Bayerische Zeitungsverleger tagen in Berlin

Scherer fordert Verabschiedung der EU-Urheberrechtsreform und Sicherung der Zeitungszustellung

(PresseBox) ( München, )
Mit einem klaren „Ja“ bekräftigten die bayerischen Zeitungsverleger heute ihre Forde- rung, dieEuropäische Urheberrechtsreform zügig zu verabschieden. Anlässlich des Bayerischen Verlegerabends in Berlin, bei dem Ministerpräsident Markus Söder die Festrede hielt, betonte der VBZV-Vorsitzende Andreas Scherer, die Richtlinie schaffe endlich ein zeitgemäßes Urheberrecht für die digitale Medienwelt. Vor über 100 geladenen Gästen sagte Scherer in der Bayerischen Vertretung, erstdann könne man mit den großenPlattformen, die die digitalen Inhalte der Verlage für ihre eigenen Geschäftsmodelle nutzen, auf Augenhöhe verhandeln.

Damit würde Europa erst mals ein klares Signal in das Silicon Valley senden.Scherer wörtlich:„Unser Content ist wertvoll und nicht zum Nulltarif zu haben. Wer ihn nutzen will, muss uns fragen und im Zweifel dafür bezahlen.“Auch für die Wertschätzung journalistischer Arbeit im digitalen Zeitalter sei die Copyright-Reform von unschätzbarem Wert. Eindringlich appellierte er, die Reform nun zu verabschieden und sich nicht von der aufgeheizten Stimmung, die von interessierter Seite gegen die Reform geschürt werde, beeinflussen zu lassen. Das EU-Parlament entscheidet nächste Woche.

Zugleich wies Scherer auf die dramatisch zunehmende Kostenlast der Branche im Be- reich der Zeitungszustellung hin. Bei sinkenden Printauflagen werde die Zustellung pro Exemplar immer teurer. Gleichzeitig seien die Kosten durch die Ausgestaltung des Mindestlohns für die Branche extrem gestiegen. Hinzu kämen die gerade zu grotesken Bürokratiekosten, vor allem durch die ausufernden Dokumentationspflichten für die rund 20.000 Zusteller in Bayern.

Das gefährde die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Informationen. Gerade die gedruckte Zeitung sei gesellschaftlich höchst relevant und für unsere Demokratie unverzichtbar. „Eine Zeitung“, so Scherer, „leistet für unsere Ge- sellschaft nicht weniger als eine Straße oder ein Glasfaserkabel.“ Die Politik müsse daher über eine Infrastrukturförderung nachdenken, wie es sie für die gesellschaftlich relevan- ten öffentlichen Verkehrsnetze oder den Breitbandausbau längst gebe. Eine solche Infrastrukturförderung könne wesentlich dazu beitragen, die Zukunft der Zeitung sicherzustellen. In anderen EU-Staaten habe man mit einer solchen Förderung bereits gute Erfahrungen gemacht.

Am Nachmittag hatten sich die bayerischen Verleger im Rahmen ihrer jährlichen Mitglie- derversammlung über die neue Login Allianz netID informiert. Sven Bornemann, CEO von netID, zeigte die Möglichkeiten und Chancen der neuen Datenallianz auf. Bei den tur- nusmäßigen Wahlen wurden die Verbandsvorsitzenden Andreas Scherer aus Augsburg und Dr. Laurent Fischer aus Bayreuth für weitere zwei Jahre in ihrem Amt bestätigt. Auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Martin Balle (Straubinger Tagblatt / Landshu-ter Zeitung / Abendzeitung München), Oliver Döser (Oberbayerisches Volksblatt, Rosen- heim), Ulrich Eymann (Main-Echo, Aschaffenburg), Stefan Hilscher (Süddeutsche Zeitung, München), Guido Mehl (Fränkische Landeszeitung, Ansbach), Daniel Schöningh (Münch- ner Merkur / tz), Walter Schweinsberg (Mediengruppe Oberfranken, Bamberg) und Viola Vogelsang-Reichl (Der Neue Tag, Weiden) wurden wiedergewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Martin Wunnike (Mittelbayerische Zeitung, Regensburg). Als Rechnungsprüfer wurde Walter Schweinsberg wiedergewählt, als weiterer Rechnungsprüfer wurde Guido Mehl gewählt, der auf den erkrankten Toni Schnell (Nürnberger Nachrichten) folgt.

 

 
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