Atlanta in der Hand von Geiselnehmern

(PresseBox) ( Neustadt an der Weinstraße, )
Teile der Stadtverwaltung von Atlanta befinden sich seit dem 22. März in der Hand von Geiselnehmern. Die Kriminellen haben nicht etwa mit Waffengewalt das Rathaus gestürmt, sondern schleusten lediglich eine bislang noch nicht näher beschriebene Ransomware in die Computersysteme der Stadt ein. Mittlerweile befindet sich die Stadt nach Aussage von beteiligten IT-Sicherheitsspezialisten in einer frühen Erholungsphase. Allerdings sind viele Abläufe weiterhin stark verlangsamt, da sie manuell erledigt werden müssen. Darüber hinaus erfordern einige Vorgänge, wie das Bezahlen der Stromrechnung oder die Anmeldung neuer Wasseranschlüsse, derweil den persönlichen Gang in die jeweilige Behörde, denn die Online-Services sind nicht verfügbar. Auf die Frage eines Journalisten, wie lange die Stadt auf diese Weise arbeitsfähig bleiben könne, antwortete die Bürgermeisterin fatalistisch und mit einem Funken Galgenhumor, dass es vor der Einführung der Computersysteme ja auch funktioniert habe und die aktuelle Situation besonders für jüngere Angestellte der Stadt eine gute Übung für ihre Handschriften sei.

Ob das geforderte Lösegeld von 51.000 US-Dollar, gefordert in Bitcoin, gezahlt werde oder vielleicht sogar schon gezahlt wurde, ist nicht bekannt. Darüber schweigen sich die Stadtverwaltung und die Sicherheitsbehörden aus. Auch die eingeschaltete externe Sicherheitsfirma SecureWorks, die ihren Sitz in der amerikanischen Metropole hat, beruft sich auf den frühen Stand ihrer Untersuchungen. Sie gibt keine weiteren Informationen darüber heraus, wie der Angriff ablief und welche Ransomware zum Einsatz gekommen ist. Klar ist allerdings, dass es noch eine Weile dauern dürfte, bis alle Systeme in Atlanta wieder so funktionieren wie vor der Attacke.

Der Fall macht einmal mehr deutlich, wie sehr die fortschreitende Digitalisierung auch staatliche Organe angreifbar machen kann. In Atlanta waren die wichtigen Notfallsysteme, wie die Notrufnummer 911 oder die Feuerwehr, sowie kritische Strukturen wie Kraftwerke, Verkehrsleitsysteme oder Krankenhäuser nicht betroffen und funktionieren weiter uneingeschränkt. Doch das muss und wird aller Voraussicht nach nicht so bleiben. Das haben im Zuge der Attacke auch die Verantwortlichen in Atlanta und hoffentlich auch in anderen Städten weltweit erkannt. Doch solange jede Behörde ihr eigenes Süppchen kocht, Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Systemen weder standardisiert noch vernünftig abgesichert werden und die Mitarbeiter nicht ausreichend in IT-Sicherheit geschult werden, bleibt die Gefahr bestehen.

UPDATE: Wie heise.de berichtet, kann Atlanta das Lösegeld momentan nicht zahlen, weil die Erpresser das Zahlungsportal gelöscht haben. Nachdem die Zahlungsaufforderung für das Lösegeld im lokalen Fernsehen gezeigt wurde, inklusive der URL des Kontakt- und Zahlungsportals, wurden die Kriminellen mit Spam-Mails überschüttet. Als Reaktion nahmen sie das Portal offline.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.