Lebenswissenschaften lebensnah: "Science meets Business Day" am 08. Dezember 2009 im Konzerthaus Freiburg

(PresseBox) ( Freiburg, )
Erfolgreiche Kooperationen aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Informationen rund um das Thema Life Sciences stehen im Mittelpunkt des "Science meets Business Day" im Konzerthaus Freiburg. Der Tag bildet den Abschluss der BioValley Life Sciences Week 2009 und will Fachleuten, interessierten Schülern, Studenten ebenso wie einem breiten Publikum die faszinierende Vielfältigkeit der Life Sciences präsentieren.

"Die Life Sciences und insbesondere das BioValley sind für die Entwicklung des Dreiländerecks zu einer Europäischen Metropolregion am Oberrhein von zentraler Bedeutung", so Bernd Dallmann, Vorstand der Technologiestiftung BioMed Freiburg. Dieses trinationale Cluster verfügt über die weltweit höchste Dichte an Life Sciences Aktivitäten. Derzeit verstärkt das BioValley seine branchenbezogenen Aktivitäten im Rahmen eines 1,4 Mio. Euro umfassenden Förderprogramms (INTERREG IV).

Der Science meets Business Day stellt in diesem Jahr ausgewählte Kooperationen des Exzellenzclusters "bioss" - Biologische Signalstudien - und des IMTEK - Institut für Mikrosystemtechnik - der Universität Freiburg sowie des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum Freiburg vor.

Programminhalte:

Der Tag beginnt mit dem Impulsvortrag: "Systembiologie: Ein ganzheitlicher Ansatz, um Leben und seine Krankheiten zu erforschen" von Professor Ralf Baumeister, Direktor des Zentrums für Biosystemanalyse (ZBSA) an der Universität Freiburg. Die rasante technische Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte hat für biologische und medizinische Forschung ungeahnte Fortschritte gebracht. So kann die Erbsubstanz ganzer Organismen heute in wenigen Wochen entschlüsselt werden, und neuartige Methoden erlauben den Blick auf die Funktion von Molekülen, aber auch von einzelnen Zellen oder in lebende Gewebe. Immer mehr wird die molekulare Biologie zu einer Plattform des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Laborforschern von Chemie bis Materialwissenschaften und den mathematisch orientierten Theoretikern der Computerwissenschaften oder Physik. Eine neue Generation von Forschern bricht auf, die Grenzen der Fachdisziplinen zu sprengen und eröffnet damit dem Nachwuchs eine einzigartige Ausbildungs- und Betätigungsvielfalt.

Anschließend präsentieren Wissenschaftler und Unternehmensvertreter gemeinsam ihre erfolgreichen Kooperationsprojekte. Den Anfang machen Professor Wilfried Weber vom Exzellenzcluster "bioss" - Zentrum für Biologische Signalstudien der Universität Freiburg und Marc Gitzinger, Geschäftsführer der in Basel ansässigen BioVersys GmbH. Ihr Vortrag trägt den Titel: "Neue Waffen gegen alte Krankheiten: Bekämpfung von antibiotikaresistenten Bakterien". In den letzten Jahren erkranken immer mehr Menschen an bakteriellen Infektionen, die nicht mehr mit den gängigen Medikamenten behandelt werden können. Der Grund ist, dass die krankheitserregenden Bakterien immun oder resistent gegen die Medikamente geworden sind. Das Ziel der Forschung ist es, diese Resistenz gegen die Medikamente auszuschalten, sodass die Bakterien wieder mit bewährten Medikamenten behandelt werden können. Am Beispiel von medikamentenresistenten Tuberkelbakterien (der Erreger von Tuberkulose) wird gezeigt, wie die Medikamentenresistenz ausschaltet werden kann und somit diese gefährlichen Bakterien wieder erfolgreich bekämpft werden können.

Professor Andreas Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum Freiburg und Julie Blumeberg von der Tikanis GmbH stellen ihr gemeinsames Projekt vor. "From Bench to Bedside: Flexible Software in Forschung und Klinik" heißt ihr gemeinsamer Vortrag. Die von den Physikern Julie Blumberg und Dr. Thomas Maiwald gegründete Tikanis GmbH entwickelt Software für klinische Forschung, wissenschaftliche Datenanalyse und Klinik-Informationssysteme. In Kooperation mit dem Epilepsiezentrum werden neue Lösungen für das ambulante Patientenmonitoring realisiert. Die hierfür entwickelte Software PDA Designer ermöglicht es Ärzten, Psychologen und Wissenschaftlern ohne spezielle Programmierkenntnisse Therapieverläufe, kognitive Leistungsfähigkeit und psychisches Befinden von Patienten ambulant mittels Handheld oder Smartphone zu erfassen. Die von den Gründern im Bereich der Systembiologie entwickelte Software "PottersWheel" zur mathematischen Modellierung biologischer Systeme wird international an 100 Institutionen eingesetzt. In Kooperationen mit dem deutschen Krebsforschungszentrum und der Harvard University wurden so neue Mechanismen bei der Krebsentstehung entschlüsselt.

Äußert interessant ist auch die Kooperation zwischen Professor Ulrich Egert, Inhaber des Lehrstuhls für Biomikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg, und Karl-Heinz Boven, Geschäftsführer der in Reutlingen ansässigen Multi Channel Systems GmbH. Sie stellen im dritten Vortrag mit dem Titel: "Brains on Chips: Mikrosystemtechnisch hergestellte Mikroelektroden- Arrays für die Hirnforschung" die erfolgreiche Verbindung mikrosystemtechnischer Methoden und biowissenschaftlicher Forschung vor, die sich in den vergangenen Jahren als boomender Forschungs- und Wirtschaftszweig erwiesen hat. Grundlegende Eigenschaften der Schnittstelle zwischen Technik und biologischem Gewebe werden auf verschiedenen Komplexitätsebenen untersucht, von der molekularen Grenzfläche bis hin zur Funktion neuronaler Netzwerke im Organismus und zu Implantaten. Die in enger Zusammenarbeit der Firma Multi Channel Systems, des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts Reutlingen und Wissenschaftlern der Universität Freiburg optimierten Messsysteme und Arrays wurden inzwischen zum Industriestandard und Multi Channel Systems zum weltweiten Marktführer für diese Systeme.

Die Reihe der erfolgreichen Kooperationen endet an diesem Nachmittag mit der Präsentation:" Punktgenau dosieren: Nanoliterdosiertechnik nicht nur für die Lebenswissenschaften", den Professor Roland Zengerle, Inhaber des Lehrstuhls für Anwendungsentwicklung und Leiter des IMTEK, gemeinsam mit Dr. Peter Koltay, Geschäftsführer der BioFluidix GmbH präsentieren wird. Der Beitrag von Prof. Zengerle erläutert ausgehend von seinen Forschungsaktivitäten im Bereich der Mikrodosiertechnik und Mikrofluidik, beispielhaft dargestellt am TopSpot Druckverfahren für Biochips, wie Innovationen in der Forschung entstehen und kommerzielle Anwendung finden. Dr. Koltay geht auf die Entstehung und Entwicklung der BioFluidix GmbH ein, welche im Jahre 2005 aus dem IMTEK ausgegründet wurde. Der Vortrag beschreibt die unterschiedlichen Mikrodosiertechnologien der Firma, ihre Anwendungsgebiete und Märkte.

Mit der vierten Vergabe des Preises für hervorragende Leistungen im Fach Biotechnologie an der Freiburger Merian-Schule dokumentieren die Technologiestiftung BioMed Freiburg sowie das Zentrum für Angewandte Biowissenschaften (ZAB) der Universität Freiburg die die große Bedeutung, die der Nachwuchsförderung in diesem Bereich zukommt.

Veranstaltet wird der Tag von der Deutschen BioValley Plattform, der die Wirtschaftsregionen Freiburg, Offenburg/Ortenau und Südwest, die Universität Freiburg, die IHK Südlicher Oberrhein, die TechnologieRegion Karlsruhe, der BioValley Deutschland e.V, die Hochschulen Offenburg und Furtwangen sowie die Duale Hochschule Baden- Württemberg - Lörrach angehören. Koordiniert wird diese Plattform von der Technologiestiftung BioMed Freiburg, die gleichzeitig die Koordinierungsstelle der BioRegio Freiburg innehat.

BioValley Life Sciences Week: "Science meets Business Day" am 08. Dezember 2009 ab 14:00 Uhr im Konzerthaus Freiburg.
Weitere Informationen und Anmeldung erbeten unter: michael.richter@fwtm.freiburg.de
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