Menschen, ohne die es im Handwerk nicht geht

HwK Koblenz ehrt Vorsitzende von Meisterprüfungsausschüssen

(PresseBox) ( Koblenz, )
„Ohne Ihren ehrenamtlichen Einsatz in den Ausschüssen der Meisterprüfung wäre die Handwerkskammer Koblenz, wäre diese Region nicht die, die sie sind“, begrüßte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, ehemalige und amtierende Meisterprüfungsausschussvorsitzende. „Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“, zitierte der Kammerpräsident einen Oberstudiendirektor aus Schleswig-Holstein und betonte, dass „ehrenamtlicher Einsatz und gegenseitige Unterstützung im Handwerk fest verankert sind“.

Scherhag verwies darauf, dass „viele Meisterprüfungsordnungen in den vergangenen Jahren ein neues rechtliches Gesicht erhalten haben, weil der Einsatz neuer Technologien und die sich wandelnden ökonomischen Marktbedingungen dies mit sich gebracht haben“. „Auch die Prüfungsstruktur hat sich verändert. Heute steht nicht mehr das ‚Meisterstück’ als Ausdruck höchster handwerklicher Fertigkeit im Mittelpunkt der praktischen Meisterprüfung, sondern das ‚Meisterprüfungsprojekt’ als Spiegel eines umfassend fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Fachmanns oder einer Fachfrau“, so Scherhag. „Ihr Sachverstand, Ihre Arbeit, Ihr Einsatz bestimmen das Niveau der Meisterprüfung“, lobte er.

Er forderte die ausscheidenden Ausschussmitglieder zum Dialog mit den neu eingetretenen auf, dazu, Bewährtes und Neues zu verbinden. „Bedeutende Leistungen können nur von bedeutenden Menschen erzielt werde und bedeutend ist jemand nur dann, wenn er fest entschlossen ist, es zu sein“, gratulierte Karl-Heinz Scherhag mit einem Zitat von Charles de Gaulle den Ausschussvorsitzenden zu ihren bedeutenden Leistungen im Rahmen der Meisterausbildung bei der HwK Koblenz.

Weitergabe von Wissen ist Motor Bernd Hammes, Leiter der Meisterakademie, nannte stellvertretend für die ausscheidenden Meisterprüfungsausschussvorsitzenden Dachdeckermeister Franz Wierschem, der seit1976 zunächst als Beisitzer und ab 1982 als Vorsitzender des Meisterprüfungausschusses für das Dachdeckerhandwerk fungierte. Aufgrund seiner Tätigkeit als Gutachter für Kirchengebäude nennt man ihn auch der „Dachdecker-Papst“. Der Werkstoff Schiefer hat es ihm besonders angetan. Er arbeitete mit beim Erstellen der „Regeln für Deckungen mit Schiefer“, schrieb Artikel in Fachzeitschriften, führte Spezialseminare über Dachdeckungen mit Schiefer durch. „Ich wollte immer mitreden, Neues kreieren, beraten. Wissen aneignen und Wissen weitergeben ist mein Motor“, beschreibt er selbst seine Einstellung. Sein Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses, Dachdeckermeister Karl-Heinz Bischoff, lobte die Menschenkenntnis von Franz Wirschem. „Du hast Spuren hinterlassen und die Segel für das Dachdeckerhandwerk richtig gesetzt. Unser Schiff ist in einem guten Fahrtwasser.“

Dipl.-Ing. Eduard Heinz führte bis zur Novellierung der Handwerksordnung 1998 sowohl den Meisterprüfungsausschuss für das Maschinenbauerhandwerk als auch für das Werkzeugmacherhandwerk. Seit 2002 ist er Vorsitzender der unter der Bezeichnung Feinwerkmechaniker zusammengefassten Handwerke. Als Lehrgangsleiter und Dozent in Fachkursen erwarb er nicht nur die fachliche Achtung der Teilnehmer. Der Rat des 76-Jährigen ist auch als Mensch gefragt. „Ich war immer pro Prüfling, das haben die Meisterschüler gespürt“, ist er sicher.

Besonderer Dank gilt Studiendirektor a. D. Helmut Pflug. Bereits 1948 übernahm er den ersten Lehrauftrag für einen Meistervorbereitungskurs. In 54 Jahren seiner Arbeit bei der HwK Koblenz hat er rund 12.000 angehende Meister in 80 Handwerken im betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Bereich geprüft. Im Kfz-Handwerk war er auch im fachlichen Teil als Beisitzer im Meisterprüfungsausschuss aktiv. „Ohne Sie gäbe es viele Meister nicht“, dankte ihm Präsident Scherhag, der einst selbst zu seinen Schülern gehörte. Der 91-jährige Helmut Pflug hält sich mit täglichen Spaziergängen fit und fehlt bei keiner Veranstaltung der HwK. „Die Kammer gehört zu meinem Leben“, sagt er.

In seinem bewegenden Schlusswort dankte Dachdeckermeister Franz Wierschem Karl-Heinz Scherhag und Dr. h. c. mult. Karl-Jürgen Wilbert, Präsident und Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz, für die „gute, fruchtbare Zusammenarbeit der Meisterprüfungsausschüsse mit der Kammer“. „Wenn es ein Problem gab, konnte man noch nach 22 Uhr bei beiden anrufen. Es gab nie einen Einspruch, der vor Gericht endete. Alle Fragen wurden konstruktiv gelöst“, so der scheidende Vorsitzende.

Bei der Handwerkskammer Koblenz arbeiten 40 Meisterprüfungsausschüsse. 10 neue Prüfungsvorsitzende haben mit Beginn der neuen Amtsperiode 2007 ihre Arbeit aufgenommen.
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