Globale Nachfrage nach Bahntechnik: Langsameres Wachstum auf hohem Niveau

Stadtverkehr und After-Sales-Geschäft wird zum Wachstumsmotor der kommenden Jahre

(PresseBox) ( Köln, )
Rechtzeitig zur globalen Leitmesse der Bahnbranche "InnoTrans" stellt SCI Verkehr der Branche ihre mit Spannung erwartete neue Studie "Weltmarkt Bahntechnik 2012" vor. Danach beträgt das weltweite Marktvolumen für bahntechnische Produkte und Leistungen nach sehr guten Jahren derzeit rund 143 Mrd. Euro. Bis 2016 wächst der Gesamtmarkt immerhin noch mit jährlich 3,3 % (inklusive Preisentwicklung) auf knapp 168 Mrd. Euro. Nach einer weiteren Erhöhung der Auslieferungsvolumen bis 2013 erwartet SCI Verkehr für die kommenden fünf Jahre in der Summe eine weitgehende Stagnation des Neugeschäftes. Das Marktwachstum generiert sich danach fast ausschließlich aus dem stetig steigenden After-Sales-Geschäft und den vielen neuen Metroprojekten - insbesondere in Asien.

Die teilweise katastrophale Umwelt- und Verkehrssituation in vielen Großstädten Asiens und Südamerikas führt zusammen mit einer meist noch eher mangelhaft ausgebauten Verkehrsinfrastruktur zu einem langfristig stabilen Wachstum im urbanen Verkehr. Dort kann der Schienenverkehr seine Vorteile gegenüber anderen Verkehrsträgern, hohe Beförderungskapazitäten und hohe Geschwindigkeiten, am besten ausspielen.

Die Marktentwicklung zeigt sich zwischen den Verkehrssegmenten ohnehin stark differenziert: "Die Zeit teurer Prestigeobjekte mit geringem verkehrlichen Nutzen ist vorbei", stellt Maria Leenen, Geschäftsführerin der SCI Verkehr GmbH, fest. Vor dem Hintergrund öffentlicher Haushaltsdefizite werden teure Hochgeschwindigkeitszüge und -strecken vielerorts einer Neukalkulation unterzogen, verschoben oder sogar komplett verworfen. Stattdessen setzen viele Länderregierungen nun auf den verstärkten Ausbau konventioneller Netze zur Stärkung rentabler Güterverkehre. Industriepartner solcher Projekte und Beschaffungen sind allerdings oftmals chinesische oder lokale Hersteller und nicht die Technologieführer aus Europa und Japan. "Dementsprechend erwarten wir gerade bei den Herstellern anspruchsvoller Bahntechnik eine Konsolidierungsphase. Kosten-, Standort- und Make-or-Buy-Strukturen werden in der gesamten Branche bei steigendem Preisdruck und mehr Wettbewerb absehbar kritisch überprüft und vermutlich an vielen Stellen neu justiert. Wir erwarten aus dieser Restrukturierung der Branche - vielleicht aus heutiger Sicht überraschende - neue Industriepartnerschaften und bisher kaum bekannte Spezialisten."

Die langfristigen Wachstumstreiber sprechen für ein weiteres Wachstum des Bahntechnikmarktes. Eine fortschreitende Urbanisierung, ehrgeizige Klimaziele aber auch der weiter ansteigende Ressourcenbedarf und die damit einhergehende Erschließung neuer Rohstoffvorkommen und der steigende Welthandel führen zu einem positiven Ausblick. Die konsequente Verteidigung der Position des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels stellt für bahntechnische Industrie die zentrale Herausforderung der Zukunft dar. Nicht nur die Langlebigkeit ihrer Produkte im Gegensatz zum motorisierten Individualverkehr ist dabei ein Hemmnis. Der bislang führenden europäischen Bahnindustrie drohen insbesondere aufgrund sehr hoher Zulassungshürden gravierende Wettbewerbsnachteile. "Innovationen lassen sich heute eher in Asien oder im Straßenverkehr erproben - Europas Bahntechnik droht hier strukturell abgehängt zu werden", beklagt Leenen in ihrem Ausblick.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.