Infrarot-Kameras von Flir erobern den Weltraum

Infrarot-Kameras der S-Serie für wissenschaftliche Anwendungen in Space Shuttle & ISS

(PresseBox) ( Frankfurt am Main, )
Erleichterung machte sich breit, als die vielbeachtete Space Shuttle Mission STS-114 am 9. August 2005 glücklich auf der Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien landete. Damit endete die über 2-jährige Pause im Shuttle-Programm, die sich die NASA nach dem Verlust des Columbia-Orbiters im Februar 2003 selbst gesetzt hatte. Von der Öffentlichkeit eher unbeachtet begleitete das Shuttle Discovery diesmal auch eine modifizierte Flir-Infrarotkamera der S-Serie, eine ThermaCAM EVA S65.

Die Infrarot-Kamera sollte geführt von einem Astronauten auf einer Außenmission im Falle einer Beschädigung der Isolation am Übergang von Flügel und Shuttle-Rumpf lebenswichtige Daten sammeln: Eine Serie von radiometrischen Wärmebildern würde Brüche, Ablösungen oder Beschädigungen sichtbar machen und könnte zur weiteren Überprüfung zur Erde geschickt werden. „Glücklicherweise wurde die Kamera auf der Mission nicht benötigt“, erklärt Mike Gazarik vom NASA Langley Research Center. „Das System sollte lediglich im Fall einer befürchteten Beschädigung am Spaceshuttle-Flügel zum Einsatz kommen – und dazu kam es ja erfreulicherweise nicht.“

Trotzdem wird die Infrarot-Kamera im Weltraum nicht ungenutzt bleiben. Zusammen mit einem identischen System, das auf der nächsten Shuttle Mission STS-121 im Laderaum der Atlantis zur internationalen Raumstation ISS fliegen soll, wird die ThermaCAM EVA S65 dann mithelfen, Kohlefaser-Flügel-Panels und beschädigte Hitzeschutzkacheln des Shuttle zu untersuchen und zu reparieren. Eine Beschädigung der Isolation am vorderen Rand des Spaceshuttle-Flügelansatzes war einer der Faktoren, den die NASA für den Absturz der Columbia verantwortlich macht.

Neben der Kamera werden daher jetzt auf der Atlantis-Mission insgesamt 36 beschädigte, verstärkte Kohlefaser-RCC-Musterstücke (Reinforced Carbon-Carbon oder RCC) und Hitzekacheln zur ISS gebracht, die mit Hilfe der Infrarot-Thermografie untersucht werden sollen. Die Missionsteilnehmer Piers Sellers und Michael Fossum werden dabei zwei der beschädigten RCC-Muster mit der Infrarot-Kamera inspizieren, um die Untersuchungstechniken zu überprüfen und zu bestätigen. Im Dezember 2005 sollten beide Kameras dann ursprünglich mit der Atlantis-Mission STS-115 zur Erde zurückgebracht werden. Wann es jedoch dazu kommen wird, ist momentan allerdings noch unklar, denn aufgrund der Vorkommnisse beim Start der Mission STS-114 im Juli/August 2005 hat die NASA alle weiteren Shuttle-Missionen vorläufig ausgesetzt.

Insgesamt hat die NASA vier identische Infrarot-Kameras von Flir modifiziert, um sie an die Anforderungen im Weltraum anzupassen – nur die so veränderten Systeme entsprechen den sehr strengen Anforderungen des Spaceshuttle-Programms. Im Wesentlichen dienen die Modifikationen dem Schutz vor mechanischer Stoßbelastung, Strahlung, Feuer, Schock- und Vibrationsbelastung und der Anpassung an die Temperatur-Verhältnisse im Weltraum. So musste z. B. das hinterleuchtete LCD-Display verändert werden, um hohe Spannungswerte zu vermeiden. Außerdem wurde die Software komplett überarbeitet, um sie den besonderen Aufgaben anzupassen. Auch die Knöpfe des Bedienfelds wurden völlig neu entworfen. Schließlich müssen Sie auch mit den vergleichsweise klobigen Handschuhen der Astronauten problemlos funktionieren.
Momentan plant die NASA den Einsatz der Infrarot-Kamerasysteme auf der ISS primär zur Untersuchung der bordeigenen technischen Ausstattung der Station. Auch der potentielle Einsatz zur frühzeitigen Erkennung von Leckagen ist für die NASA denkbar.
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