iPhone 5 hinkt bei den Features hinterher, aber führt bei den Umsatzzahlen

Caroline Gabriel

(PresseBox) ( Ismaning, )
Apple hat pünktlich das iPhone 5 vorgestellt. Wie bei Apple üblich werden nun nach einer Markteinführung, die keinerlei Überraschungen bot, die Medien wieder ausgiebigst darüber berichten und die Umsatzzahlen in die Höhe schnellen. Die meisten der am meisten hochgelobten Innovationen - LTE, eine bessere Kamera, schlanke Leichtigkeit in Kombination mit einem breiten Display - sind bei den Smartphone-Konkurrenten schon seit einer ganzen Weile Standard. Doch das spielt für die Legionen von iPhone-Liebhabern und die Netzanbieter, die keine Rolle - wer von den Analysten, die die Features des neuen Endgeräts untersucht haben, die Umsatzprognosen für das Sommerquartal für Apple, und damit für den gesamten Smartphone-Markt, schnell nach oben geschraubt hat, war ganz bestimmt auf der sicheren Seite.

Das iPhone 5 wird vor allem für diejenigen Mobilfunknetzbetreiber eine sehr wichtige Rolle spielen, die damit die Nutzung des LTE-Mobilfunkstandards ankurbeln können. Auch wenn hier Verizon und AT&T die Vorreiter unter den Carriern bleiben und Verizon mit einem Apple Telefon endlich von seinem bereits sehr gut ausgebauten LTE-Netz profitieren kann, werden wohl eher Betreiber wie Everything Everywhere (EE) und Sprint am meisten Nutzen daraus ziehen, denn deren 4G-Netze werden gerade erst eingeführt, und so können diese Anbieter vom ersten Tag an ein Handset der Luxusklasse anbieten.

Der Support für das Netz von EE bereits im ersten Schritt zeigt, dass Apple im Hinblick auf die Frequenzbänder einen etwas "katholischeren" Ansatz verfolgt als bei Markteinführungen in der Vergangenheit - allerdings ist T-Mobile noch nicht dabei, bis deren eigenes LTE-Netz einsatzbereit ist. Apple wird die 700MHz Frequenzen von AT&T und Verizon sowie die europäischen Standard-LTE-Bänder mit 2,6GHz bzw. 800MHz, aber auch das 1,8GHz Band von EE und das Spektrum von Sprint unterstützen.

Der exklusive EE-Support wird den Ärger der britischen Konkurrenten Vodafone und O2 (in Großbritannien der einzige Partner der ersten iPhone-Generation) noch vergrößern, denn mit der Genehmigung, sein GSM-Spektrum schon im nächsten Monat für LTE auszubauen, wird EE, dem größten Mobilfunknetzbetreiber, ein Vorsprung gewährt. Andere britische Netzanbieter erhalten das neue Gerät vom ersten Tag an, verfügen aber nicht über die dafür erforderlichen LTE-Netze - EEs 2G/3G Marken, T-Mobile und Orange, können lediglich HSPA+ nutzen, ebenso O2 und 3UK (ganz zu schweigen von Vodafone).

Auch andere Netzbetreiber bleiben erst einmal außen vor - die TD-LTE Version für China Mobile, über die jede Menge Gerüchte im Umlauf waren, ist nicht zustande gekommen. Doch Apple nutzt seine tiefer werdende Modem-Beziehung mit Qualcomm und bietet starke Multi-Modus Fähigkeiten im Rahmen unterschiedlicher Kombinationsangebote aus CDMA EV-DO, HSPA(+), DC-HSPA, EDGE und GPRS an - alles auf einem Einzelchip-Baseband und einem Einzelchip-Multiband RF Transceiver.

Die Nutzer von Android Superphones, aber auch diejenigen, die die immer wichtiger werdenden Mittelklasse-Modelle einsetzen, sehen beim iPhone 5 nichts, was sie nicht auch haben - LTE, bessere Videofähigkeiten, Richtungsänderungsanzeige, schlankes Gehäuse, annehmbare Kamera etc. Die Lücke zwischen Applikationen bzw. dem Ökosystem für das iPhone und seine Android-Rivalen ist nicht mehr so riesig (allerdings bei Tablets noch groß genug, um das iPad mit einem echten Alleinstellungsmerkmal auszustatten). Und das iPhone 5 verfügt auch über kein echtes "Killer-Feature" - so wie der Sprachassistent Siri im letzten Jahr, welcher dafür gesorgt hat, dass das 4S nicht im Sumpf der Mittelmäßigkeit versank. Dabei handelt es sich eher um ein generelles Update als um etwas radikal Neues, und Apple brauchte etwas Dramatischeres, um Begehrlichkeiten bei den Android-Nutzern zu wecken, als in diesem Herbst lediglich ein Upgrade-Wettrennen innerhalb der bereits bestehenden iOS Fan-Gemeinde sicherzustellen.
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