SCI Branchenbarometer Bahn 3/2009

Die Wirtschaftskrise ist zeitverzögert auch bei der Bahnindustrie angekommen / Auftragspolster schmelzen

(PresseBox) ( Köln, )
Während das ifo Geschäftsklima in Deutschland im Juli 2009 weiter gestiegen ist, sinkt das Geschäftsklima für die deutsche Bahnindustrie weiter. Die Wirtschaftskrise wird in der Bahnindustrie mehr und mehr spürbar. Auch wenn die Hälfte der Befragten aktuell weiterhin von einer saisonüblichen Geschäftslage ausgeht, so ist die Zahl derer, die ihre eigene derzeitige Geschäftslage als schlecht bezeichnen, zu den Vorquartalen deutlich gestiegen. Dies korreliert mit der Anzahl derer, die aufgrund der Wirtschaftskrise Auftragsrückgänge in ihrem Unternehmen hinnehmen mussten: Rund 50 % der Befragten meldeten sogar krisenbedingte Auftragsstornierungen. Ein Viertel der befragten Unternehmen empfindet ihren aktuellen Auftragsbestand als zu klein und mehr als ein Drittel erwartet eine ungünstigere Geschäftsentwicklung für das eigene Unternehmen in den nächsten sechs Monaten.

Das Geschäftsklima hat sich im dritten Quartal 2009 weiter verschlechtert. Der Rückgang resultiert vor allem aus der Verschlechterung der aktuellen Geschäftslage. Nur noch 28 % der Befragten bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage positiv, im Vorquartal berichteten noch 47 % über gute Geschäftslage.

Der Index für die Geschäftserwartung geht ebenfalls leicht nach unten. Nur 9 % der Befragten rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten. 57 % der Unternehmen rechnen mit einer konstanten Entwicklung; nach Meinung von 35% der Befragten bahnt sich jedoch eine schlechtere Entwicklung an.

Die Nachfrage geht weiterhin spürbar zurück. Im Vorquartal und in diesem Quartal meldeten jeweils ca. 40 % der Befragten eine sinkende Nachfrage ihrer Produkte und Leistungen. Ebenso reduziert sich das Auftragspolster der Unternehmen. Ein Viertel der Befragten empfinden den aktuellen Auftragsbestand als zu klein. Rund die Hälfte der Unternehmen müssen Auftragsstornierungen aufgrund der Krise hinnehmen.

Dagegen sind die Unternehmen wieder optimistisch bezüglich der zukünftigen Preisentwicklung. Knapp 90 % der Befragten gehen davon aus, dass sich die derzeitigen Preise in den kommenden sechs Monaten nicht mehr verändern. Im Vorquartal erwarteten noch 37 % der Befragten Preissenkungen. Jetzt, so die Hoffnung, ist der Tiefpunkt erreicht.

Die Mehrheit (ca. 50 %) der Unternehmen melden konstante Mitarbeiterzahlen in den letzten sechs Monaten. Auch für die Zukunft rechnen mehr als 70 % der Unternehmen mit gleich bleibenden Beschäftigten.

Im Vergleich zu anderen Branchen steht die Bahnbranche in Bezug auf die Krise in den meisten Bereichen noch relativ gut da: Während z.B. die Logistikbranche bereits im Herbst 2008 starke Umsatzrückgänge hinnehmen musste, begann die Bahnindustrie in ihrer Gesamtheit die Wirtschaftskrise erst im Frühling 2009 zu spüren. Natürlich ist auch hier der Güterverkehr besonders stark betroffen. So stellen sich trotz anfangs noch voller Auftragsbücher bei der Produktion von Güterwagen und Güterverkehrslokomotiven nunmehr auch stornierungsbedingt starke Rückgänge ein. Demgegenüber profitieren insbesondere Hersteller und Dienstleister aus dem Bereich der Bahninfrastruktur von den Konjunkturpaketen im In- und Ausland.

In der Sonderfrage des dritten Quartals wurden die deutschen Bahnunternehmen danach gefragt, welche Entwicklungen und Rahmenbedingungen ihre Geschäftslage in den letzten zwölf Monaten positiv oder negativ beeinflusst haben. Die Kostensenkungen der Zulieferprodukte sowie die durch die Konjunkturprogramme beeinflussten politischen Rahmenbedingungen wurden als besonders hilfreich für die Geschäftsentwicklung hervorgehoben. Beklagt wurde demgegenüber die schwache Nachfrage einerseits und der Preisdruck auf die eigenen Produkte und Leistungen andererseits.

Sowohl im Inland als auch im Ausland beurteilt die entschiedene Mehrheit der befragten Unternehmen allgemeine Kosten- und Produktionsbedingungen als negative Einflussgrößen. Dabei schätzen die Unternehmen diese Einflüsse im Ausland als weniger belastend ein.

Bezüglich der Bewertung der Auslandsmärkte zeigt sich, dass hier nach der Anfangseuphorie der neuen Märkte jetzt mit der Erfahrung auch der Realismus Einzug hält: Die Entwicklung der Nachfrage als positiver Einflussfaktor nahm in den vergangenen drei Jahren stetig ab.
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