Datenschutz an schleswig-holsteinischen Schulen ist verbesserungsbedürftig

(PresseBox) ( Kiel, )
Datenschutz an Schulen - dabei geht es nicht mehr nur darum, dass einzelne Schulnoten über die Zeugniskonferenz an unberechtigte Dritte gelangen. Die Schulen sind inzwischen informationstechnisch gut ausgestattete Verwaltungseinheiten, in denen wichtige und teilweise sensible Daten von Kindern, Eltern, Lehrkräften und Dritten erhoben, gesammelt und weitergegeben werden - vom Ende der Kindertagesstättenzeit bis zum Beginn des Arbeitslebens. Während der Schulzeit gehen Daten an Sozialarbeiter und Psychologen, möglicherweise an die Polizei, das Jugendamt und andere Behörden. Innerhalb der Schulverwaltungen werden Daten ausgetauscht. Und inzwischen haben nicht nur Internet-Zugänge, sondern vielfältige Social Media-Anwendungen in den Schulalltag und den Unterricht Einzug gehalten.

Eine besondere Datenschutzdimension hat die Schule als Lernfeld für die Schülerinnen und Schüler beim Umgang mit ihren Freiheiten, mit nötigen Kontrollen sowie im Umgang mit moderner Informationstechnik.

Dies sind Gründe genug, sich intensiv um den Datenschutz an Schulen zu kümmern. Dies tut das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen und Personen seit Jahren, u.a. auch durch viele Unterrichtsbesuche und Schulungen für Schulverwaltungen und Lehrkräfte. Nachdem klärungsbedürftige Fragen insbesondere beim Einsatz von Social Media immer mehr überhand nahmen, wandte sich das ULD im Februar 2011 an das zuständige Bildungsministerium mit einer ausführlichen Problemskizze und mit detaillierten Lösungsvorschlägen. Seitdem hat sich wenig getan. Eine offizielle umfassende Reaktion erhielt das ULD nicht. Dies veranlasst das ULD jetzt eine fortgeschriebene Skizze zu veröffentlichen.

ULD-Leiter Thilo Weichert: "Für manche Schulleitung ist der Einsatz von Informationstechnik in ihrer Schule ein Tanz auf dem Vulkan: Schüler können sich oftmals Zugriff auf die Daten in den Schulrechnern verschaffen und werden sogar als Administratoren für diese Rechner eingesetzt. Schüler dringen in diese Rechner ein. Schulen stellen Internetzugänge bereit, ohne diese hinreichend abzusichern und zu kontrollieren bzw. kontrollieren zu können. Selbst der unzulässige Betrieb einer Facebook-Fanpage ist im Schulbereich nicht tabu - und zugleich ein pädagogisch katastrophales Vorbild für die Kinder und Jugendlichen. Facebook legt alles darauf an, nicht nur den Kindern, sondern auch den Schulleitungen den Kopf zu verdrehen. Hier sollte das Ministerium dringend ordnend tätig werden. Das ULD steht dabei gerne zur Seite. Wir wissen, dass neue Medien für Schüler, Lehrkräfte wie Schulverwaltungen hilfreiche Kommunikationsmittel sein können. Dies darf aber nicht zu deren gedankenlosen Einsatz führen. Mit unserer Problem- und Lösungsskizze verbinden wir die Hoffnung, dass in der kommenden Legislaturperiode ein Ruck beim Datenschutz durch die Schulen geht."

Die Skizze "Personenbezogene Datenverarbeitung der Schulen" finden Sie unter
https://www.datenschutzzentrum.de/schule/20120417-strategiepapier-schulen.html
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