„Ziel der Entwicklung des Prüfprogramms ist es, geeignete Prüfstoffe und Dosiermethoden zu identifizieren, um Mikroplastik im Niederschlagswasserabfluss unter praxisnahen Bedingungen darzustellen und die Leistungsfähigkeit von Behandlungsanlagen belastbar zu bewerten“, erklärt Daniela Schmitz M.Sc., Bereichsleiterin Prüfbereich Siedlungsentwässerung, der PIA GmbH, Aachen.
Als Grundlage diente das etablierte DIBt-Prüfverfahren für Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. In diesem Verfahren wird standardmäßig der mineralische Prüfstoff Millisil W4 eingesetzt, der zwar feine Korngrößen bis in den Mikrometerbereich abbildet, aufgrund seiner vergleichsweisen hohen Dichte jedoch nur eingeschränkt das Verhalten von Mikroplastik repräsentiert. Das am PIA entwickelte Prüfkonzept erweitert diesen Ansatz gezielt um realitätsnähere Prüfstoffe wie Fasern, Pellets und Reifenabrieb mit Partikeldurchmessern bis zu wenigen Mikrometern. Die Prüfungen wurden in mehreren Stufen mit steigenden hydraulischen Belastungen durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine definierte Dosierung der verschiedenen Mikroplastikfraktionen, um sowohl den Rückhalt als auch mögliche Austräge unter hohen Abflussintensitäten zu untersuchen. Damit konnte das komplexe Verhalten von Mikroplastik im Niederschlagswasser als Gemisch aus schwimmenden, schwebenden und sedimentierbaren Partikeln realitätsnah nachgebildet werden.
Zur Validierung des Prüfprogramms wurde mit dem ACO Stormclean eine auf Filtersubstrat basierte Anlage untersucht, für die bereits belastbare Ergebnisse zum Partikelrückhalt im Zuge der DIBt-Zulassung vorlagen. Dadurch konnte eine fundierte Einordnung der Ergebnisse erfolgen.
„Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere feine Mikroplastikfraktionen wie Reifenabrieb durch geeignete Filtrationsverfahren effizient zurückgehalten werden können. Damit wird deutlich, welche zentrale Rolle solche Verfahren künftig im Regenwassermanagement einnehmen müssen, wenn wir als Gesellschaft unserem Anspruch an saubere Gewässer gerecht werden wollen“, so Moritz Gesterding, Geschäftsfeldleiter Abscheider & Pumpstation, ACO GmbH.
Der ACO Stormclean zeigte über den gesamten Prüfverlauf hinweg eine stabile und hohe Reinigungsleistung. Auch unter hohen hydraulischen Belastungen wurde ein Rückhalt von über 99 Prozent Gesamtrückhalt der eingesetzten Mikroplastikfraktionen erreicht. Die Ergebnisse bestätigen insbesondere die Wirksamkeit des eingesetzten Filtersubstrats zur gezielten Entfernung feiner und partikelgebundener Schadstoffe wie sie typischerweise im Straßenabfluss vorkommen
Auf der IFAT 2026 in München übergaben Daniela Schmitz, M.Sc., Bereichsleiterin Prüfbereich Siedlungsentwässerung und Dipl.‑Ing. Markus Joswig, Geschäftsführer, der PIA Prüfinstitut für Abwassertechnik GmbH, Aachen, das Prüfzeugnis an ACO. Bescheinigt wurde der Mikroplastikrückhalt der DIBt-zugelassenen Niederschlagswasserbehandlungsanlage ACO Stormclean mit einem Wirkungsgrad von über 99 Prozent. Für ACO markiert die Auszeichnung einen weiteren Schritt seine Produkte nach den bestmöglichen Kriterien zu prüfen und unterstreicht den Anspruch an ein verantwortungsbewusstes, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Regenwassermanagement.
Die PIA GmbH ist ein vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) anerkanntes, unabhängiges Prüflabor mit Sitz in Aachen. Als Prüfinstitut des Prüf‑ und Entwicklungsinstituts für Abwassertechnik an der RWTH Aachen e. V. führt es Untersuchungen nach anerkannten wissenschaftlichen Standards und unter praxisnahen Bedingungen durch. Die Prüfzeugnisse der PIA GmbH stehen für hohe Aussagekraft, technische Belastbarkeit sowie Relevanz für Genehmigungs‑ und Planungsprozesse.