Wirtschaftsminister Ernst Pfister will die Zahl der Neugründungen von Genossenschaften in 2010 nachhaltig erhöhen

"Über die Gründung einer Genossenschaft rückt der langfristige und nachhaltige Erfolg ihrer Mitglieder in den Mittelpunkt" / "Landesweite Informationskampagne startet am 25. Januar in Mannheim"

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister will im Jahr 2010 die Zahl der Neugründungen von Genossenschaften im Südwesten nachhaltig erhöhen: "Nicht zuletzt die tiefe Wirtschaftskrise, die wir gerade zu überwinden beginnen, hat die Bedeutung von Unternehmenskonzepten wieder deutlich gemacht, die sich an regionalen Bezugsgrößen und dem Wohlergehen Vieler orientieren, anstatt nur auf schnelles Wachstum und maximale Renditen zu schielen. Die Genossenschaften haben schon immer den langfristigen, den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg ihrer Mitglieder in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit gerückt. Und die Rechtsform der Genossenschaft bietet vor allem für Kooperationen von mittelständischen Unternehmen wesentliche Vorteile. Sie ermöglicht es, die Größenvorteile eines Verbundes zu nutzen und gleichzeitig die unternehmerische Selbständigkeit zu bewahren."

Vorteile ergeben sich nach Pfisters Worten nicht nur für den gemeinsamen Einkauf oder die gemeinsame Produktvermarktung. Vielmehr eigne sich die Genossenschaft grundsätzlich für alle Teile der Wertschöpfungskette, also zum Beispiel auch für die Produktion oder für Forschung und Entwicklung. Wie eine Art virtueller Konzern könnten die kooperierenden Unternehmen gemeinsam Aufträge annehmen, die für den Einzelnen viel zu groß oder zu komplex wären, und sich gleichzeitig auf ihre besonderen Stärken spezialisieren.

In diesem Zusammenhang verwies Pfister auf die gemeinsame Genossenschaftsinitiative des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg und des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. "Ziel der Initiative ist es, die Kooperation - vor allem von Unternehmen, aber auch von Bürgern - in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft zu unterstützen. Dazu gibt es neue Förderleistungen für junge Genossenschaften ab 2010."

Pfister: "Es lohnt sich also, auf die Genossenschaft als eine für den Mittelstand interessante Rechtsform aufmerksam zu machen. Mit unserer Initiative wollen wir die Zahl der Neugründungen von Genossenschaften in Baden-Württemberg nachhaltig erhöhen und gleichzeitig junge Genossenschaften wirtschaftlich festigen. Als Wirtschaftsminister verfolge ich damit das Ziel, den Mittelstand im Land insgesamt zu stärken."

Die Informationskampagne 2010 Mit einer Informationskampagne in ganz Baden-Württemberg wollen Genossenschaftsverband und Wirtschaftsministerium die Genossenschaftsinitiative in die Breite tragen und zusätzliches Interesse an der "eingetragenen Genossenschaft" wecken. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Unternehmer, die sich mit den Chancen einer Kooperation vertraut machen wollen, an Betriebsberater in Handwerk, Industrie und Handel, an Steuerberater und andere freiberufliche Unternehmensberater, an Firmenkundenberater und an die Hochschulen.

Zur Auftaktveranstaltung am Montag, 25. Januar, in Mannheim kommen Wirtschaftsminister Ernst Pfister und der oberste Wirtschaftsweise Prof. Dr. Wolfgang Franz, Mannheim. Weitere Veranstaltungen zur Genossenschaftsinitiative finden am Mittwoch, 3. Februar in Heilbronn, am Dienstag, 2. März, in Stuttgart, am Mittwoch, 14. April, in Weingarten, am Mittwoch, 5. Mai, in Ulm und am Montag, 14. Juni, in Freiburg statt.

Junge Genossenschaften aus Baden-Württemberg versorgen die Automatisierungsindustrie auf dem ganzen Planeten mit Software, sie vertreiben gemeinsam Reisen im Internet oder sie bringen selbstständige Grafikdesigner und Multimedia-Spezialisten zu einem Team zusammen, das die Angebotspalette einer großen Agentur abdeckt. Vertreter junger Genossenschaften stellen vor allem die Chance heraus, gemeinsam etwas zu bewegen. Sie loben, dass Eintritte und Austritte sehr unkompliziert sind, zum Nominalwert und ohne Notar.

Die eG (eingetragene Genossenschaft) kann drei Unternehmer zusammenführen, aber auch Hunderte von Menschen in einer Kommune, die gemeinschaftlich Solaranlagen installieren oder ihren Dorfladen wiederbeleben wollen. Immer heißt der genossenschaftliche Grundgedanke: "Wir bündeln unsere Kräfte, um gemeinsam etwas zu bewegen, als Hilfe zur Selbsthilfe, um selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen." Dabei ist die Willensbildung demokratisch wie bei keiner anderen Rechtsform. Jedes Mitglied hat die gleichen Rechte, unabhängig von seiner Größe. Hinzu kommt noch ein Weiteres: bei der Genossenschaft ist die Aufnahme neuer Mitglieder - wie auch der Austritt - grundsätzlich jederzeit und relativ problemlos möglich.Die Genossenschaft ist aber auch eine besonders stabile Unternehmensform, was sich unter anderem darin zeigt, dass nach der amtlichen Insolvenzstatistik eingetragene Genossenschaften nur sehr selten in die Insolvenz gehen.

Ab 2010 fördern der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg neue Genossenschaften umfassend - in der Gründungsphase und in der Startphase. Dies kündigten Wirtschaftsminister Ernst Pfister und BWGV-Präsident Gerhard Roßwog unlängst an.

So begleiten und beraten Betriebswirte, Steuerberater und Juristen des Genossenschaftsverbandes Gründungswillige von der ersten Idee bis zur Gründungsprüfung. Für die Gründungsprüfung und beratung wird ab 2010 vom BWGV nur noch eine Pauschale in Höhe von 1.500 Euro (zzgl. MwSt.) erhoben. Diese wird vom Wirtschaftsministerium durch einen Zuschuss über den BWGV um 750 Euro verbilligt. Auch in der dreijährigen Startphase gibt es für die jungen Genossenschaften kostenlose oder verbilligte Beratungs- und Prüfungsleistungen. Nahversorgungsgenossenschaften wie Dorfläden, die die örtliche Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs gerade im ländlichen Raum sicherstellen, erhalten sogar fünf Jahre lang Unterstützung bei den Kosten der Prüfungen. "Wir wollen damit jungen und neuen Selbsthilfeinitiativen von Verbrauchern, die mit ihren kleinflächigen Läden meist nur niedrige Umsätze erzielen können, helfen, im Markt Fuß zu fassen", begründet dies Pfister.

Einen Überblick über die Förderleistungen gibt es im Internet unter www.bwgv-info.de und in der Broschüre "Zukunft durch Kooperation", die Wirtschaftsministerium und Genossenschaftsverband zu der Genossenschaftsinitiative herausgeben.
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