LTE-Regelbetrieb führt zu Anstieg der Mobilfunkimmissionen auf sehr niedrigem Niveau

Informationszentrum Mobilfunk e.V. präsentiert Ergebnisse der ersten bundesweiten LTE-Messreihe

(PresseBox) ( Berlin/Stuttgart, )
Der Regelbetrieb des neuen Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) führt an gemeinsam mit GSM und/oder UMTS genutzten Standorten zu einem Anstieg der Mobilfunk-Gesamtimmissionen auf sehr niedrigem Niveau. Nach wie vor werden dabei die in Deutschland geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten. Dies ist das Fazit der ersten bundesweiten LTE-Messreihe, die das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) im Herbst 2012 beim Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST GmbH) in Auftrag gegeben hat. Durchgeführt wurde die Studie mit Unterstützung der Landesumweltministerien aller 16 Bundesländer sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).

Unter dem Motto "Sicherheit durch Transparenz - LTE auf dem Prüfstand" hat das IMST Messungen an 16 LTE-Basisstationen (ein repräsentativer Standort je Bundesland) im Regelbetrieb durchgeführt. "Solche Informationen über die in der Praxis auftretenden Feldstärken schaffen Transparenz und bilden eine gute Grundlage für eine sachgerechte Diskussion über gesundheitliche Auswirkungen elektromagnetischer Felder", betont Dr. Birgit Keller vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Untersucht wurden Anlagen, die aufgrund von Mehrfachnutzung und räumlicher Nähe zur Bebauung die Abschätzung maximal auftretender Immissionen erlauben. Dabei haben die Experten vom IMST vor allem auch die elektromagnetischen Felder im Wohnbereich und in der Nähe von Schulen und Kindergärten unter die Lupe genommen. "Das sind Orte, die die Menschen besonders interessieren", erläutert Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des IZMF.

Mobilfunkimmissionen auch in Baden-Württemberg weit unter den Grenzwerten

In Baden-Württemberg fiel die Wahl auf einen Standort in der Innenstadt von Stuttgart in der Königstraße 27. Am Standort sind neben einem LTE-System im Frequenzbereich 1.800 MHz auch Mobilfunkanlagen des GSM- bzw. UMTS-Standards installiert. Gemessen wurden die Immissionen über die verschiedenen Stockwerke in einem rund 30 Meter entfernten Gebäude mit Sicht zur Anlage sowie an zwei Außenmesspunkten am Boden. Die auf eine theoretische Maximalauslastung der Anlagen hochgerechneten Messergebnisse für Stuttgart zeigen, dass die durch LTE erzeugten Immissionen in der gleichen Größenordnung wie die Immissionen von GSM- oder UMTS-Sendeanlagen liegen. Die höchsten LTE-Immissionen ermittelte das IMST im neunten Obergeschoss. Sie erreichten 5,13 Prozent des Feldstärke-Grenzwertes. Die Immissionen der GSM- und UMTS-Anlagen schöpften 15,8 Prozent des Grenzwertes aus. An diesem Messpunkt wurde auch die höchste Gesamtimmission mit 16,61 Prozent des Feldstärke-Grenzwertes festgestellt. Der Messpunkt liegt in etwa gleicher Höhe zur Sendeanlage und damit in der vertikalen Hauptsenderichtung. Bereits im siebten Obergeschoss wurde dagegen nur noch eine Gesamtimmission von 10,18 Prozent festgestellt. Die geringsten Immissionen traten am Boden direkt unter der Anlage auf. Dort schöpften die LTE-Immissionen lediglich 0,49 Prozent des Grenzwertes aus. Die Gesamtimmission lag hier bei 1,4 Prozent.

Kein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf Gesundheitsrisiken

"Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es bei derart geringen Feldstärken keinen begründeten Verdacht auf Gesundheitsrisiken", betont Dr. Matthias Otto von der gemeinnützigen Kinderumwelt GmbH in Osnabrück. Ein Fazit, das auch die verantwortlichen Behörden ziehen. Bundesregierung, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und Strahlenschutzkommission (SSK) weisen übereinstimmend darauf hin, dass die geltenden Grenzwerte der Bevölkerung einen zuverlässigen Gesundheitsschutz bieten.

LTE-Immissionen vergleichbar mit GSM- oder UMTS-Immissionen

Bundesweit zeigen die Messungen an den 91 Messpunkten, dass die LTE-Immissionen überall die in Deutschland gültigen Grenzwerte deutlich unterschreiten. An 76 der 91 Messpunkte wurden - selbst bei Hochrechnung auf eine theoretische Maximalauslastung aller dort installierten Sendeanlagen - weniger als 5 Prozent der gültigen Feldstärke-Grenzwerte ausgeschöpft. Weitere 10 Messpunkte schöpften zwischen 5 und 10 Prozent des Feldstärke-Grenzwertes aus. An nur 5 Messpunkten wurde mehr als 10 Prozent des Feldstärke-Grenzwertes ausgenutzt (s. anliegende Grafik).

Dass die theoretisch mögliche Vollauslastung in der Praxis so gut wie nie erreicht wird, bestätigt eine 24-stündige Langzeitmessung, die im zweiten Obergeschoss des IMST-Gebäudes in Kamp-Lintfort durchgeführt wurde. Untersucht wurde eine LTE-Sendeanlage in 380 Metern Entfernung. Selbst in Spitzenverkehrszeiten wurden hier im Mittel nur 0,05 Prozent des zulässigen Feldstärke-Grenzwertes ausgeschöpft. Ab 22.30 Uhr sanken die Immissionen auf ein absolutes Minimum ab und stiegen erst gegen 6.30 Uhr morgens langsam wieder an.

An den Messdaten lässt sich das Ausbreitungsverhalten von Mobilfunkfeldern genau ablesen: So zeigen sie unter anderem, dass der Abstand zu einer Mobilfunkanlage kein zuverlässiges Maß für die Einschätzung der Immissionen darstellt. "Bei der Betrachtung der an einem Messpunkt ermittelten Immissionen darf man die Einflussfaktoren nie isoliert betrachten. Man muss Besonderheiten wie Montagehöhe, Ausrichtung und Neigungswinkel der Antennen, die Bebauung in der Umgebung sowie andere am Messort vorhandene Funksysteme kennen und ihre Einflüsse berücksichtigen", erklärt Dr. Christian Bornkessel, Leiter des IMST-Prüfzentrums, der die Messungen durchgeführt hat.

Ergebnisse liegen in allgemein verständlicher Broschüre vor

Die Ergebnisse der LTE-Messreihe sind nachlesbar in einer umfassenden und allgemein verständlichen Broschüre, die man kostenlos beim IZMF bestellen oder unter www.izmf.de abrufen kann. In der Broschüre sind alle Messergebnisse und ihre Bewertungen aus technischer und biologischer Sicht aufgeführt. Zudem enthält die Broschüre vertiefende Hintergrundinformationen zu Immissionsmessungen und zur LTE-Technologie. Auf der IZMF-Internetseite kann man auch den wissenschaftlichen Messbericht des IMST abrufen.

Für Vertreter von Kommunen werden die Ergebnisse der LTE-Messreihe im Frühjahr 2013 in speziellen Workshops bundesweit vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft und Technik diskutiert.
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