Glasgemälde im Blick

XXVI. Internationales Colloquium des Corpus Vitrearum vom 10. bis 14. September 2012 in der ÖAW in Wien

(PresseBox) ( Wien, )
Mittelalterliche und neuzeitliches Glasgemälde stehen im Mittelpunkt eines internationalen Kongresses in der zweiten Septemberwoche in Wien. Das Österreichische Nationalkomitee des Corpus der mittelalterlichen Glasmalerei in Österreich (Corpus Vitrearum Medii Aevi, CVMA) lädt gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt und der Kommission für Kunstgeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zu einem Internationalen Colloquium. Das Generalthema, das Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker aus 14 Ländern diskutieren werden, lautet "Dynastische Repräsentation in der Glasmalerei". Die Veranstaltung findet im Festsaal der ÖAW statt.

Herrscherdynastien in Glas

Der Tradition der beiden letzten Tagungen folgend wurde unter dem Aspekt des genius loci "Dynastische Repräsentation in der Glasmalerei" als Generalthema gewählt. Wien und sein Umland bieten als ehemaliges Machtzentrum der längstregierenden Dynastie der europäischen Geschichte, der Habsburger, die von 1282 bis 1918 mit nur kurzen Unterbrechungen in Wien residierten, zahlreiche Beispiele historischer Verglasungen, die für dynastische Propaganda genutzt worden sind. Einige dieser Fensterzyklen sollen im Rahmen der Tagung besichtigt werden: die Babenbergerscheiben im Brunnenhaus des Stiftes Heiligenkreuz, die Herzogsscheiben aus der Bartholomäuskapelle im Wiener Stephansdom, das Kaiserfenster in der Georgskapelle der Wiener Neustädter Burg sowie die Habsburgerfenster in der Franzensburg in Laxenburg bei Wien.

Zum sechzigjährigen Bestandsjubiläum des Internationalen Corpus Vitrearum Medii Aevi im Jahr 2012 sind es Ziele der Tagung, zum einen die Vernetzung der internationalen science community auf dem Gebiet der Glasmalereiforschung weiter zu intensivieren und zum anderen einen Beitrag zur aktuellen Erforschung der europäischen Hofkultur des Mittelalters und der Neuzeit zu leisten. Die Ergebnisse sollen anschließend in einem Tagungsband präsentiert und der geisteswissenschaftlichen Fachwelt zugänglich gemacht werden.

Langzeitprojekt "Corpus der mittelalterlichen Glasmalerei"

Das "Corpus Vitrearum Medii Aevi" (CVMA) ist ein wissenschaftliches Unternehmen zur Erforschung und Publikation der weitgehend unbekannten und in der Literatur wenig berücksichtigten mittelalterlichen Glasmalerei. Österreich zählte 1952 zu den Gründungsmitgliedern des CVMA, des ersten auf internationaler Basis organisierten Forschungsunternehmens der Kunstgeschichte, das sich heute aus zwölf europäischen Ländern sowie den USA und Kanada zusammensetzt.

In Österreich sind über 3.500 Glasgemälde vom 12. bis ins frühe 16. Jahrhundert von der Ausstattung romanischer und gotischer Sakral- und Profanbauten als kostbare Reste monumentaler Bildkunst erhalten geblieben. In den Jahren 2002 bis 2008 wurde das CVMA in Österreich durch drei Projekte vom Wissenschaftsfonds FWF finanziell unterstützt. bzw. 2009/10 durch die Kulturabteilung des Landes Niederösterreich sowie 2011/12 durch das Bundesdenkmalamt gefördert. "Ziel dieser Projekte war und ist die flächendeckende Bestandsaufnahme und kunstwissenschaftliche Bearbeitung der Glasgemälde in den Bundesländern Salzburg, Tirol, Vorarlberg, der Steiermark und in Niederösterreich", erklärt Projektleiterin Elisabeth Oberhaidacher-Herzig vom Bundesdenkmalamt. Besonders dringlich ist das Vorhaben mittlerweile, da es sich bei der mittelalterlichen Glasmalerei um eine durch die aktuelle Schadstoffbelastung der Atmosphäre besonders gefährdete Kunstgattung handelt. "Die wissenschaftliche Bestandsaufnahme und Dokumentation erfolgt daher im Zusammenhang mit den vom Bundesdenkmalamt durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen", so Elisabeth Oberhaidacher-Herzig.

Publikationsreihe

Die Forschungsergebnisse erscheinen in der nach einheitlichen Richtlinien gestalteten, mittlerweile über 110 Bände umfassenden Publikationsreihe des CVMA unter Mitwirkung des Internationalen Kunsthistorikerkomitees unter dem Patronat der Union Académique Internationale. Die Publikationen der österreichischen CVMA-Reihe werden gemeinsam von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und vom Bundesdenkmalamt herausgegeben. Bisher sind vier Bände (Böhlau Verlag Wien) erschienen, zwei weitere Bände sind derzeit in Vorbereitung. Sie umfassen die mittelalterlichen Glasgemälde in Niederösterreich sowie der Steiermark (2. Teil).

Weitere Informationen:

http://www.oeaw.ac.at/kunst/veranstaltungen.html
http://www.oeaw.ac.at/kunst/archiv/12_colloquium_programm.pdf
http://www.oeaw.ac.at/kunst/projekte/pr_glasm/pr_glasm.html
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