Mehr Spaß an Mathe durch interaktives E-Learning

Saarbrücker Informatiker präsentieren auf der CeBIT 2006 zukunftsweisende Online-Lernumgebung und Mathekurse für Schule und Hochschule.

(PresseBox) ( Saarbrücken, )
Wer Mathe-Aufgaben nicht versteht, hätte gern einen Tutor, der mit Rat und Lob zur Seite steht. Neue E-Learning-Systeme bieten dies auf virtuelle Weise: Der Lernende kann Übungsaufgaben am Computer selbständig bearbeiten, erhält Vorschläge für zu vertiefende Inhalte und wird bei richtigem Vorgehen gelobt und ermuntert. Das System passt sich zudem seinem Benutzer an und bietet die für ihn geeigneten Inhalte und Übungen in einem jeweils angemessenen Lerntempo an. Auf der CeBIT 2006 in Hannover (9. bis 15. März 2006) präsentieren die Universität des Saarlandes und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) dieses neue interaktive und adaptive E-Learning-System mit seinen diversen Tools. Es wurde im Rahmen des LeActiveMath-Projekts der Europäischen Union gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie entwickelt. Das Projekt ist am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) vertreten.

LeActiveMath ist eine web-basierte Lernumgebung, die derzeit vor allem für
Mathematik- und Informatikinhalte eingesetzt wird, aber auch für andere Themen angewendet werden kann. Das System ist in der Lage, sich auf die Ziele, die Arbeitsweise und den Wissensstand des Lernenden einzustellen.
Die individuellen Anforderungen werden in einem Benutzermodell festgehalten und ständig aktualisiert. LeActiveMath schlägt dann selbstständig neue, zu wiederholende und zu vertiefende Inhalte mit vielen Beispielen und Übungsaufgaben vor. Dabei stellt sich das Lernprogramm auf den Benutzer und dessen Lernziele ein: Ein Lerner der sich auf eine Klausur vorbereiten will, wird anders behandelt als ein Nutzer der tiefgehende Information über ein Gebiet erhalten möchte. Ein Lernender, dessen Kenntnisse eines benötigten Begriffs noch ungenügend sind, erhält die Gelegenheit, diese zu vertiefen und zu üben, während einer, der schon mehr weiß, schwierigere Aufgaben angeboten bekommt oder zum nächsten Thema übergehen darf. Damit das Lernen möglichst motivierend ist, werden auch die Interessensgebiete des Nutzers bei der Wahl der Beispiele und Übungsaufgaben berücksichtigt.

Die Inhalte des Lernsystems sind in einer semantischen XML-Sprache abgelegt und mit Metadaten versehen, also mit Angaben etwa zu den Autoren, Schwierigkeitsgrad, geübte Kompetenzen sowie dem Bezug zu anderen Lernobjekten. Die Lerninhalte können dadurch in vielfältiger Weise dargestellt und auch in anderen Zusammenhängen - zum Beispiel für andere Vorlesungen oder zur Prüfungsvorbereitung - wieder verwendet werden.
Außerdem können Themen und Begriffe semantisch gesucht werden, so dass der Lernende sich das mathematische Wissen und seine vielfältigen Beziehungen ganzheitlich erschließen kann. LeActiveMath soll künftig unter anderem für so genannte Brückenkurse für Studienanfänger eingesetzt werden. In Brückenkursen werden vor dem Studium zum Beispiel Mathematik-Kenntnisse vermittelt, die sich künftige Studierende der Informatik, Ingenieurwissenschaften oder Betriebswirtschaft in der Schule nicht oder nicht ausgerichtet auf die Probleme ihrer Studienrichtung erarbeiten konnten.

LeActiveMath wurde im Jahr 2004, gemessen an einer sehr starken Konkurrenz, von der Europäischen Union im sechsten Forschungsrahmenprogramm als besonders förderungswürdig eingestuft. An der Entwicklung des neuartigen tutoriellen Lernsystems sind neben der Universität des Saarlandes und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auch die Universitäten von Edinburgh, Glasgow (beide Großbritannien), Malaga (Spanien) und München (LMU) sowie der Ernst Klett Verlag beteiligt. Die wissenschaftliche Projektleitung liegt bei Dr.
Erica Melis am DFKI. Zur Zeit wird das System an Schulen und Hochschulen in mehreren europäischen Ländern erprobt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
http://www.leactivemath.org/
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