PresseBox
Press release BoxID: 17647 (Giesecke & Devrient GmbH)
  • Giesecke & Devrient GmbH
  • Prinzregentenstr.159
  • 81677 München
  • http://www.gi-de.com
  • Contact person
  • Andrea Bockholt
  • +49 (89) 4119-2422

Lösungen für das Gesundheitswesen von morgen

Chipkarten für ein modernes, effizientes Gesundheitssystem

(PresseBox) (Hannover/München, ) In Deutschland steht das Gesundheitswesen auf dem Prüfstand: mehr Effizienz, verbesserte Behandlungsqualität und höhere Transparenz sind gefordert. Zentrale Bausteine bei der Modernisierung des Systems sind intelligente Chipkarten für Patienten und Ärzte, Apotheker und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Der Gesetzgeber hat die Ausgabe der Karten für Januar 2006 festgelegt.

Mit der Gesundheitskarte und dem Heilberufsausweis (Health Professional Card/HPC) – der Karte für Ärzte, Apotheker und andere in Heilberufen tätigen Berufsgruppen – wird ein System und eine Infrastruktur geschaffen, die ineinander greift und einen schnellen und reibungslosen Austausch von Informationen gewährleistet. Dabei haben Datenschutz und Datensicherheit oberste Priorität. Die auf der künftigen Gesund-heitskarte liegenden verschlüsselten Daten sind durch Zugriffsrechte geschützt. Das Auslesen einzelner Daten ist auf einen bestimmten Nutzerkreis – Ärzte und Apotheker, die über eine HPC verfügen – beschränkt und setzt die Eingabe einer PIN voraus.

Die Gesundheitskarte für den Patienten Auf der jetzigen Versichertenkarte sind nur Name, Anschrift, Geburtsdatum und ausgebende Krankenkasse vermerkt. Die neue Gesundheitskarte leistet viel mehr: So wird sie z.B. mit einem Lichtbild versehen sein. Hierdurch kann auf einen Blick festgestellt werden, ob der Patient auch der Eigentümer der Karte ist. Ausgestellt von der Krankenkasse, beinhaltet sie zusätzlich Verwaltungsdaten, so z.B. über die Zuzahlung sowie – auf freiwilliger Basis – medizinische Informationen des Patienten. Die erste Pflichtanwendung, die mithilfe der Chipkarten realisiert wird, ist das elektronische Rezept. Durch die Vermeidung von Medienbrüchen steuert es einen wesentlichen Beitrag zu effizienteren Prozessen bei und stellt die notwendige Grundlage dar für die – freiwillige – Arzneimitteldokumentation, durch die eine Unverträglich-keitsprüfung von eingenommenen Medikamenten erst ermöglicht wird.

Der elektronische Arztausweis Die HPC wird von den Ärzte- und Apothekerkammern herausgegeben und erfüllt entscheidende Voraussetzungen für einen vertrauensvollen Datentransfer im Gesund-heitswesen. Mit ihr wird sicher gestellt, dass der Arzt nur durch seine Authentifizierung und mit Zustimmung des Patienten Zugriff auf die Patientendaten hat. Der Patient verfügt somit über das Hoheitsrecht seiner persönlichen medizinischen Informationen. Zu den wichtigsten gespeicherten Daten der Gesundheitskarte zählt eine umfassende Arzneimitteldokumentation, die dem behandelnden Arzt schnell einen detaillierten Überblick über alle bisher verschriebenen Medikamente ermöglicht. „Arzneimittel-Unverträglichkeiten oder mögliche Wechselwirkungen bei Medikamenten können so von vornherein ausgeschlossen werden – die Qualität der Behandlung steigt. Das eRezept kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten“, so Peter Eisenbacher, Mitglied der Geschäftsführung von G&D. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts wird die Zahl der Todesfälle aufgrund von Arzneimittel-Unverträglichkeiten auf rund 57.000 jährlich geschätzt – mehr als die Hälfte gelten als vermeidbar.

Der elektronische Arztbrief, das elektronische Rezept und der so genannte Pointer für den Zugriff auf die elektronische Patientenakte verstärken zusätzlich die Qualität der ärztlichen Behandlung. Die Freigabe der Daten durch den Patienten entfällt nur in einem Fall – und hier kann sie besonders hilfreich sein: Im Notfall genügt die Karte des Arztes, um auf die möglicherweise lebensrettenden Notfalldaten des Patienten zugreifen zu können.

eRezept mit hohem Einsparungspotenzial Für den Datentransfer des eRezeptes an Apotheken und Kostenträger werden zurzeit zwei Alternativen diskutiert, die, technisch gleichwertig, umsetzbar sind: Bei der kartenbasierten Lösung wird das elektronische Rezept nach der Authentifizierung des Arztes über seine Karte direkt auf der Chipkarte des Patienten gespeichert. Zusätzlich unterschreibt der Arzt das eRezept mit seiner digitalen Signatur. In der Apotheke wird das elektronische Rezept in einem Lesegerät und mit der HPC des Apothekers ausgelesen. Nach der Ausgabe des Medikaments wird das Rezept auf der Gesundheits-karte gelöscht und auf dem Apothekenrechner gespeichert. Bei der serverbasierten Daten-übertragung wird das ausgestellte und signierte eRezept verschlüsselt über eine ge-schützte Verbindung an den Server übertragen. Ein vom Server erzeugtes „Ticket“ wird vom Arzt durch seine HPC auf die Gesundheitskarte geschrieben. Dieses „Ticket“ und die HPC des Apothekers ermöglichen den Abruf des Rezeptes vom Server. Das Medi-kament kann somit an den Patienten ausgegeben werden. Die Daten werden vom Server gelöscht und lokal in der Apotheke gespeichert.

Alle in der Apotheke gespeicherten und gesammelten eRezepte werden in regelmäßigen Abständen zur Abrechnung an die Apothekerverrechnungsstellen übermittelt, die dann – wie bisher auch – die Abrechnung mit den Krankenkassen übernehmen. Allein durch die Einführung des eRezeptes kann das Gesundheitssystem, nach einer Untersuchung von Debold&Lux, um jährlich bis zu 250 Millionen Euro entlastet werden.

Beratungsqualität steigt Neben den durch die schnelle Datenübermittlung erreichbaren Kosteneinsparungen bietet das eRezept eine Reihe von Vorteilen für den Patienten: Durch die optional und nur mit Zustimmung des Patienten hinterlegbare Arzneimitteldokumentation, kann der Apotheker in der so genannten Interaktionsprüfung feststellen, ob die gerade verschrie-benen Medikamente mit den nicht-verschreibungspflichtigen, die der Patient zusätzlich mitnehmen möchte, in Einklang stehen. Die Beratungsqualität in der Apotheke steigt – gerade für ältere Menschen, die sich nicht immer an die zuletzt eingenommenen Medi-kamente erinnern. Im Sinne einer Prozessoptimierung ist es ebenfalls von Vorteil, dass die Zuzahlungsbefreiung auf der Karte gespeichert wird. Auch Rückfragen beim Arzt sind nicht mehr notwendig, denn das eRezept, da nicht handschriftlich erstellt, ist immer lesbar.

Expertise aus einer Hand: Produktion, Personalisierung und Ausgabe In Taiwan wurde im letzten Jahr das weltweit größte Smart Card-Projekt im Gesundheitswesen durchgeführt, von dem rund 24 Millionen Versicherte profitieren.

G&D war hier maßgeblich beteiligt: von der Definition der Datenstrukturen und -sicherheit über die Herstellung der Gesundheitskarte bis hin zur Etablierung der Kartenausgabe- und Verwaltungsprozesse. Die staatliche taiwanesische Kranken-versicherung erwartet jährliche Kostenreduktionen von umgerechnet 195 Millionen Euro.

Als erster Chipkartenhersteller hat G&D im November 2003 den elektronischen Arztausweis im deutschen Gesundheitswesen eingeführt. Im sächsischen Pilotprojekt „SaxTeleMed“ haben sich die radiologischen Abteilungen von insgesamt fünf in Sachsen ansässigen Krankenhäusern angeschlossen. „Mit der Arztkarte haben wir hier ein sicheres Medium angeboten, das die Voraussetzungen für einen rechtlich und organisatorisch festgelegten Rahmen der elektronischen Erstellung, Speicherung und Übertragung medizinischer Informationen gewährleistet“, erläutert Eisenbacher.

Um den Einsatz der Gesundheitskarte, der HPC und der Telematik-Infrastruktur zu erproben, wird es in Deutschland auf Wunsch des Bundesgesundheitsministeriums eine Reihe von Testregionen geben. Mehrere Bundesländer haben sich darum beworben, darunter auch Bayern und Sachsen. Auf die Entscheidung des Bundesgesundheits-ministeriums, welche Bundesländer als Modellregion ausgewählt werden, wird derzeit gewartet. G&D sowie die Siemens AG sind als Generalunternehmer an dem Pilotprojekt der Testregion Ingolstadt vorgesehen, die eng mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Krankenversicherungen in Bayern, den Ärzte- und Apotheker-kammern und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft zusammenarbeiten werden. Sachsen hat mit dem SaxTeleMed-Projekt einen wesentlichen Baustein für die Infrastruktur geliefert. Auch hier wird G&D gemeinsam mit Saxonia Systems, ComCard und Healthpartner die Vorbereitungen für die Testregion durchführen.

„G&D hat durch seine verschiedenen Pilot- und Referenzprojekte gezeigt, dass das Unternehmen auf die Einführung der intelligenten Gesundheitskarte ab 2006 gut vorbereitet ist“, so Eisenbacher.

Giesecke & Devrient GmbH

Giesecke & Devrient (G&D) ist Technologieführer bei Smart Cards und Anbieter chipkartenbasierter Lösungen für die Bereiche Telekommunikation, elektronischer Zahlungsverkehr, Gesundheit, Identifizierung, Transport sowie IT-Sicherheit (PKI). G&D ist zudem führend in der Herstellung von Banknoten und Sicherheitsdokumenten sowie in der Banknotenbearbeitung. Die G&D Gruppe mit Sitz in München hat Tochterunternehmen und Joint Ventures in der ganzen Welt. Im Geschäftsjahr 2007 beschäftigte das Unternehmen knapp 9.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Weitere Informationen finden Sie unter www.gi-de.com.

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.