Weltnorm kontra Werksnorm

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Entwicklungspartnerschaften können auch darin bestehen, Maschinenbauunternehmen über die Vorteile zu informieren, die Weltnormen gegenüber Werksnormen besitzen. Darstellen lässt sich diese Aussage überzeugend anhand der DIN ISO 7425-1 und der Norm DIN ISO 10766 aus dem Jahr 2004. Während die international gültige DIN ISO 7425-1, die Einbauräume für gummivorgespannte Kunststoffdichtungen sowie die Kolbeneinbauräume von Hydraulikkolben regelt, ist die Norm DIN ISO 10766 den Einbauräumen für rechteckige, geschnittene Führungsbänder für Kolben und Stangen gewidmet.

Der Blick in diese Normen lohnt sich insbesondere im Hinblick auf die Globalisierung der Märkte, nicht zuletzt im Maschinenbau. Werden Werksnormen auf die Maße der Weltnorm umgestellt, kann der Hersteller des Hydrauliksystems einerseits auf die Angebotspalette vieler Dichtungshersteller zurückgreifen und andererseits seinen Kunden in der ganzen Welt eine überzeugende Ersatzteilverfügbarkeit bieten. Zumal die norm-konformen Dichtungen und Führungen praktisch auf allen Kontinenten verfügbar sind.

Der Hauptvorteil für Konstrukteure hydraulischer Antriebssysteme besteht jedoch in der Freiheit, bei gleichbleibenden Nutmaßen für jeden Anwendungsfall das unter Preis-Leistungs-Gesichtspunkten optimale Dichtungs- und Führungssystem einsetzen zu können. Je nach Druck, Temperatur und Medium können allein aus dem modularen ‚DIN ISO-Baukasten' sieben verschiedene Kolbendichtungen von Busak+Shamban ausgewählt werden, die allesamt für Einbauräume nach DIN ISO 7425-1 ausgelegt sind.

Diese decken nahezu alle Anforderungen ab, die in der Mobil- und Stationärhydraulik vorkommen. Dabei können die Einsatzbedingungen zwischen leicht, mittel und schwer variieren. Außerdem können die Dichtringe feinstufig an die gegebenen Druck-, Temperatur- und Geschwindigkeitsverhältnisse angepasst werden.

Für Anwendungen, bei denen das ‚Anfangsrucken' stört, stehen nahezu stick-slip-freie Ringe aus dem PTFE-Werkstoff Turcon zur Verfügung. Auch die Polyurethanwerkstoffe Zurcon Z20, Z22, Z23 und Z24 und die härteren Gieß-Polyurethanwerkstoffe Zurcon Z51 und Z52 sowie der thermoplastische Werkstoff Zurcon Z66 können zum Einsatz kommen, wobei sich die Werkstoffwahl ebenfalls an den Einsatzbedingungen, am Rohrwerkstoff und am Betriebsmedium orientieren.

Trotz der stets gleichen Nutabmessungen unterscheiden sich die variabel einsetzbaren Kolbendichtungen auch hinsichtlich ihrer Bauart bzw. ihres Konstruktionsprinzips. Der Anwender kann wählen zwischen einfach und doppelt wirkenden Dichtungen und findet im Normprogramm von Busak+Shamban selbst Ringe zur Abdichtung von Gasen - zum Beispiel für den Einbau in Kolbenspeicher.

Während einerseits Dichtungen ohne Werkzeugformen spanend für alle Durchmesser hergestellt werden, erfordert das Produktionsverfahren des Zurcon Glyd Ring P und des Zurcon Wynseal den Bau von Spritzgießformen. Deshalb ist die Abmessungsvielfalt begrenzt.

Ähnlich große Freiheiten bieten auch Führungsringe nach DIN ISO 10766. Diese internationale Norm beschreibt die Einbauraumabmessungen der Führungsringe und Busak+Shamban hat hierfür Führungsringe entwickelt, die hinsichtlich der Werkstoffe variieren. Dem Anwender kommt auch bei den Führungsringen die Freiheit zu, nach den im Einzelfall geltenden Einsatzbedingungen das technisch-wirtschaftliche Optimum auszuwählen.

Die folgenden Beispiele untermauern die beschriebenen Freiheitsgrade: Turcite -Slydring -Führungsringe aus PTFE-Werkstoffen werden u.a. mit Bronze gefüllt, wodurch sie ein ausgezeichnetes Reibverhalten aufweisen und als stick-slip-frei einzustufen sind. Ihre ‚Teardrop'-Struktur auf der Gleitfläche besteht aus kleinen Schmiertaschen an der Oberfläche, die die Anfangsschmierung verbessern und die Bildung des Schmierfilms fördern.

Führungsringe aus dem Werkstoff Zurcon Z80 basieren auf einem ultrahoch molekularen Polyethylenwerkstoff, der aufgrund seiner PTFE-ähnlichen Reibeigenschaften ohne Füllstoff-Zusätze auskommt und bevorzugt in der Wasserhydraulik eingesetzt wird. Mehrere HiMod -Werkstoffe bieten als glasfasergefüllte Bauteile auch bei Temperaturen bis 130°C gute Festigkeitswerte. Auf hohe radiale Belastungen sind hingegen die Führungsringe der Baureihe Luytex -Slydring ausgelegt. Die sind aus Gewebeverbundwerkstoffen hergestellt und teilweise mit PTFE oder Grafit angereichert werden, um das Gleitverhalten zu optimieren.

Da Dichtungen und Führungen beliebig kombinierbar sind, ergibt sich die komfortable Situation, dass ein Maschinenbauunternehmen seine Hydrauliksysteme bei baugleichen Kolben an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen kann. Dies führt zu höheren Losgrößen bei der Kolbenfertigung und damit zu niedrigeren Herstellkosten. Außerdem lassen sich Hydrauliksysteme durch die Umstellung von Werksnormen auf ‚Weltnormen' nachträglich ohne hohen Aufwand optimieren, wenn sich die Einsatzbedingungen einer Maschine verändern. Und ‚spare parts' können praktisch rund um den Globus innerhalb kürzester Zeit bereitgestellt werden - ein zusätzliches Verkaufsargument für den Maschinenbauer.
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