Arbeitsmarkt im IHK-Bezirk entwickelt sich positiv

Gute Konjunktur löst keine Strukturprobleme

(PresseBox) ( Emden, )
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) startet gut ins neue Jahr. Der im Winter traditionell eintretende deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit blieb bislang aus. Damit folgte der regionale Arbeitmarkt dem Bundestrend. Die Arbeitsagenturen meldeten im Dezember im Bezirk Leer eine Quote von 9,3 Prozent (November 9,2), im Bezirk Emden 12,4 Prozent (November 12,0 Prozent). "Somit macht sich die gute konjunkturelle Lage auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhold Kolck. Hinzu komme das milde Wetter, das den Entlassungsdruck in wetter- und saisonabhängigen Branchen, vor allem im Baubereich, gemindert habe. Das große Engagement der IHK-zugehörigen Unternehmen in der Ausbildung trage zu der sehr geringen Jugendarbeitslosigkeit (unter 20 Jahren) von 6,7 Prozent (Bezirk Emden) bzw. 6,4 Prozent (Bezirk Leer) bei.

"Gutqualifizierte haben wachsende Chancen auf dem Arbeitsmarkt". unterstrich die IHK. Sie profitierten als Erste vom Anziehen der Konjunktur. Großer Bedarf bestehe derzeit vor allem in technischen Berufen und im Dienstleistungsbereich. "Wir müssen die robuste Konjunktur nutzen, um mehr Beweglichkeit in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Alles muss auf den Prüfstand: Lohnnebenkosten, Kündigungsschutz etc.", betonte IHK-Präsident Dr. Carl-Ulfert Stegmann.

Geringqualifizierte sind überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Fast 40 Prozent der über fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland sind ohne abgeschlossene Berufsausbildung, in Westdeutschland sogar fast die Hälfte. Sie machen einen Großteil der der Sockelarbeitslosigkeit aus, d. h. den Anteil der Arbeitslosigkeit, die selbst dann bestehen bleibt, wenn die Konjunktur sich vollständig erholen würde. Die Bereitschaft zur Einstellung Geringqualifizierter ist sehr gering. "Ein gesetzlicher Mindestlohn wäre hier die grundfalsche Therapie. Um auch Geringqualifizierte in Lohn und Brot zu bringen, brauchen wir eine stärkere Öffnung des Lohn- und Tarifgefüges nach unten - und keine einheitlichen Lohnuntergrenzen", so Dr. Kolck. Die soziale Absicherung erfolge über das Arbeitslosengeld II (Alg II).

Eine Befragung von rund 150 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk vor einigen Wochen hat gezeigt: Haupthindernisse für die Einstellung von Geringqualifizierten sind die Vorgaben bei Befristung/ Kündigungsschutz (48,2 Prozent) und die zu hohen Arbeitskosten für Einfacharbeiten (42,0 Prozent). Durch diese Hürden werden aus Sicht der IHK ökonomische Chancen der Arbeitsteilung vertan: Statt Geringqualifizierte einzustellen, werden die Aufgaben - neben Outsourcing ins Inland oder Zeitarbeit - durch andere, höherqualifizerte Mitarbeiter miterledigt. Ein Mindestlohn würde nicht nur den gering qualifizierten Arbeitslosen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt dauerhaft versperren, sondern auch bestehende Arbeitsplätze im unteren Lohnsektor vernichten.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.