Deutsche Segler starten bestens vorbereitet bei Olympischen Spielen in China

Hamburger Unternehmen Presentec vermisst Gezeitenströmungen des Seegebiets vor Qingdao mit GPS-System

(PresseBox) ( Hamburg, )
Im olympischen Segelrevier vor dem chinesischen Hafen Qingdao ist der Gezeitenstrom recht kompliziert und stark. Das auf- und ablaufende Wasser ist bis zu 2 Knoten (rund 4 Kilometer pro Stunde) schnell. Für Segler ein entscheidender Faktor bei zu erwartenden geringen Windstärken. Mit einem neu entwickelten Mess-System, basierend auf Satellitenortung (GPS), wurde jetzt das Seegebiet für die deutschen Segler analysiert und die Gezeiten entschlüsselt.

"Die genauen Strömungsverhältnisse zu kennen, ist für unsere Taktik sehr wichtig", sagt der Kieler Marc Pickel vom pinta racing team mit Vorschoter Ingo Borkowski aus Babelsberg, Olympiateilnehmer im Starboot. Zusammen mit Trainingspartner John Dane III, der mit Austin Sperry für die USA ebenfalls in der Starklasse antritt, hat das pinta racing team die Vermessung in Auftrag gegeben. "Es gibt starke Unterschiede in Strömungsrichtung und -stärke auf den einzelnen Bahnen. Das ist ziemlich kompliziert", so Pickel mit Blick auf das Analyse-Ergebnis, das nun als Computersimulation vorliegt. Während der Spiele gibt es eine professionelle Wetterberatung und einen Chill-out-Container für die deutsche Mannschaft, die in sechs Disziplinen an den Start geht.

Die Presentec GmbH aus Hamburg, spezialisiert auf Technologie für mobile Ortung, hat eigens dafür ein neues Satelliten gestütztes Mess-System entwickelt. "Wir erfassen gleichzeitig an mehreren Punkten die Fliessrichtung und -geschwindigkeit des Wassers" erklärt Heiko Thölmann, Geschäftsführer von Presentec. Daraus entsteht per Computerprogramm eine hochauflösende Strömungskarte für die einzelnen Regattabahnen.

Eingesetzt wurden kleine, treibende Tonnen, weil eine feste Verankerung im Olympia-Revier verboten ist. Um die Tonnen bei oftmals weniger als 50 Meter Sichtweite wiederzufinden, senden diese ihre exakte Position per Funk. Auf einer elektronischen Seekarte werden Position und Messwerte angezeigt. "Wir haben mehrere Varianten in Kiel vorab getestet, um zur optimalen Bauform zu finden" beschreibt Thölmann die durchaus aufwendige Entwicklung. Die Arbeit hat sich gelohnt: Nur das deutsche Team hat nun einzigartige Erkenntnisse über die Meeresströmung vor Qingdao.

Insbesondere der Verlauf der Richtungsumkehr bei Niedrig- und Hochwasser ist interessant. Auch wenn andere Nationen die zwei jeweils 10-tägigen Messfahrten vor Ort interessiert verfolgt haben, sind die Ergebnisse streng geheim. "Das erfahren nur die deutschen Segler und unser US-Trainingspartner", erklärt Marc Pickel.

Dass die Olympischen Spiele eine ganz besondere Bedeutung für die Volksrepublik China haben, beweist auch der Besuch des Staatspräsidenten Hú J nt o im Trainingscamp. Bei seinen Gesprächen mit dem deutschen Team über Boote, Ausrüstung und den Chill-Out Container, konnte auch Heiko Thölmann offene Fragen zu Presentec und dem Vorhaben vor der Küste klären. Trotz dieser Analyse bleibt das Revier auch für die Deutschen Segler anspruchsvoll, mit meist wenig Wind, starken Strömungen und - trotz beeindruckender Bemühungen es einzusammeln - viel Seegras.
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