neben dem Chemikalienlager war zudem das Verpackungs- und Rohstofflager sowie ein Ausbau der Produktionsflächen und Büroräume Teil der Gesamtbetrachtung. Neue Flächen zur Warenein- und Ausgangsbearbeitung sowie für die Kommissionierung, ein Automatisches Kleinteilelager (AKL), ein neues Betriebsmittellager inklusive der Anpassung der vorhandenen Lagerstrukturen sollten die Intralogistik auf den aktuellen Stand der Technik bringen. Auf dieser Basis konzipierte Luy & Partner in enger Abstimmung mit der Carl Roth Geschäftsführung, dem internen Projektteam und dem Architekturbüro Döllinger mehrere Alternativen auf dem begrenzten Betriebsgelände. Im Anschluss an die Systemauswahl erfolgte eine Funktionalausschreibung inklusive einem LVS/MFR-Lastenheft. Den Zuschlag als Generalunternehmer für die Intralogistik erhielt die Aberle GmbH mit Sitz in Leingarten ein Unternehmen der Körber-Gruppe.

Versetzt zu den Baumaßnahmen konnte die Aberle GmbH innerhalb von zehn Monaten AKL-Stahlbau, Regalbediengeräte, Fördertechnik und den Lagerverwaltungs-rechner realisieren. Besonderheit: "Angesichts des sensiblen Lagergutes und der besonderen Herausforderungen, die das Handling von Lösungsmitteln, Säuren und Laugen bildet, mussten im gesamten Projekt spezifische Explosionsschutz-Kategorien berücksichtigt werden", erläutert Aberle-Projektleiter Andre Würz. Das betrifft neben einer bauseits geplanten aufwändigen Belüftungsanlage insbesondere die Einhausung des AKL und die Ausstattung der installierten Geräte und Fördertechnik. So dürfen etwa die Antriebsmotoren der Regalbediengeräte und die Stromschienen keine Quellen für Zündfunken bieten. Durch Absenkung der AKL-Bodenplatte wurde sichergestellt, dass sich die BFT-Antriebsmotoren innerhalb des AKL oberhalb der ex-Schutzzone befanden. Auch die IT musste auf vielfältige Restriktionen bei der Lagerung der Gefahrstoffe zugeschnitten werden.

Mehr als 30.000 Produkte hält Carl Roth in dem neuen Lagerkomplex vorrätig. Basis der automatisierten Prozesse bildet das aus 5 Gassen bestehende AKL. Es bietet Platz für ca. 21.000 Behälter. Als Ladehilfsmittel kommen nach einer intensiven Analyse der Gebindegrößen durch Luy & Partner Behälter mit den Maßen 600 x 400 x 170 mm und 600 x 400 x 270 mm zum Einsatz. Sie sind bis zu 24-fach unterteilt und in zwei Farben ausgelegt. Rote für das AKL, blaue Behälter als Rundlauf zwischen Kommissionierung und Verpackung.

Carl Roth entschied sich für die Installation des Warehouse Management Systems Aberle PMS-W nebst Energiesparmodul PMS-E. PMS-W übernimmt die Verwaltung und Kontrolle aller Standardfunktionen für das Warehouse Management. Mit dem Prozess Management System für Energie, PMS-E, haben die Leingartener Automations-Spezialisten ein Energiemanagementsystem entwickelt, das eine optimale Prozesssteuerung unter Berücksichtigung eines optimierten Energiebedarfes organisiert. Das ebenfalls von Aberle GmbH installierte Modul PMS-M zur Materialflusssteuerung sorgt für eine effiziente Steuerung aller Warenbewegungen. Zur Abbildung der Prozesszustände sowie zur komfortablen Wartung beziehungsweise Fehlerbeseitigung hat Aberle zudem eine umfassende Anlagenvisualisierung mit dem Modul PMS-V installiert.

"Die implementierten IT-Systeme wurden im Rahmen einer intensiven Pflichten-heftphase auf die besonderen Anforderungen von Carl Roth zugeschnitten", erklärt André Houdelet, IT-Leiter bei Carl Roth. "Eine Onlineschnittstelle zum Host-System ABAS bietet einen Datenaustausch in Echtzeit. Außerdem wurde eine Abbildung des Gefahrstofflagers nach TRGS 510 integriert."

Die kartoniert auf Paletten angelieferten Produkte werden im Wareneingang erfasst. Anschließend erfolgt die sorten- und chargenreine Einlagerung in einem von vier manuell geführten, klimatisierten Palettenlagern. Alternativ werden die Paletten zwei WE-Arbeitsplätzen zugeführt. Dort erfolgt die Umlagerung der Gebinde in Behälter und mittels Fördertechnik ihre Einlagerung ins AKL. Ein weiterer WE-Platz ist der direkten Behälter-Einlagerung aus der Produktion ins AKL vorbehalten.

Die Lagerplätze in den Palettenlagern sind nach Lagerklassen organisiert. "Es mussten beispielsweise sowohl für die Palettenlager als auch für das AKL Restriktionen wie Zusammenlagerungsverbote berücksichtigt werden", so Lothar Haidmann, Geschäftsführer Vertrieb und Logistik bei Carl Roth. "Zudem wurde die Verwaltung der manuellen Palettenlager sowie des Betriebsmittellagers in das LVS eingebunden

"Unsere Verpackungen sind sortenrein, umweltverträglich und recycelbar", betont Einkaufs- und Logistikleiter Stefan Theil. "Für die Chemikalien verwenden wir ausschließlich UN-zugelassene, sichere Verpackungen."

Die vom AKL versorgten Kommissionierplätze dienen sowohl der Auftrags-kommissionierung als auch der Verdichtung von Anbruchbehältern. Dazu sind an jedem Arbeitsplatz fixierte Lichtquellen installiert. Mit ihren jeweils 24 Lichtpunkten können sie ein Raster erzeugen, das jedes Segment der eingesetzten Behälter ausleuchtet. Bei der Vereinzelung der Wareneingänge zur Einlagerung in das AKL werden an den Arbeitsplätzen damit jene Behälterpositionen ausgeleuchtet, in die die WE-Mitarbeiter an zwei Bearbeitungsplätzen die Gebinde - Put-to-Light - hineinstellen sollen. Bei der Auftragskommissionierung wird ihnen mit Lichtsignalen angezeigt, welche Gebinde aus den roten Lagerbehältern - Pick-by-Light - zu entnehmen und in die blauen Auftragsbehälter umzusetzen sind.

Die kommissionierten Auftragsbehälter gelangen über eine kurze Förderstrecke auf einen zentralen Loop. Dabei ermittelt eine integrierte, online angebundene Waage automatisch das Gewicht der Behälter. Bei Übereinstimmung mit den Sollgewichten werden die Kommissionierbehälter für den Versand frei gegeben. "So realisieren wir eine automatische Auftragsvollständigkeitsprüfung", erklärt Dr. Wagner. Der Lagerverwaltungsrechner definiert anhand der Auftragspositionen die artikel- und auftragsgerechten Packmittel für die Versandfertigung sowie die Packabwicklung für Inlands- und Exportaufträge. Die generierten Vorgaben übermittelt der LVR an die sechzehn Arbeitsplätze im Verpackungsbereich. Die starke Abweichung zwischen der Anzahl von Kommissionier- und Verpackungsplätzen resultiert aus dem hohen Verpackungsaufwand für Gefahrgüter. "Aberle GmbH konnte unsere Anforderungen optimal und termingerecht umsetzen. Mit dem neuen Logistikzentrum ist Carl Roth für weiteres Wachstum bei gesteigertem Servicegrad gut aufgestellt" erklären die beiden Geschäftsführer Dr. Alfred Wagner und Lothar Haidmann sowie Hans- Jürgen Luy in einem gemeinsamen Resümee.
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