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Bayer erweitert klinisches Entwicklungsprogramm von Finerenon um Phase-III-Studie bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Nierenerkrankung

(PresseBox) ( Berlin, )
Bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) ist der ungedeckte Bedarf an neuen Behandlungsoptionen ebenso wie bei Erwachsenen hoch, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Nierenfunktion zu erhalten / Die Phase-III-Studie FIONA wird die Wirkung von Finerenon bei pädiatrischen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und stark erhöhter Proteinausscheidung im Urin (Proteinurie) untersuchen
 
Bayer gab heute die Initiierung der Phase-III-Studie FIONA bekannt, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik / Pharmakodynamik von Finerenon zusätzlich zur Standardtherapie, zur Behandlung von pädiatrischen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und stark erhöhter Proteinurie. Das Hauptziel der Studie besteht darin, die Überlegenheit von Finerenon gegenüber Placebo, zusätzlich zu einem Inhibitor des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer) oder einem Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB), bei der Verringerung der Proteinausscheidung im Urin nachzuweisen. Der primäre Endpunkt ist die Veränderung des Protein-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UPCR) vom Ausgangswert bei Studienbeginn bis Monat 6.

„Chronische Niereninsuffizienz ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, die Kinder aller Altersstufen betrifft. Trotz durch frühere Forschungsbemühungen erzielter Fortschritte schreitet die Nierenerkrankung weiter fort und die Kinder haben weiterhin eine Proteinurie. Diese ist ein wichtiger, beeinflussbarer Risikofaktor bei der Verschlechterung der Nierenfunktion. Neue Behandlungsoptionen sind erforderlich, die die Proteinurie senken und die zusammen mit der aktuellen Standardtherapie einsetzbar sind“, sagte Dr. Franz Schaefer, Professor für Pädiatrie und Leiter der Pädiatrischen Nephrologie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Im Erfolgsfall könnten die Erkenntnisse aus dieser Studie von großer Bedeutung für Kinder mit chronischer Nierenerkrankung und ihre Familien sein.“

Proteinurie ist ein wichtiger, modifizierbarer Risikofaktor für das Fortschreiten der CKD bei Kindern. Die durch Aldosteron vermittelte Aktivierung des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR) in der Niere führt zu einer fortschreitenden Gewebsentzündung und -schädigung. Finerenon ist ein in der Entwicklung befindlicher nichtsteroidaler und selektiver MR-Antagonist, der in präklinischen Studien gezeigt hat, dass er schädliche Wirkungen einer MR-Überaktivierung hemmt. Es wird angenommen, dass eine MR-Überaktivierung zum Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung sowie kardiovaskulären Schäden beiträgt.

Finerenon wurde in zwei abgeschlossenen Phase-III-Studien, FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD, an einer breiten Population erwachsener Patienten mit CKD der Stadien 1-4 und Typ-2-Diabetes (T2D) untersucht. In diesen Studien hat Finerenon Vorteile in Bezug auf Nieren- und kardiovaskuläre Ereignisse und ein konsistentes Sicherheitsprofil bei Patienten mit CKD und T2D gezeigt. FIDELITY, eine präspezifizierte gepoolte Analyse der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD mit mehr als 13.000 Patienten mit CKD und T2D, untersuchte den potenziellen Nutzen von Finerenon auf Progression der Nierenerkrankung sowie auf tödliche und nicht tödliche kardiovaskuläre Ereignisse über das gesamte Krankheitsspektrum hinweg.

„Im bisher größten klinischen Phase-III-Studienprogramm bei chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes, an dem mehr als 13.000 erwachsene Patienten teilnahmen, hat Finerenon das Potenzial zur Verbesserung der renalen und kardiovaskulären Ergebnisse gezeigt“, sagte Dr. Christian Rommel, Mitglied des Executive Committee der Division Pharmaceuticals der Bayer AG und Leiter Forschung und Entwicklung. „Die neue Studie FIONA erweitert unsere klinische Forschung zu Finerenon auf Kinder und Jugendliche mit chronischer Nierenerkrankung, bei denen der Bedarf an neuen Behandlungsoptionen hoch ist, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und die Nierenfunktion so gut und so lange wie möglich zu erhalten.“

Die geplante Phase-III-Studie FIONA wird Finerenon im Vergleich zu Placebo zusätzlich zur Standardbehandlung bei etwa 200 Patienten mit CKD untersuchen. Die Patienten werden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhalten zusätzlich zu den individuell optimierten Dosen eines ACE-Hemmers oder eines ARB entweder eine an das Körpergewicht angepasste Dosis Finerenon oder ein Placebo. Die Studie wird zum Projekt IMI2 conect4children (c4c) beitragen, indem sie das c4c-Netzwerk und seine klinischen Zentren in ganz Europa nutzt. c4c zielt darauf ab, bessere Medikamente für Babys, Kinder und Jugendliche bereitzustellen, indem die Planung und Durchführung klinischer Studien in ganz Europa verbessert wird. Darüber hinaus wird die Studie in Zusammenarbeit mit zwei pädiatrischen kindernephrologischen Forschungsnetzwerken durchgeführt: ESCAPE (European Study Consortium for Chronic Kidney Disorders impacting Pediatric Patients) und NAPRTCS (North-American Pediatric Renal Trials and Collaborative Studies).

Im Juli wurde Finerenon unter dem Markennamen Kerendia® von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) aufgrund der positiven Ergebnisse der Phase-III-Studie FIDELIO-DKD für erwachsene Patienten mit CKD und T2D zugelassen. Finerenon wurde auch in der Europäischen Union (EU) und in China sowie in mehreren anderen Ländern weltweit zur Marktzulassung eingereicht; diese Anträge werden derzeit geprüft.

Über Finerenon
Finerenon (BAY 94-8862) ist ein in der Entwicklung befindlicher neuartiger, nicht-steroidaler, selektiver Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist (MRA), der in präklinischen Studien gezeigt hat, dass er schädliche Wirkungen einer Überaktivierung des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR) hemmt. Bei T2D wird angenommen, dass eine MR-Überaktivierung zum Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung sowie von Herzschäden beiträgt, die durch metabolische, hämodynamische sowie inflammatorische und fibrotische Faktoren getrieben werden können.

Das Phase-III-Programm mit Finerenon, FINEOVATE, umfasst derzeit fünf Phase-III-Studien: FIDELIO-DKD, FIGARO-DKD, FINEARTS-HF, FIND-CKD und FIONA.

Die Initiierung der Phase-III-Studie FIONA (FInerenone for the treatment of children with chrOnic kidNey disease and proteinuriA) baut auf den Phase-III-Ergebnissen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD auf, in denen die Wirkung von Finerenon gegenüber Placebo zusätzlich zur Standardtherapie auf renale und kardiovaskuläre Ergebnisse bei erwachsenen Patienten mit CKD und T2D über ein breites Spektrum von Schweregraden der Erkrankung untersucht wurde. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird FIONA die Wirkung von Finerenon bei pädiatrischen Teilnehmern mit CKD und stark erhöhter Proteinurie untersuchen.

Im September 2021 informierte Bayer über die Initiierung der Phase-III-Studie FIND-CKD (FInerenone, in addition to standard of care, on the progression of kidney disease in patients with Non-Diabetic Chronic Kidney Disease), einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie, in der Finerenon bei Patienten mit nicht-diabetischer Nierenerkrankung untersucht wird. FIND-CKD wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Finerenon zusätzlich zur leitliniengerechten Therapie im Hinblick auf die Verzögerung des Fortschreitens der Nierenerkrankung bei mehr als 1500 CKD-Patienten mit nicht-diabetischen Ursachen, einschließlich Bluthochdruck und chronischer Glomerulonephritis (Nierenentzündung), untersuchen. Der primäre Endpunkt ist die durchschnittliche Veränderung der Nierenfunktion im Zeitverlauf (Abfallen der geschätzten glomerulären Filtrationsrate, eGFR) von Studienbeginn bis Monat 32.

Über chronische Nierenerkrankung bei pädiatrischen Patienten
Weltweit haben zwischen 30 und 90 Kinder pro Million eine chronische Nierenerkrankung des Stadiums 2 oder höher. Die jährliche Inzidenz in europäischen Ländern liegt zwischen 8,7 und 17,5 Fällen pro Million Kinder. Wie bei Erwachsenen zielen sekundäre Behandlungsstrategien für CKD bei Kindern darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit durch die Kontrolle des Blutdrucks und der Proteinurie durch eine RAAS-Blockade mit einem Inhibitor des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer) oder einem Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB) zu verhindern. Trotz der Behandlung mit der verfügbaren Standardtherapie haben pädiatrische Patienten mit CKD jedoch wie Erwachsene weiterhin Proteinurie und die Nierenerkrankung schreitet weiter fort. Daher werden neue Behandlungsoptionen benötigt, die auf modifizierbare Risikofaktoren abzielen und synergistisch mit den etablierten Therapien wirken, um deren Limitationen zu überwinden und das Ergebnis bei Kindern mit CKD zu verbessern.

IMI2 conect4children
Das Collaborative Network for European Clinical Trials for Children (conect4children oder c4c) ist eine Maßnahme im Rahmen der Innovative Medicines Initiative 2 (IMI2) Joint Undertaking (https://www.imi.europa.eu/), Grant Agreement 777389.

IMI2 c4c zielt darauf ab, die Entwicklung besserer Medikamente für Babys, Kinder und Jugendliche durch die Schaffung einer nachhaltigen Infrastruktur in ganz Europa zu fördern, die die Durchführung klinischer Studien bei Kindern sowie den Einsatz innovativer Studiendesigns und neuer quantitativer Methoden optimiert.

Über ESCAPE
Das ESCAPE-Netzwerk (European Study Consortium for Chronic Kidney Disorders Affecting Pediatric Patients) ist eine Gruppe von 30 Expertenzentren für pädiatrische Nephrologie aus 9 europäischen Ländern. Das Netzwerk hat zum Ziel, die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern und hat über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zahlreiche klinische Studien und Kohortenstudien durchgeführt. In der wegweisenden ESCAPE-Studie hat das Konsortium die Wirksamkeit einer strengen Blutdruckkontrolle und einer ACE-Hemmung in der Verlangsamung des Fortschreitens des Nierenversagens bei Kindern nachgewiesen. Weitere Informationen zum ESCAPE-Netzwerk finden Sie unter http://www.escapenet.eu.

Über NAPRTCS
Die North American Pediatric Renal Trials and Collaborative Studies (NAPRTCS) sind ein multizentrisches, registergestütztes Forschungsprojekt. NAPRTCS arbeitet seit 1994 mit Sponsoren aus der Industrie zusammen, um klinische Studien durchzuführen, um das Wissen über pädiatrische Nierenerkrankungen zu erweitern und bewährte Verfahren zur Behandlung verschiedener pädiatrischer Nierenerkrankungen zu untersuchen. Weitere Informationen zu NAPRTCS finden Sie unter https://naprtcs.org.

Über das Engagement von Bayer im Bereich Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen
Als Innovationsführer auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verfolgt Bayer getreu seiner Mission "Science For A Better Life" seit langem das Ziel, das Leben von Menschen durch die Weiterentwicklung seines Portfolios an innovativen Therapien weiter zu verbessern. Das Herz und die Nieren sind in Gesundheit und Krankheit eng miteinander verbunden. Bayer arbeitet auf verschiedenen Therapiegebieten an neuen Behandlungsansätzen für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen mit einem hohen, bislang ungedeckten medizinischen Bedarf. Der Kardiologiebereich bei Bayer umfasst bereits eine Reihe von Produkten und weitere Wirkstoffe sind in verschiedenen Phasen der präklinischen und klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) und Signalwegen in den Vordergrund stellt, die das Potenzial haben, die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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