Versicherer sparen 2009 Kosten bei der Schadenregulierung

(PresseBox) ( Hamburg, )
Mehr als jede dritte deutsche Versicherung greift bei der Bearbeitung von Schadenfällen auf die Hilfe externer Partner zurück. Sieben Prozent haben sogar ihr gesamtes Schaden- und Unfallmanagement in die Hände professioneller Dienstleister gegeben.
Dabei spielen zum einen Kostenüberlegungen eine Rolle. Zum anderen besitzen die Fremdfirmen durch ihre Spezialisierung einen Know-how-Vorsprung. Den nutzen die Versicherer: Zwei Drittel der Outsourcing-Projekte betreffen beispielsweise Gutachtertätigkeiten.
Doch es werden auch weniger anspruchsvolle Arbeitsschritte ausgelagert. So hat jedes sechste Institut die Aufnahme von Schadenmeldungen an externe Profis übergeben, jeder fünfte das Exkasso. Das ist das Ergebnis der Studie "Stau-Atlas: Schaden- und Unfallmanagement" des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG.

Vorreiter dieser Outsourcing-Trends sind die Lebensversicherungen. Ihr Outsourcing-Anteil übersteigt den Wert bei den Kompositversicherern um mehr als zehn Prozentpunkte und den Wert der Krankenversicherer um rund sieben Prozentpunkte. Zudem sind vor allem die kleinen Versicherer bereit, Arbeitsschritte im Leistungsmanagement von Partnerfirmen erledigen zu lassen. In Unternehmen mit Beitragseinnahmen von weniger als 250 Millionen Euro pro Jahr haben 40 Prozent der Befragten Outsourcing-Projekte aufgesetzt. Zum Vergleich: In Konzernen mit mehr als einer Milliarde Euro Beitragsvolumen sind es weniger als ein Viertel.

Bemerkenswert: 17 Prozent der kleinen Versicherer haben ihr Schaden- beziehungsweise Leistungsmanagement sogar vollständig ausgelagert. Denn je geringer die Anzahl der Policen ist, die ein Institut verwaltet, desto weniger rechnet sich eine eigene Schadenabteilung.
Zudem profitieren die kleinen Versicherer von der Flexibilität der Outsourcing-Dienstleister. Kommt es zum Beispiel in der Folge saisonaler Einflüsse zu einem unerwarteten Anstieg an Schadenfällen, kann dieser Regulierungsaufwand bedarfsgerecht von den Partnerfirmen aufgefangen werden. Somit werden Bearbeitungsfehler und Zeitverzögerungen vermieden. Das ist wichtig. Denn 91 Prozent der Versicherungsexperten sehen in einer schnellen und professionellen Schadenregulierung einen entscheidenden Faktor ihres Unternehmenserfolgs.

Allerdings hat die Auslagerungswelle der vergangenen Jahre etwas an Schwung verloren. Nur bei vier Prozent der Versicherer befinden sich derzeit zusätzliche Outsourcing-Projekte in der Planung. Ein großes Hemmnis ist dabei der Eingriff der Fremdfirmen in das Kernkompetenzfeld der Versicherer. Viele Unternehmen verzichten daher bewusst auf das Outsourcing von Schaden- und Leistungsprozessen. Ihrer Einschätzung nach erwarten Kunden, dass diese Aufgaben direkt von ihrem Versicherungsunternehmen erledigt werden.

Hintergrundinformationen
Die Studie "Stau-Atlas: Schaden- und Unfallmanagement" stellt die Ergebnisse einer Online-Marktforschung dar, die im Auftrag der PPI AG in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde. Im Zeitraum vom 24. Oktober bis 3. November 2008 wurden 204 Fach- und Führungskräfte aus der Versicherungswirtschaft befragt.
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