Unter den sieben Besten ist auch eine Frau

Deutsche Meisterschaften im Elektrohandwerk

(PresseBox) ( Frankfurt am Main, )
Jedes Jahr im November findet in Oldenburg der Bundesleistungswettbewerb des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) statt. Auch dieses Jahr wurden am 16. November wieder die bundesweit Besten aus sieben Ausbildungsrichtungen unter den Landessiegern aus 16 Bundesländern ermittelt. Diesmal holte sich auch eine Teilnehmerin eine der begehrten Goldmedaillen.

Insgesamt 50 Teilnehmer, darunter drei weibliche Gesellinnen, verzeichnete der 68. Bundesleistungswettbewerb (BLW) des ZVEH, der in diesem Jahr am 15. und 16. November in Oldenburg stattfand. Bei dem Leistungswettbewerb werden jedes Jahr zwei Tage lang in Theorie und Praxis die Besten der Besten in sieben elektrotechnischen Ausbildungsgängen – Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik, Systemelektroniker/-in, Elektroniker/-in Fachrichtung Automatisierungstechnik, Elektroniker/-in Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik, Informationselektroniker/-in Geräte- und Systemtechnik sowie Informationselektroniker/-in Schwerpunkt Bürosystemtechnik – aus den nach Oldenburg entsendeten Landessiegern ermittelt. Um an dem Bundeswettbewerb teilnehmen zu können, müssen die Teilnehmer beste Auszubildende beziehungsweise bester Auszubildender ihres Bundeslandes sein und beim Bestehen der Gesellenprüfung die Mindestpunktzahl für die Note „Gut“ (mind. 81 Punkte) erreicht haben.

Sieben Gewinnerinnen und Gewinner

Bei den diesjährigen Meisterschaften wurden folgende Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Goldmedaille ausgezeichnet:


Sophie Freermann (21), Systemelektronikerin, Nordrhein-Westfalen
Tjark Frölje (21), Informationselektroniker Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik, Niedersachsen
Dominik Hager (24), Elektroniker für Maschinen und Antriebtechnik, Sachsen
Lars Lüttmer-Strathmann (21), Elektroniker Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik, Niedersachsen
Alexander Pamler (21), Elektroniker Fachrichtung Automatisierungstechnik, Bayern
Marius Spieß (21), Informationselektroniker Schwerpunkt Bürosystemtechnik, Rheinland-Pfalz
Jens Weller (19), Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Baden-Württemberg


E-Handwerke in Sachen Nachwuchs gut gerüstet

In seiner Laudatio beglückwünschte ZVEH-Präsident Lothar Hellmann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und lobte das Engagement des elektrohandwerklichen Nachwuchses: „Die Mehrzahl der Auszubildenden von heute ist qualifiziert, lernwillig und bestens für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet. Wir können stolz auf sie sein!“ Gleichzeitig verwies er darauf, dass die hohe Zahl der Auszubildenden in den Elektrohandwerken ein Indiz für die Attraktivität dieser Branche sei. Grund zu Optimismus, so Hellmann, gäbe auch die Herbst-Konjunkturumfrage des ZVEH. Diese hatte neben einer generell guten Stimmung ergeben, dass ein Drittel der Befragten künftig zusätzliche Mitarbeiter einstellen will. „Um wachsen zu können, braucht es jedoch qualifiziertes Personal“, betonte der ZVEH-Präsident und schlug so wieder den Bogen zum Bundesleistungswettbewerb. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, einen kurzen Ausblick auf die Zukunft zu geben, indem er die Besucher in der Weser-Ems-Halle – Auszubildende, deren Eltern, Ausbildungsbetriebe, der Bewertungsausschuss, BLW-Investoren, Schirmherr und Vertreter des ZVEH sowie der Landesverbände – über die geplante Neuordnung der Ausbildungsberufe und die Einführung des neuen Berufs „Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration“ informierte: „Konnektivität und Interoperabilität, also das Harmonisieren und Vernetzen von Systemen, gewinnen ebenso an Bedeutung wie der Umgang mit und die Analyse von Daten. Unser Beruf verändert sich. Mit der Neuordnung unserer Ausbildungsberufe sind wir jedoch bestens für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.“

Grußworte des Schirmherrn und des Präsidenten der Handwerkskammer

Im Verlauf des von BFE-Direktor Thorsten Janßen moderierten, äußerst kurzweiligen, Festabends bedankte sich Lothar Hellmann bei den 40 Investoren, die den BLW finanziell oder in Form von Sachleistungen unterstützen und ohne die ein Wettbewerb dieser Größenordnung nicht realisierbar wäre. Ein besonderer Dank galt zudem dem diesjährigen Schirmherrn der Veranstaltung, Andreas Müller, Geschäftsführer der Doepke Schaltgeräte GmbH aus Norden. Er ließ in seiner Rede kurz den eigenen Karriereweg Revue passieren und prophezeite den BLW-Absolventen glänzende Zukunftsaussichten: „Die Chancen im Elektrohandwerk sind, nicht zuletzt aufgrund der Energiewende, so groß wie nie zuvor. Hier herrscht Vollbeschäftigung. Jeder kann sich seinen Beruf aussuchen. Kurz: Im ‚E‘ liegt die Zukunft!“ Müllers Appell, Chancen zu nutzen, schloss sich Eckhard Stein, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, an. Er war gekommen, um den Teilnehmern im Namen der Handwerkskammer zu gratulieren und seiner Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass sich möglichst viele von ihnen für eine Meisterausbildung entscheiden, beziehungsweise den Wettbewerb zu einem späteren Zeitpunkt ihrer Karriere als Prüfer unterstützen.

Zwei Frauen mit Medaillen ausgezeichnet

Bei den folgenden Ehrungen wurden zunächst die jeweils drei Besten pro Ausbildungsberuf auf die Bühne gerufen und von Lothar Hellmann sowie dem für das Thema Berufsbildung zuständigen ZVEH-Vizepräsidenten Hans Auracher beglückwünscht. Dann fanden sich, getrennt nach Ausbildungsberuf, alle anderen auf dem Podium ein, bevor am Ende alle Teilnehmer Aufstellung für ein Gruppenbild nahmen. Erfreulich: Mit Sophie Freermann (Systemelektronikerin) ging eine der Goldmedaillen an eine Teilnehmerin. Meike Pätz holte sich im Bereich „Informationselektroniker/-in Schwerpunkt Bürosystemtechnik“ den dritten Platz.

Unterstützung für den weiteren Berufsweg

Bei den Deutschen Meisterschaften mitzumachen, lohnt nicht allein der Auszeichnungen und Preise wegen: Der Wettbewerb eröffnet den Teilnehmern auch sehr gute Weiterbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. So erhielten alle Erstplatzierten einen für Weiterbildungsmaßnahmen nutzbaren Gutschein des ZVEH über 1.000 Euro sowie einen weiteren Gutschein des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik e. V. (BFE) in Höhe von 500 Euro, der im Rahmen einer Meisterausbildung eingelöst werden kann. Darüber hinaus konnten sich die Goldmedaillen-Gewinner über ein Jahresabo für die Fachzeitschrift „de – das elektrohandwerk“ beziehungsweise „ema – elektrische Maschinen“ freuen. Andreas Müller lud die Erstplatzierten dazu ein, ein Wochenende an der Nordsee zu verbringen und hatte dafür die entsprechenden Hotelgutscheine mitgebracht. Und last but not least werden alle Goldmedaillen-Gewinner bei dem großen Ehrungsreigen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) auf der Bühne stehen, wenn der handwerkliche Dachverband am 13. Dezember 2019 in Wiesbaden die bundesweit Besten aus verschiedenen Handwerken kürt.

Die Zweitplatzierten zeichnete der ZVEH mit einem Weiterbildungsgutschein in Höhe von 800 Euro aus, die Bronzemedaillen-Gewinner mit einem Gutschein in Höhe von 600 Euro. Alle 50 Teilnehmer erhielten zudem ein Jahresabo für die Fachzeitschrift „Elektropraktiker“.

Einladung nach Wien und zu den „EuroSkills“

Auf Jens Weller, als Sieger im Bereich „Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik“, warteten noch zwei besondere Highlights: Er erhielt zum einen den Sonderpreis der Firma Data Design System GmbH (DDS), eine Planungssoftware im Wert von 3.500 Euro, sowie den Sonderpreis der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (DKE). Dieser besteht aus einer Reise nach Wien, wo Weller gemeinsam mit Experten Normungsthemen diskutieren kann. Gleichzeitig ist er als Bester seiner Fachrichtung eingeladen, 2020 in Graz bei den „EuroSkills“, der Europameisterschaft der Berufe, anzutreten und sein Können zu beweisen. Tjark Frölje, als Jahrgangsbester nach Punkten, konnte für seine Leistung ebenfalls einen Sonderpreis mit nach Hause nehmen: ein von der Firma Doepke gesponsertes E-Bike.

„Die Deutschen Meisterschaften im E-Handwerk beweisen Jahr für Jahr wieder: Um den Nachwuchs muss es uns nicht bang sein. Die Elektrohandwerke sind, was Leistung und Engagement der jungen Menschen angeht, hervorragend aufgestellt. Diejenigen, die hier teilnehmen, können und wollen etwas erreichen, und sie haben das Rüstzeug dafür“, so Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des ZVEH: „Ganz besonders freut uns, dass wir diesmal drei weibliche Teilnehmerinnen begrüßen durften. Dass zwei davon mit Medaillen ausgezeichnet wurden, zeigt: Die E-Handwerke sind längst keine rein männliche Domäne mehr und auch für Frauen attraktiv.“
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