- Sonderprüfung im Rahmen des Bündnisses zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien abgeschlossen
- ZF stärkt technologische Souveränität und Zukunft der E-Mobilität
- ZF-Chef Mathias Miedreich: „Entscheidung im Schulterschluss mit Arbeitnehmervertretung ist Teil der ZF-Unternehmenskultur“
E-Motoren und Inverter sind Schlüsselkomponenten für die Elektromobilität und damit zentral für die strategische Ausrichtung von ZF. Vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Kosten- und Innovationsdrucks sowie volatiler globaler Lieferketten hatte ZF gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite geprüft, ob eine Eigenfertigung langfristig wettbewerbsfähig bleibt oder ein externer Zukauf wirtschaftlicher wäre.
Umfassende und ergebnisoffene Sonderprüfung
Die Sonderprüfung war breit angelegt: Neben wirtschaftlichen und finanziellen Kriterien flossen auch strategische Aspekte wie technologische Souveränität, Know-how-Sicherung, Lieferkettenstabilität sowie geopolitische Risiken in die Bewertung ein. Die Analysen wurden in einem paritätisch besetzten Bewertungsausschuss intensiv diskutiert. Auf dieser Basis sprach die paritätische Kommission aus Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern eine klare Empfehlung für „Make“ aus, die der Vorstand nun bestätigt hat.
Klare Entscheidung für Eigenfertigung
„Die Entscheidung für die Produktion der E-Antriebs-Kernkomponenten Motor und Wechselrichter haben wir im Schulterschluss mit unserer Arbeitnehmervertretung getroffen“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. „Das passt zu unserer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, verlangt aber zwingend deutlich verbesserte Kostenstrukturen, um mit unseren E-Antrieben wieder in die wirtschaftliche Erfolgsspur zu kommen und Beschäftigung langfristig zu sichern.“
„Das Ergebnis der Sonderprüfung ist für uns und die Beschäftigten in Deutschland ein großer Erfolg. Eines dürfen wir nicht vergessen: Im vergangenen Sommer standen beide Produkte auf ,Buy‘, was einen gewaltigen Arbeitsplatzabbau und den Verlust von Kompetenz bedeutet hätte”, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Achim Dietrich. „Mit dem Bündnis E-Division und einer starken, solidarischen Belegschaft im Rücken haben wir es geschafft, dass diese Entscheidung noch einmal überprüft – und geändert – wird.“
„Die Entscheidung für ‚Make‘ ist auch ein klares Bekenntnis zur elektrischen Zukunft von ZF“, ergänzt Divisionsleiter Sebastian Schmitt. „Wir investieren damit gezielt in unsere eigene Kompetenz und sichern die technologischen Schlüssel für kommende Antriebsgenerationen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die bestehende Kostenlücke müssen wir schließen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen.“
Ausschlaggebend für die Entscheidung waren unter anderem die Sicherung wichtigen Know-hows, eine geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten bei Schlüsseltechnologien, die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion sowie eine bessere Gesamtwirtschaftlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.
Spürbare Fortschritte bei Kosten – weitere Schritte notwendig
In den vergangenen Monaten hatten die beteiligten Teams bereits spürbare Kostenverbesserungen erzielt – unter anderem durch konsequenten Kostenfokus in der Entwicklung, die Reduktion von Varianten und Komplexität, höhere Automatisierung, die Verlagerung auf hochmoderne Fertigungslinien sowie intensive Lieferantenverhandlungen.
Trotz dieser Fortschritte besteht weiterhin eine Lücke zu den angestrebten Zielkosten. Um vollständig wettbewerbsfähig zu werden, sind zusätzliche strukturelle Maßnahmen notwendig, einschließlich einer Anpassung der Personalkapazitäten. Diese Anpassungen sollen, wo immer möglich, sozialverträglich erfolgen. Ziel bleibt, Personalüberhänge vorrangig über natürliche Fluktuation, freiwillige Programme, Altersteilzeit, konzerninterne Vermittlungen, Transfergesellschaften sowie das Auslaufen befristeter Beschäftigungen abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen weiterhin vermieden werden, können aber angesichts des herausfordernden Marktumfelds nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Die Entscheidung zur Eigenfertigung ist ein wichtiger Baustein der laufenden Restrukturierung der Division E und Teil eines umfassenden Maßnahmenprogramms. Dieses verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz mit dem Ziel wirtschaftlicher Stabilität, wettbewerbsfähiger Produkte und Technologien sowie klarer Verantwortlichkeiten in der Organisation.