Internationale Konferenz zum Zukunftsthema Epigenetik unter Saarbrücker Leitung

vom 11. bis 12. Juli 2008 in Berlin

(PresseBox) ( Saarbrücken, )
Die Prozesse, mit denen Zellen genau den für ihre Entwicklung relevanten genetischen Code im Organismus aktivieren und wie darauf Einfluss genommen werden kann, untersucht die Epigenetik. Dieser noch relativ jungen Wissenschaft, mit der sich große Hoffnungen von Medizin und Agrarwissenschaft verbinden, ist unter maßgeblicher Saarbrücker Beteiligung seit 2002 ein Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewidmet. Zur Präsentation und Erörterung der zentralen Ergebnisse lädt der Koordinator des Programms, der Saarbrücker Genetiker Prof. Dr. Jörn Walter, vom 11. bis 12. Juli zu einer hochkarätig besetzten internationalen Konferenz nach Berlin ein. Unmittelbar im Anschluss vom 12. bis 17. Juli findet dort der Weltkongress für Genetik statt.

Das Schwerpunktprogramm SPP1129 "Epigenetics" der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird seine Abschlusskonferenz an der Charité in Berlin abhalten. Nach vier jährlichen internationalen Konferenzen im Saarland findet die Abschlussveranstaltung des Schwerpunktprogramms in Berlin statt - im Vorfeld zum Weltkongress für Genetik im ICC (12.-17.07.08). Den Abschluss dieses sehr erfolgreichen SPP1129 Programms werden die beteiligten Forscher und Gäste im Anschluss an die Konferenz am Samstag in der Saarländischen Landesvertretung beim Bund in Berlin feierlich begehen. In dem seit 2002 laufenden Forschungsprogramm wurden 18 Forschergruppen in Deutschland mit einer Gesamt-Fördersumme von ca. 15 Millionen Euro unterstützt. Die Universität des Saarlandes (UdS) war mit zwei Arbeitsgruppen wesentlich an dem Programm beteiligt und Professor Walter koordinierte das Programm von der UdS aus. Die zweitägige internationale Konferenz wird 170 Wissenschaftler aus Deutschland, Europa, Asien und den USA zusammenbringen, um neueste Erkenntnisse der Epigenetik vorzustellen und zu diskutieren.

Die Epigenetik ist ein stark aufstrebendes Forschungsgebiet mit breiter Bedeutung für die Medizin und für die Agrarforschung. Im DFG Schwerpunktprogramm SPP1129 "Epigenetics" sind Forscher vereint, die an tierischen und pflanzlichen Modellsystemen sowie am Menschen die Auswirkungen epigenetischer Regulation auf Entwicklung und die Entstehung von Krankheiten erforschen.

Im Zentrum der epigenetischen Forschung geht es um die Frage, wie die Zelle das korrekte Ablesen von Genen im Verlauf der Entwicklung bewerkstelligt. In jeder Zelle unseres Körpers ist lediglich ein Teil der gesamten 30 000 Gene aktiv - nur so erfüllen die Zellen ihre richtige Funktion. Wie schafft es aber jede Zelle, genau dieses Gen-Repertoire zu aktivieren? Wie können solche zusätzlichen Gen-Programme immer wieder aufs neue etabliert und vererbt aber auch verändert werden? Diese Frage des "Gen-Gedächtnisses" beschäftigt die Epigenetiker.

Als Schalter dieses epigenetischen Gen-Gedächtnisses fungieren winzige biochemische Veränderungen, die entweder direkt an der Erbsubstanz angebracht werden oder an speziellen Eiweißen, die für die Verpackung der Gene sorgen. Wie und mit welcher Dynamik solche Verschlüsselungen erfolgen, ist Inhalt der wissenschaftlichen Tagung.

Das Schwerpunktprogramm 1129 hat über sechs Jahre lang dazu beigetragen, ein eng miteinander verwobenes Netzwerk exzellenter Wissenschaftler in Deutschland zu etablieren und hat damit die Basis für neue Forschungs-Initiativen geschaffen, in denen die Epigenetik jetzt auf breiterer biomedizinischer Basis erforscht wird. So wurde in diesem Jahr ein neues Schwerpunktprogramm SPP1356 der DFG zum Thema "Pluripotenz und Reprogrammierung" eingerichtet (2008-2014), in dem sich Epigenetik-Forscher gemeinsam mit Stammzellforschern grundlegenden Fragen der Stammzell-Programme und der Stammzellgewinnung widmen werden.
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