PerMediCon 2014: interdisziplinärer Austausch und Wissenstransfer auf hohem Niveau

(PresseBox) ( Köln, )
Hochkarätige Diskussionen auf interdisziplinärer Basis vor internationalem Publikum: Die PerMediCon ging am heutigen Freitag mit einem guten Ergebnis zu Ende. Unter dem Motto "Die Zukunft der Gesundheit gestalten" diskutierten Vertreter aus Medizin, Pharmazie, Forschung, Industrie, Politik und Regulatorik an zwei Messetagen in Köln über Fortschritte und Herausforderungen der personalisierten Medizin sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Dabei präsentierte sich Europas führende Kongressmesse zur personalisierten Medizin, die bereits zum vierten Mal bei der Koelnmesse stattfand, erneut als ein Wegweiser für die medizinische Zukunft. Rund 400 Experten aus zehn Ländern erlebten eine europaweit einzigartige Veranstaltung mit zwei intensiven und effizienten Kongress- und Messetagen mit namhaften Referenten sowie einem informativen Ausstellungsbereich mit 65 beteiligten Unternehmen. "Die rege Teilnahme auf Kongress- und auf Ausstellungsseite hat gezeigt, dass sich die PerMediCon seit Ihrer Erstausgabe im Jahr 2010 als Dialog-und Kommunikationsplattform für das Thema personalisierte oder individualisierte Medizin in Fachkreisen etabliert hat", resümierte Dr. Christian Glasmacher, Mitglied der Geschäftsleitung der Koelnmesse GmbH. "Wir haben früh erkannt, dass in der Entwicklung von Therapien, die speziell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind, ein enormes Potenzial steckt." Das hochkarätig besetzte Plenum, die intensiven Expertengespräche, die innovativen Projektvorstellungen sowie die Teilnahme namhafter Unternehmen, Cluster und Verbände unterstrichen dies und belegten zudem, wie wichtig eine solche interdisziplinäre Kommunikationsplattform ist.

Personalisierte Medizin ist der Überbegriff für eine Strategie, die darauf abzielt, Medikamente und Therapien zu entwickeln, die besser auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Dabei sollen routinemäßige Gentests helfen, medizinische Behandlungen möglichst individuell an das genetische Profil des einzelnen Patienten anzupassen: Optimale Wirksamkeit, bei minimalen Nebenwirkungen sind das erklärte Ziel.

Das Kongressprogramm behandelte in Panels, Foren und Projektpräsentationen umfassend die Chancen und Herausforderungen der personalisierten Medizin sowie den aktuellen Stand in Forschung, Diagnostik, Technik und Therapie. Der Ausstellungsbereich mit mehr als 65 Unternehmensbeteiligungen bot den Besuchern darüber hinaus viel Raum für persönlichen Austausch und ausführliche Fachgespräche.

Dr. Beate Wieland, Leiterin der Abteilung Forschung und Technologie im nordrhein-westfälischen Landesministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass das Thema personalisierte Medizin enorme Chancen für die Gesundheit berge. Die personalisierte Medizin sei daher wichtig, um das Gesundheitssystem passgenauer zu machen. Das müsse auch von politischer Seite mit Nachdruck unterstützt werden. "Wir müssen weg von der Einheitsbehandlung und hin zur individualisierten Therapie mit maßgeschneiderten Lösungen für Patienten und Gesellschaft."

Auch bildet die individualisierte Medizin einen wichtigen inhaltlichen Schwerpunkt des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bündelt beispielsweise seit April 2013 in seinem Aktionsplan "Individualisierte Medizin: Ein neuer Weg in Forschung und Gesundheitsversorgung" diverse Förderinitiativen, die neue Perspektiven in der Behandlung eröffnen. Auch Dr. Gerhard Stumm, Technologieberater, Fachliche Forschungsförderung, des VDI Technologiezentrums GmbH, kündigte in seinem Vortrag neue Programme für die individualisierte Medizintechnik an. Ziel sei es, neue Förderstrukturen zu schaffen, neue Projekte zu initiieren und das Thema noch stärker zu verankern.

Prof. Dr. Theo Dingermann, Inhaber des Lehrstuhls Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt, der das Fachpublikum durch beide Veranstaltungstage führte, sieht in der personalisierten Medizin ein großes Zukunftspotenzial: Die Kenntnis individueller genetischer Charakteristika werde die Arzneimittelwahl massiv beeinflussen. Dadurch könne die personalisierte Medizin die Effektivität des Gesundheitssystems um ein ganzes Stück Effizienz ergänzen. Er resümierte: "Es wäre fahrlässig sich neu bietende Konzepte und technische Möglichkeiten nicht dahingehend zu evaluieren, inwieweit sie sich zum Wohle von Patientinnen und Patienten, aber auch zum Wohle eines immer kostspieliger werdenden Gesundheitssystem einsetzen lassen." Prof. Dr. Theo Dingermann lobte zudem den interdisziplinären Austausch auf der PerMediCon: "Es geht hier um lebenswichtige Themen, die keinesfalls nur intradisziplinär zu diskutieren sind."

Die diesjährige PerMediCon zeigte Einsatzmöglichkeiten personalisierter Behandlungsformen in etablierten Indikationsgebieten ebenso wie in neuen Forschungsfeldern und setzte einen stärkeren Fokus auf Technologiethemen. Zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern der diesjährigen PerMedicon gehörten unter anderem Prof. Dr. Gerd Glaeske, Co-Leiter, Abteilung Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Universität Bremen ("Versorgungsrealität im Blick - Bedarf und Grenzen personalisierter Therapieentscheidungen) und Prof. Dr. Dr. Manfred Dietel, Direktor des Instituts für Pathologie der Charité Berlin, der in seinem Impulsreferat das Thema "Innovationen und das DRG-System - ein Widerspruch?" behandelte.

Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Köln, reflektierte in seinem Innovationsforum "Onkologie - jüngste Erfolge auf dem Weg zur maßgeschneiderten Krebstherapie": "Das Wissen um die genetische Veranlagung eines Patienten ist eine wesentliche Voraussetzung für eine individualisierte und damit optimale Behandlung eines Patienten." Maßgeschneiderte Therapien bei der Behandlung von Tumoren würden heutzutage entscheidend zum Behandlungserfolg beitragen. "Das ist keine Zukunftsmusik mehr, wir haben die wissenschaftlich fundierte Hoffnung, dies weiter zu verbessern", betonte Professor Hallek. Ein weiteres Innovationsforum beschäftigte sich mit der Krankheit Alzheimer. Dr. Oliver Peters, Geschäftsführer des Kompetenznetzes Demenz und Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité referierte gemeinsam mit Fachkollegen über ein besseres Verständnis und neue Behandlungsansätze dieser neurodegenerativen Krankheit.

Die personalisierte Medizin eröffnet zudem Pharmazeuten ein interessantes neues Betätigungsfeld in puncto arzneimittelbezogener Gentestes und befeuert von neuem die Diskussion über eine stärkere Beratungstätigkeit des Apothekers in der Patientenversorgung. ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände-Präsident Friedemann Schmidt betonte, "dass Apotheker künftig auf diesem Gebiet eine größere Rolle spielen wollen und werden." Gemeinsam mit Dr. Anna C. Eichhorn, Vorstand und CEO der humatrix AG, diskutierte er auf der PerMediCon zum Thema "Personalisierte Pharmazie - Welchen Beitrag können Apotheker zu einer optimierten Arzneimitteltherapie leisten?".

"Ich bin aus Überzeugung seit der ersten Auflage im Jahr 2010 bei der PerMediCon dabei und bin erfreut, dass sich die Stimmung pro Gendiagnostik im Bereich der stratifizierten Arzneimitteltherapie so positiv entwickelt hat", fügte Dr. Anna C. Eichhorn hinzu. "Die PerMediCon ist ein Ort des interdisziplinären Zusammentreffens und wir arbeiten gemeinsam an unserem Vorhaben, das pharmakogenetische Wissen zum Patienten in die Praxis zu bringen, um dadurch Probleme frühzeitig zu antizipieren.

Call for Projects

Erstmals hat die PerMediCon in diesem Jahr einen Award im Rahmen des "Call for Projects" verliehen. An diesem Forschungswettbewerb beteiligten sich eine große Anzahl an Wissenschaftlern und Unternehmen. "Die Bewerbungsfrist endete mit der bislang höchsten Anzahl eingereichter Projekte zur Forschung und Entwicklung", freute sich Dr. Christian Glasmacher. "So bestätigt sich unsere Wahrnehmung, dass das Thema personalisierte Medizin auf zunehmend breite Resonanz stößt und in den Köpfen der Handlungsträger angekommen ist." Den ersten Preis nahm am Freitagnachmittag Frau Dr. Christina Kyzirakos, Universität Tübingen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, für das Projekt "iVacALL- patient-individual peptide-vaccination for relapsed ALL patients" in Empfang. Der zweite Platz ging an die humatrix AG für das Projekt "Stratipharm", dritter Sieger war das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik mit dem Projekt "EPITREAT - personalized lung-cancer treatment based on epigenetic biomarkers".
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