Sanierungs-Geschäftsführer: Spezialist mit begrenztem Auftrag

Muss ein Unternehmen saniert werden, wird immer häufiger ein so genannter „Sanierungs-Geschäftsführer“ berufen. Die Vorteile gegenüber dem Einsatz klassischer Sanierungsberater sind beträchtlich, die Sanierungschancen steigen immens ...

(PresseBox) ( Berlin, )
Gerät ein Unternehmen in eine Krise, ist die bestehende Geschäftsführung zumeist vollkommen überfordert. Das hat einen einfachen Grund: Krisenbewältigung gehört nicht zum Handwerkszeug eines Geschäftsführers, der meist vertriebliche oder technologische Verantwortung trägt und eher strategisch denkt. Ein Sanierer hingegen ist ein Spezialist, der Geschäftsführungs- als auch Sanierungskompetenz in einer Person vereint und das gesamte Instrumentarium der Unternehmenssanierung beherrscht. Der kurzfristig arbeitet, mit harten, schnellen Einschnitten, um das Überleben des Unternehmens zu sichern.

Doch wo früher ein externer Krisenberater hinzugezogen wurde, setzt sich heute eine andere, äußerst erfolgreiche Variante bei der Bewältigung unternehmerischer Krisen durch: die Einsetzung eines "Sanierungs-Geschäftsführers". Seine Verantwortung liegt nicht vorrangig im Verkauf der Produktentwicklung oder in der betriebswirtschaftlichen Steuerung des Unternehmens. Er ist auch kein Spezialist für betriebliche Spezialaufgaben. Er hat nur eine einzige Aufgabe, der er seine ganze Zeit widmet: das Unternehmen zu retten.

Der Zeitpunkt, an dem üblicherweise ein Sanierungs-Geschäftsführer eingesetzt wird, ist die beginnende Liquiditätskrise. Also die Phase, an dem das Unternehmen das Geld ausgeht, um die laufenden Verpflichtungen zu decken. "Je früher, desto besser", rät Burkhard Jung, Vorstand der CMS AG, der führenden deutschen Restrukturierungsberatung für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Mittelstand. "Wenn erst einmal kein Geld mehr da ist, um die nächsten Gehälter zu zahlen, sinken die Spielräume für eine Sanierung ohne Insolvenzverfahren beträchtlich. Leider bemerken viele Mittelständler nach wie vor ihre eigene Krise viel zu spät."

Schnell handeln

Ist der Sanierungs-Geschäftsführer eingesetzt, muss er sich sofort ein genaueres Bild von der Lage des Unternehmens machen. Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Situation? Wo sind die "Cash-Burner"? Wer sind die wichtigsten Gläubiger? Wo besteht Potenzial, kurzfristig Kosten zu senken oder gar - was weit schwieriger ist - kurzfristig die Einnahmen zu erhöhen? Dazu und zur Entwicklung eines geeigneten Sanierungskonzeptes bleibt ihm nur wenig Zeit. Er muss schnell handeln.

In einer Krise bricht immer die Kommunikation zusammen. Der Sanierungs-Geschäftsführer wird also zu aller erst dafür sorgen, eine neue Gesprächgrundlage mit allen Beteiligten zu schaffen. "Das ist auch nötig, weil er Sofortmaßnahmen zur Liquiditätssicherung ergreifen muss, für die er nicht nur die Zustimmung, ja Mitarbeit der Gläubiger, Mitarbeiter und Kunden braucht", erklärt Jung die Ausgangssituation, in der sich ein Sanierungs-Geschäftsführer befindet.

Gläubiger gewinnen

Da sind zum ersten die Gläubiger, allen voran die Banken und Lieferanten, mit denen Vereinbarungen über Stundungen und im weiteren Verlauf des Sanierungsprozesses ggf. Neufinanzierungen zu treffen sind. Außerdem sind schnelle Verhandlungen mit dem Betriebsrat erforderlich. Grundsätzlich muss der Sanierungs-Geschäftsführer Transparenz für alle Beteiligten schaffen, und zwar nicht nur für Gläubiger und Mitarbeiter, sondern auch für die Kunden und Partner des Unternehmens sowie andere betroffene Parteien, die es zu binden gilt.

Das geht nicht, ohne gelegentlich eine Drohkulisse aufzubauen, um alle Parteien auf ein gemeinsames Ziel aufzubauen. Alle diese Beteiligten muss der Sanierungs-Geschäftsführer zu oftmals schmerzhaften Sanierungsbeiträgen bewegen. Gleichgültig, welche der zur Verfügung stehenden Sanierungsinstrumente angewandt werden sollen - z.B. die gezielte Schrumpfung des Unternehmens, ein Vergleich mit den Großgläubigern oder auch die gezielte Sanierung über ein Insolvenzverfahren: "Darauf werden sich die Gläubiger nur einlassen, wenn sie begreifen, dass sie ohne diese Zugeständnisse am Ende schlechter da stehen", berichtet Burkhard Jung, der nicht selten zwei Unternehmen gleichzeitig als Sanierungs-Geschäftsführer aus der Krise begleitet und sich bei seinen Mandaten auf ein ganzes Team von erfahrenen Sanierungsexperten stützen kann.

Apropos Insolvenz: Ein Insolvenzverfahren ist im Instrumentarium des Sanierers immer die ultima ratio. Sie sollte aber auch nicht ausgeschlossen werden. Gut geplant, ist ein Insolvenzverfahren heute ein höchst geeignetes Instrument, um ein Unternehmen zu entschulden und wieder neu aufzustellen. Dabei steht es zur Wahl, das Unternehmen selbst über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren. Oder über eine "übertragene Sanierung" die überlebensfähigen Teile des Unternehmens herauszulösen und in eine neue Gesellschaft zu überführen.

Bei der Sanierung über ein Insolvenzverfahren ist der Sanierungs-Geschäftsführer der ideale Ansprechpartner des Insolvenzverwalters. Letzterer trifft nämlich bei Insolvenzanmeldung auf einen Sanierungsexperten, der sich in allen Belangen der Sanierung und des Insolvenzrechts auskennt und zumindest in Grundzügen ein Sanierungskonzept in der Tasche hat. Dies sind ausgezeichnete Grundlagen für eine erfolgreiche Sanierung.

Einzelkämpfer auf Zeit

Dabei handeln Sanierungs-Geschäftsführer in den meisten Fällen als Alleingeschäftsführer. Dafür gibt es gute Gründe. "Zum ersten muss der Sanierungs-Geschäftsführer schnell handeln und entscheiden können, ohne sich vorher noch mit einem Mitgeschäftsführer abstimmen zu müssen", erklärt Jung. "Außerdem drohen ihm als Geschäftsführer, wenn etwas schief geht, schwerwiegende haftungsrechtliche Folgen", so Jung weiter: "Und wenn er im Gegensatz zum Berater schon den eigenen Kopf hinhält, dann darf er sich nicht auch noch für Maßnahmen anderer verantworten müssen."

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Eine Krise kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie hat sich vermutlich Monate vorher angekündigt. Zahlungsfristen sind verstrichen, Liefertermine und andere Zusagen wurden nicht eingehalten. Banken, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten haben das Vertrauen in alte Geschäftsführung verloren. Wenn jetzt ein Sanierungsgeschäftsführer die Verantwortung für das Unternehmen übernimmt, kann neues Vertrauen entstehen. Die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Sanierung.

Hier wird deutlich, wo die Vorteile eines Sanierungs-Geschäftsführers gegenüber einem reinem Sanierungsberater liegen: Er ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Burkhard Jung: "Dadurch gewinnt er einen deutlich größeren Handlungsspielraum und ein größeres Durchsetzungsvermögen."

Dies ist gleichzeitig die Ursache für die großen Erfolgspotenziale bei der Sanierung mithilfe eines Sanierungs-Geschäftsführers. "Die Erfahrung zeigt, dass Sanierungs-Geschäftsführer fast immer Erfolg haben", betont CMS-Vorstand Jung. "Der Sanierungsfachmann als Geschäftsführer garantiert schnelle Fortschritte ohne Zeitverlust. Und schnelles uns entschlossenes Handeln ist das A und O jeder erfolgreichen Sanierung."

Allerdings ist die Aufgabenstellung eines Sanierungs-Geschäftsführers naturgemäß zeitlich begrenzt. Ist das Unternehmen in groben Strukturen saniert, beginnt wieder das Tagesgeschäft. Um so wichtiger ist es, dass sich die Gesellschafter rechtzeitig um einen Nachfolger bemühen, wenn die Sanierung nicht umsonst gewesen sein soll.
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