Neues wagen

Beim Neujahrsempfang der Kammern ruft dm-Gründer Götz Werner zum Umdenken auf - Präsidenten erwarten ein gutes Jahr

(PresseBox) ( Konstanz, )
"Können wir es heller machen?" Die Bitte des Gastredners beim Neujahrsempfang der Handwerkskammer Konstanz und der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee hat Methode. Götz Werner, Gründer der Drogeriemarktkette dm und Vordenker in Sachen Unternehmensethik, will nämlich vor allem eines: den ganzen Menschen in den Blick nehmen. Und dazu muss er natürlich auch sein Publikum sehen können. Über 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren gestern ins Konstanzer Konzilsgebäude gekommen und erlebten einen nachdenklichen, aber auch ermutigenden Start ins neue Jahr.

Gerechtigkeit war das große Thema des Abends, aber auch das gemeinsame Einstehen für die Freiheit, das in den Reaktionen auf die Terroranschläge von Paris zum Ausdruck kam. "Die Bilder der gemeinsamen Demonstration der Menschen und Staatschefs aus aller Welt machen Mut für 2015", sagte Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner.

Grund zur Zuversicht gebe es auch in wirtschaftlicher Hinsicht, darin war sich Reiner mit dem neuen Präsidenten der IHK, Thomas Conrady, einig. "Die Auftragslage ist gut und wir können erneut mit einem erfreulichen Jahr rechnen", so Reiners Prognose. Einzig die Entwicklung in Südeuropa und der Fachkräftemangel könnten die guten Aussichten etwas trüben. Doch auch bei letzterem Punkt sieht der Kammerpräsident Chancen für die Unternehmen, gerade wenn sie sich ihren Mitarbeitern noch intensiver zuwenden und sich neuen Zielgruppen öffnen würden.

Das brachte das Gespräch, geschickt geführt von Moderatorin Martina Meisenberg, wieder auf das Thema des Abends. Gerechtigkeit spiele nämlich auch in Fragen des Umgangs mit den Mitarbeitern eine entscheidende Rolle: "Gerade junge Menschen erwarten Fairness und Respekt und wollen eine Work-Life-Balance", sagte Reiner. Hier müssten sich manche Unternehmen noch umstellen. In Sachen Chancengerechtigkeit sei dagegen vor allem die Politik gefordert: Kinder und Jugendliche mit Startschwierigkeiten benötigten mehr Unterstützung, etwa durch ein verpflichtendes Kindergartenjahr oder mehr Förderunterricht an den beruflichen Schulen.

Potenziale zu erkennen und Entwicklung zu fördern - das ist auch eines der Hauptanliegen von Götz Werner. In seinem frei gehaltenen, gut einstündigen Vortrag vereinte er weitreichende Überlegungen etwa zum bedingungslosen Grundeinkommen mit seinen persönlichen Erfahrungen als Unternehmer. "Man muss in Menschen das sehen, was in ihnen an Möglichkeiten steckt, nicht an Begrenzungen", so seine Haltung. Das ist mit ein Grund, warum in seinem 1973 gegründeten Unternehmen, das heute europaweit über 3.000 Märkte betreibt und über 50.000 Mitarbeiter hat, Auszubildende "Lernlinge" heißen und beispielsweise Theaterspielen mit auf dem Lehrplan steht. Es gehe um Vertrauen in Entwicklungschancen, um eine optimistische Grundhaltung und die Fähigkeit, die Dinge jeden Tag neu zu sehen und Neues zu wagen. Die "Gretchenfrage" bei der Gerechtigkeit lautet für den Goethe-Fan Werner daher auch: "Betrachte ich den Mitmenschen als Mittel oder als Zweck?" Erst wenn letzteres der Fall sei, könne man ihm auch gerecht werden.
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