Sebastian von Bomhard, Vorstand des Internetproviders SpaceNet AG: „Anti-ENUM-Kartell verhindert kostenlose VoIP-Telefonate und Internet-Innovation!“

(PresseBox) ( München, )
Sebastian von Bomhard, Vorstand des Münchner Internetproviders SpaceNet AG, kritisiert das Blockadeverhalten der großen DSL-Provider und der Deutschen Telekom AG bei der Einführung von ENUM. ENUM steht für Telephone Number Mapping und basiert auf dem Domain System des Internets. Dabei wird eine Telefonnummer auf einer Domain abgebildet. ENUM-fähige Endgeräte oder Diensteanbieter greifen bei einem Anruf auf ENUM zurück und stellen fest, welche Kommunikationsmöglichkeiten für die angerufene Nummer mittels ENUM angeboten werden. Hat der Angerufene SIP (VoIP) angegeben, so wird der Anruf ohne kostenpflichtige Umwege über Carrier oder das Festnetz via Internet zum gewünschten Gesprächspartner weitervermittelt – und das mit der gewohnten Festnetz-Telefonnummer! Vorteil für den VoIP-Telefonierer: Über die Geldersparnis hinaus wird Internet-basiertes Unified Messaging möglich. Nachteil für Provider und Telekommunikationsunternehmen: die Umsätze durch Vermittlungsgebühren gehen zurück. Aus diesem Grund, so von Bomhard, würden die führenden DSL-, Festnetz- und Mobilfunkprovider versuchen zu verhindern, dass ENUM populär wird. ENUM ist nach einer Testphase seit einem Monat im Echtbetrieb.

Sebastian von Bomhard weiter: „ENUM hat Rückenwind: Mehr als 30.000 Telefonnummern wurden in sehr kurzer Zeit registriert. Je mehr ENUM zur Kommunikation zwischen Firmen und im privaten Umfeld genutzt wird, desto schneller wird sich ENUM verbreiten. Der neueste Schub: Mittlerweile sind auch Anwender in den USA via ENUM zu erreichen. Kein Wunder, dass die Branchengrößen durch ihr Verhalten eine logische Weiterentwicklung des Internet ausbremsen: Es findet eine proprietäre Weitergabe von VoIP-Gesprächen zwischen einzelnen Providern statt. Somit werden weiterhin Gespräche teuer über das Festnetz geführt, obwohl beide Teilnehmer VoIP nutzen und sich gegenseitig problemlos direkt erreichen könnten. Dabei bietet gerade ENUM eine Chance für die Bürger, sich vom Carrier zu emanzipieren: Er kann seine Nummer hosten lassen, wo er will und mittels ENUM selbst entscheiden, wo es klingeln soll.“

Von Bomhard geht davon aus, dass für den Privatkundenmarkt in Kürze eine Vielzahl von Anbietern das ENUM-Hosting für eine geringe Gebühr übernehmen werden. Die Höhe der Gebühr werde bestimmt durch die zusätzlich für ENUM angebotenen Services. Dazu gehören beispielsweise Features, die sich per Web-Interface einrichten lassen, wie die regelbasierte automatische Weiterleitung von Anrufen, Anrufbeantworter im Web, Benachrichtigungen via SMS oder Mail usw. Von Bomhard rechnet damit, dass ENUM-Hosting für weniger als einen Euro pro Monat möglich sein wird.

Noch stärker als für Privatanwender schätzt von Bomhard die Vorteile für Firmenkunden ein: Das Domain-Name-System (DNS) ist die stabilste, stark verteilte Datenbank der Welt. Die zugrundeliegende Technik ist seit vielen Jahren erprobt, ausgereift und verbreitet. Mit wenig Aufwand konfiguriert man ganze Telefonlandschaften per ENUM. Durch populäre Telefonanlagen-Software wie die Open Source-Lösung Asterisk, über die sich ENUM einsetzen lässt, wächst der Druck auf Carrier und Gerätehersteller zusätzlich.

Von Bomhard: „Asterisk als Open Source-Produkt bietet den Vorteil, dass Anwender und Entwickler selbst entscheiden können, welche Features ihre Telefonanlagen-Software enthalten soll. Im Gegensatz zu Produkten, wie sie die großen Anbieter meist vermarkten, werden hier innovative Funktionen wie ENUM gefördert und nicht von einem Kartell boykottiert.“

Die SpaceNet AG bietet ihren Kunden im Rahmen der laufenden Verträge derzeit die kostenlose Implementierung von ENUM an und berät zudem zu allen Fragen in Bezug auf den professionellen Einsatz von VoIP, einschließlich Asterisk.

Hinweis für Journalisten: Ein Foto von Sebastian von Bomhard, Vorstand SpaceNet AG, ist unter http://presse.vibrio.de/info/36772 erhältlich.

Mehr Informationen zu ENUM unter: www.denic.de/de/enum/index.html
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