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Compliance wächst schneller als die Kapazitäten der IT-Teams

(PresseBox) (Wiesbaden, )
Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen wie viele Organisationen weltweit vor der Herausforderung, eine wachsende Zahl an IT- und Cybersecurity-Vorgaben zu erfüllen. Eine aktuelle, von Sophos in Auftrag gegebene internationale Studie zeigt, wie stark regulatorische Anforderungen inzwischen in den Arbeitsalltag eingreifen und welche Folgen das für IT- und Sicherheitsteams hat.

Für die Untersuchung wurden Anfang 2026 insgesamt 5.000 IT- und Cybersecurity-Verantwortliche aus 17 Ländern und unterschiedlichen Branchen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Compliance ist längst zu einer dauerhaften Managementaufgabe geworden, die erhebliche Ressourcen bindet und viele Organisationen an ihre Grenzen bringt.

Fünf Standards gleichzeitig und trotzdem selten Gewissheit

Im Median erfüllen Unternehmen aktuell fünf verschiedene Compliance-Standards gleichzeitig. Diese Bandbreite verdeutlicht, wie komplex die regulatorischen Anforderungen geworden sind.

Gleichzeitig fehlt vielen Organisationen die Sicherheit über den eigenen Status. 82 Prozent der Befragten geben an, besorgt zu sein, dass ihr Unternehmen nicht alle relevanten Vorgaben vollständig erfüllt. Fast ein Viertel äußert sogar große Bedenken. Nur 18 Prozent sehen sich auf der sicheren Seite.

Fast 40 Prozent der Arbeitszeit: Compliance verdrängt operative Sicherheit

Ein erheblicher Teil der verfügbaren Kapazitäten fließt in Compliance-Aufgaben. Im Schnitt wenden IT- und Cybersecurity-Teams 39 Prozent ihrer Arbeitszeit dafür auf. Dazu gehören unter anderem die Umsetzung von Anforderungen, interne Abstimmungen sowie die Dokumentation und Berichterstattung.

Dieser Aufwand fehlt an anderer Stelle. Die operative Sicherheitsarbeit gerät zunehmend unter Druck, weil Ressourcen gebunden sind.

Dynamische Anforderungen erschweren die Umsetzung

Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, mit den stetigen Veränderungen Schritt zu halten. 79 Prozent der Befragten empfinden es als herausfordernd, aktuelle Anforderungen zu verfolgen und umzusetzen. 19 Prozent beschreiben dies als sehr schwierig.

Die Vielzahl an Vorgaben führt zudem zu Überschneidungen: Ähnliche Anforderungen müssen mehrfach bearbeitet werden, was den Aufwand zusätzlich in die Höhe reibt.

Gleiche Pflichten, weniger Mittel: Kleinere Unternehmen besonders unter Druck

Vor allem kleinere Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Sie sehen sich häufig mit einer vergleichbaren Anzahl an Regelwerken konfrontiert wie größere Organisationen, verfügen jedoch über deutlich weniger personelle und fachliche Ressourcen.

Das erhöht den Druck und erschwert eine nachhaltige Umsetzung der Anforderungen.

Je nach Branche und Land ein anderes Regelwerk – die Fragmentierung ist real

Die am häufigsten genannten Regelwerke sind ISO 27001/2 (51,2 %), GDPR (40,4 %), CIS (29,7 %), NIST CSF (23,8 %), PCI DSS (23,1 %), HIPAA (21,7 %), DORA (19,8 %) und NIS2 (16,1 %). Ihre Bedeutung variiert jedoch deutlich je nach Branche und Region.

So geben 66 Prozent der Unternehmen im Bereich Transport und Logistik an, sich an ISO 27001/2 zu orientieren, während dieser Anteil im öffentlichen Sektor bei 38 Prozent liegt. Auch zwischen einzelnen Ländern zeigen sich klare Unterschiede: In Spanien streben 60 Prozent der Unternehmen eine Ausrichtung an ISO 27001/2 an, in Mexiko sind es 35 Prozent.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei NIST CSF. In den USA orientieren sich 30 Prozent der Organisationen an diesem Framework, in Australien hingegen nur 13 Prozent.

Für Unternehmen im DACH-Raum ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits prägen europäische Vorgaben wie GDPR, NIS2 und künftig DORA das regulatorische Umfeld. Andererseits orientieren sich international tätige Unternehmen häufig zusätzlich an global etablierten Frameworks wie ISO 27001 oder NIST.

Das erhöht die Komplexität in der Umsetzung erheblich, da unterschiedliche Anforderungen parallel berücksichtigt und miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Ein einheitlicher Ansatz ist in der Praxis selten ausreichend. Gefragt sind flexible, aufeinander abgestimmte Lösungen.

Wer nicht weiß, ob er compliant ist, hat ein Sicherheitsproblem

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die eingeschränkte Transparenz über den eigenen Compliance-Status. Viele Unternehmen gehen davon aus, die Anforderungen zu erfüllen, ohne dies sicher belegen zu können.

Diese Unsicherheit kann zu Lücken führen, die sowohl sicherheitsrelevant als auch betriebswirtschaftlich kritisch sind. Unentdeckte Schwachstellen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen und Datenverlusten.

Von der Pflichtübung zur Managementaufgabe

Die Ergebnisse zeigen, dass Compliance weit über eine formale Pflicht hinausgeht. Sie entwickelt sich zu einer kontinuierlichen Managementaufgabe, die eng mit der Sicherheitsstrategie eines Unternehmens verknüpft ist.

Angesichts weiter steigender Anforderungen prüfen viele Organisationen, wie sie ihre Prozesse effizienter gestalten können. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten, die zusätzliche Expertise und Entlastung bieten.

Weitere Einzelheiten beschreibt Sophos auf seinem Blog (in englischer Sprache): https://www.sophos.com/de-de/blog/is-compliance-complexity-outpacing-it-capacity

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