Die Umsatzerlöse steigen im ersten Halbjahr leicht auf 72,0 Mio. Euro, gestützt vor allem durch höhere Transfererlöse (+5,0 Mio. Euro). Belastend wirken dagegen geringere Einnahmen aus dem DFB-Pokal nach einem frühen Ausscheiden sowie rückläufige Merchandising-Umsätze. Gleichzeitig erhöhen sich die Aufwendungen für die betriebliche Leistung auf 77,7 Mio. Euro, insbesondere durch höhere Abschreibungen auf Lizenzspieler, gestiegene sonstige Kosten sowie Investitionen in Nachwuchs- und Frauenfußball. Insgesamt bleibt das operative Ergebnis mit -3,8 Mio. Euro nahezu stabil.
Die Liquiditätssituation verschlechtert sich hingegen deutlich, so sinkt der Finanzmittelfonds auf 11,8 Mio. Euro (Vorjahr: 46,6 Mio. Euro), unter anderem aufgrund negativer Cashflows aus operativer Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung. Das Eigenkapital beträgt 10,0 Mio. Euro bei einer Eigenkapitalquote von 10,8 %. Eine bestehende Kontokorrentlinie über 9,0 Mio. Euro sichert zusätzliche Flexibilität. Nach dem Bilanzstichtag wurde zudem eine zweite Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen, wodurch ein regionales Investorenkonsortium seinen Anteil auf 19,39 % ausgebaut hat.
Abstiegsgefahr an der Weser
Sportlich ist der Berichtszeitraum von Umbrüchen geprägt. Unter neuem Trainer, einer intensiven Transferphase und zahlreichen Verletzungen hat Werder zu Beginn der Saison verstärkt auf Nachwuchsspieler gesetzt. Zur Winterpause liegen die Norddeutschen mit 17 Punkte und Platz 10. Trotz durchwachsener Ergebnisse bewertet der Konzern die Entwicklung unter den Rahmenbedingungen insgesamt als stabil. Im weiteren Saisonverlauf hat sich die sportliche Lage allerdings verschlechtert, was zu einem erneuten Trainerwechsel geführt hat. Am Wochenende gelang gegen den direkten Mitkonkurrenten HSV im Nordderby ein wichtiger 3:1-Erfolg, wodurch Werder vier Spieltage vor Saisonende mit derzeit 31 Punkten fünf Punkte vor dem Abstiegs-Relegationsplatz rangiert. Ergänzend hat der Verein von der DFL die Lizenz für die Saison 2026/27 ohne Auflagen erhalten.
Insgesamt ziehen die Verantwortlichen ein gemischtes Fazit: Wirtschaftlich ein leicht verbessertes, aber weiterhin negatives Ergebnis bei sinkender Liquidität, sportlich eine zwischenzeitlich kritische, zuletzt aber stabilisierte Entwicklung im Kampf um den Klassenerhalt. Es bleibt spannend an der Weser.
ANLEIHE CHECK: Die im vergangenen Jahr aufgelegte Werder-Anleihe 2025/30 (ISIN: DE000A4DFGZ7) hat ein platziertes Volumen von 25 Mio. Euro und wird jährlich mit 5,75% p.a. verzinst. Die Anleihe notiert seit Auflage stets über par, aktuell bei 102,6% an der Börse Frankfurt (Stand: 21.04.2026). Im Zuge der Neuemission wurde die alte Werder-Anleihe 2021/26 im Sommer letzten Jahres vorzeitig zurückgezahlt.
Hier finden Sie den Original-Artikel: Werder Bremen mit deutlichem Verlust im ersten Halbjahr 2025/26