Ad Blocking und Anti-Tracking-Tools: Smarte Wege aus dem Blocking-Dilemma

Gastbeitrag Jens Rode, CEO Tellja

(PresseBox) ( Frankfurt am Main, )
Des einen Freud', ist des anderen Leid: Europaweit nutzen bereits 77 Millionen User aktiv Ad Blocking; auf fast 22 Prozent der Page-Impressions wird Online-Werbung geblockt. Für die werbetreibende Wirtschaft bedeutet dies einen erheblichen Schaden. Wie sich kreative und individuelle Wege finden lassen, Kunden dennoch abseits klassischer Werbeformate zu erreichen, zeigt Marketing-Experte Jens Rode von Tellja:

Newsletter und E-Mailing

Über 91 Prozent der Konsumenten schauen täglich nach neuen Nachrichten in ihren E-Mail-Account und sogar 80 Prozent bevorzugen E-Mails als primäres Kommunikationsmittel. Die Datenbanken von Marketing und E-Commerce erweisen sich hier als wahre Goldgrube: Denn wer seine Kontaktdaten freiwillig hinterlässt und sich registriert, ist definitiv am Produkt und Service interessiert und kaufbereit. Mit hilfreichen Tools, wie den kürzlich vorgestellten Google Customer Match und Similar Audience, können diese Listen nun weiter segmentiert und für die individuelle Ansprache optimierter eingesetzt werden. Zum Beispiel lässt sich für bestimmte Empfänger-Listen zugeschnittene Werbung entwickeln und Kunden mit gleichen Interessen besser und schneller zusammenfassen. Wer hier noch einen Schritt weiter gehen möchte, verknüpft die psychographischen Daten (wie Geschmack, Interessen und Vorlieben) mit bestimmten Verhaltensweisen der Kunden (wie Surfverhalten auf der Website). Sind die Präferenzen der Kunden bereits bekannt, lassen sich auch Vorschläge für weitere bzw. demnächst anstehende Käufe integrieren: Denn hat sich zum Beispiel jemand für Babysachen interessiert, stehen im nächsten Jahr Spielzeuge und Kleidung für Kleinkinder auf der Suchliste.

Freunde-werben-Freunde
Die meisten und vor allem wichtigen Kaufentscheidungen werden durch Empfehlungen innerhalb der Familie und im Freundeskreis getroffen. 92 Prozent der Verbraucher vertrauen eher Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld als herkömmlichen Werbebotschaften, teuren Marketing-Kampagnen oder berühmten Testimonials. Mundpropaganda sollte daher auf keinen Fall unterschätzt werden. Dies bestätigt auch Jonah Berger, Wharton-Professor und Marketing-Experte, aus seiner mehr als zehnjährigen Praxis in der Forschung für Mund-zu-Mund-Psychologie: Mundpropaganda ist zehnmal effektiver als eine herkömmliche Anzeige. Empfehlungen werden zunehmend zu einem relevanten Hebel in der Kundenkommunikation, der aus Kunden profitable Markenbotschafter macht. Digitales Freunde-Werben öffnet Werbetreibenden damit einen zusätzlichen Vertriebskanal, der nicht nur schnelle Umsätze, sondern auch langfristiges Kundenwachstum verspricht. Besonders federführend sind hier schon Branchen wie Telekommunikation,  Energie- oder Finanzdienstleister, die im Schnitt jeden fünften Neukunden über Online-Empfehlungen gewinnen. Klarer Vorteil hier: Freundschaftswerbung wird von AdBlocking und Anti-Tracking-Tools nicht berührt.

Kundenbewertungen
Eine weitere Form des Empfehlungs-Marketings sind Kundenbewertungen und Rezensionen. Verbraucher besitzen heute eine völlig neue Stärke. Ihre Bewertungen sind richtungsweisend für Kaufentscheidungen vieler anderer Kunden. Statt sich von Werbebotschaften direkt beeinflussen zu lassen, orientieren sich rund 72 Prozent der Verbraucher an Online-Bewertungen. Verfügt ein Anbieter über eine Reihe positiver, glaubwürdiger Bewertungen, minimiert sich für die potentiellen Käufer das gefühlte Risiko, in der Kaufentscheidung enttäuscht zu werden. In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Social Commerce deutlich zugenommen. Unternehmen ist daher zu empfehlen, diese Form der Kommunikation in die eigenen Profile einzubinden, um mit der Zufriedenheit bereits bestehender Kunden zu werben. Bewertungsaggregatoren wie zum Beispiel ProvenExpert ermöglichen es zum Beispiel, Kundenstimmen auf Plattformen wie Facebook, Google+ oder Yelp mit einem Siegel zu bündeln und online darzustellen. Auch diese Maßnahme ist komplett abgekoppelt von Blockern.

Kooperation mit Meinungsführern
Die Blogosphäre hat sich in den letzten Jahren zum drittstärksten Meinungsführungs-Kanal entwickelt. 31 Prozent der Verbraucher richten ihre Kaufentscheidungen daran aus, was sie zuvor in einem Blog darüber gelesen haben. Verbraucher orientieren sich viel mehr an Influencern als noch vor drei Jahren. Mittlerweile gibt es für fast jedes Interessengebiet aus Alltag, Beruf, Hobby oder Familie einen Blog oder eine Community. Eine aktuelle Umfrage von Vocus und Brian Solis zeigt, dass 62 Prozent der Befragten bestimmten Influencern aufgrund der für sie relevanten Inhalte folgen. Unternehmen profitieren hier nicht nur durch die generierte Aufmerksamkeit, sondern können anhand des Umfelds des Influencers, dessen Followern und geteilten Links ihre eigene Zielgruppe noch intensiver kennenlernen, um daraus wiederum treffende Inhalte für die Ansprache zu entwickeln.

Fazit:

Kunden und Interessierte zu überzeugen und letztlich zum Klick auf den Kauf-Button zu motivieren, wird zunehmend durch Ad Blocking zum Katz- und Maus-Spiel. Hier punktet, wer seinen Kunden mit kreativen und vor allem relevanten Inhalten begegnet, die abseits von puren Werbebotschaften echte Mehrwerte für den Konsumenten versprechen.

Über den Autor:

Jens Rode, CEO, Kommunikator und Sales-Profi

Vom Potential von Empfehlungen auf Umsatz und Wachstum ist Jens Rode nicht nur fest überzeugt, sondern hat sich damit die Ziele für Tellja hoch gesteckt. Der studierte Betriebswirt will für die noch recht junge Plattform nicht nur weitere Key Accounts akquirieren und damit die Relevanz von Empfehlungsmarketing stärken, sondern auch das Wachstum auf europäischer Ebene weiter beschleunigen. Mit seiner Leidenschaft für Sales und Kundenmanagement treibt Rode seine Vision bei Tellja voran und bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung mit: Seine Karriere startete der gebürtige Wiesbadener als Produktmanager für das renommierte Junghans Uhren-Portfolio und war danach in leitenden Positionen für Marketing und Sales bei Lufthansa Cargo und der Deutschen Bahn tätig. Seinen Geschäftspartner Dr. Michael Stöhr hat Rode bereits in früheren Stationen kennengelernt und mit ihm an der Entwicklung von Loyalty-Systemen gearbeitet. Seit 2010 ist Rode als CEO insbesondere für die Bereiche Marketing und Sales sowie für Personal bei Tellja verantwortlich.
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