Holly Cole: Jazz zwischen Ironie und Unschuld

Holly Cole mit "sophisticated Jazz" am 27. Juli 2008 beim Jazz & Blues Festival in der Autostadt

(PresseBox) ( Wolfsburg, )
Sie ist eigenwillig. Sie weiß sehr genau, was sie will: Und das ist immer das Beste, was sie aus einem Song herausholen kann und was sie dann in ihrer zurückhaltend-provokativen, unschuldig-ironischen Art zu Gehör bringt. Im Rahmen des 5. Internationalen Jazz & Blues Festivals bringt die Kanadierin Holly Cole am Sonntag, dem 27. Juli 2008, ihren "sophisticated Jazz" in die Autostadt in Wolfsburg.

Bereits seit 1990 gehört Holly Cole zu den verlässlichen Größen des internationalen Jazz - und doch gelingt es ihr immer wieder, ihr Publikum zu überraschen. Ihre Interpretationen changieren mühelos zwischen traditioneller Aneignung der Originale und einer innovativen Herangehensweise. Ob brüchig, heiser, lasziv oder verspielt, immer gelingt ihr die perfekte Form, Emotionen klanglich zu veranschaulichen. Die stilistische Bandbreite ihres Repertoires bewies sie einmal mehr in ihrem letzten Album "Holly Cole" von 2007: Bekanntes von Irving Berlin ("Reaching for the Moon", "Be careful it's my heart") oder Cole Porter ("It's all right with me") trifft auf weniger Präsentes wie dem "The Alley Cat Song" von Bent Fabric oder Antonio Carlos Jobims "Waters Of March". Wenn sie dann mit ihren lange vertrauten Musikern Aaron Davis (Piano), John Johnson (Saxophon, Bass-Klarinette, Flöte) und Marc Rogers (Bass) auf der Bühne steht, umschmeichelt, umwirbt ihre Stimme auch das Publikum - um immer wieder mit kleinen ironischen Seitenhieben einer gar zu banalen Vertrautheit entgegenzuwirken.

Denn es ist genau diese Intelligenz und Rafinesse, die Holly Coles Musik zu etwas Besonderem macht. Stücken der unterschiedlichsten Herkunft begegnet sie mit einer ungewöhnlichen Kombination von Sinnlichkeit, Unschuld und Originalität. Selbst den bekanntesten Songs entlockt sie bislang ungehörte Untertöne der originalen Komposition, die sie dann mit ihrer Empathie, aber auch mit ihrem süffisanten Witz präsentiert. Ihre Interpretationen sind immer faszinierend: durchaus provokativ, von einer ganz besonderen Doppelbödigkeit - und absolut niemals schwerfällig. "Ich suche nach der Essenz eines Songs", lächelt die Jazzsängerin. "Wenn der Text sehr bedeutungsschwer ist liebe ich es, ihn auseinander zu nehmen und dann wieder zusammenzufügen - um ihn dann aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten."

Diese Fähigkeit hinter die Vorhänge der Kompositionen zu schauen, sog die 1963 geborene Holly Cole schon in ihrem Elternhaus auf. Hineingeboren in eine musikalische Familie aus Halifax/Kanada, wurde sie schon von Geburt an mit einer Flut stilistisch vielfältiger Musik konfrontiert: Beide Eltern waren klassische Musiker; ihr älterer Bruder studierte am renommierten Berklee College of Music in Boston. Mit sechzehn lernte sie im Kreis der musikbegeisterten Berklee-Studenten den Jazz kennen: "Als ich zuerst Jazz hörte", erinnert sie sich heute, "hörte ich eine Musik, die harmonisch die reiche Komplexität und das hohe handwerkliche Niveau von klassischer Musik hatte. Aber Jazz hatte noch zusätzliche Qualitäten, die klassische Musik nicht aufzuweisen hatte: Improvisation. Und vor allen Dingen war Jazz ungezogen, er kam von der dunklen Seite des Lebens". Mit 16 fand sie das unwiderstehlich. Sängerinnen wie Sarah Vaughan, Billie Holiday, Anita O'Day und Betty Carter schockierten sie durch ihre so persönlichen und intimen Statements. Zudem schienen sie die völlige Kontrolle über ihre Kunst zu besitzen.

Jazz wurde zu Coles eigener Ausdrucksmöglichkeit. 1985 gründete sie ihre erste eigene Band: Das Holly Cole Trio mit Pianist Aaron Davis und Bassist David Piltch zeichnete sich durch einen minimalistischen Stil aus. Das Interesse einiger Plattenlabels blieb nicht aus und 1990 erschien das erste Album, dem regelmäßig neue Einspielungen folgten. Bald schon erweiterte sich Coles Repertoire; neben Jazz, Swing und Blues nahmen nun auch Elemente des Pop einen breiteren Raum ein. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit ließ Holly Cole die Musik ihrer Jugendzeit in ihre Bearbeitungen einfließen und verband auf organische Weise Jazzsensibilität mit Popappeal.

Trotz ihrer Wandelbarkeit gibt es eine durchgängige Qualität auf allen Alben Holly Coles: ihr Verlangen, besondere emotionale Landschaften auszukundschaften. Die Interpretin blickt aus verschiedenen Perspektiven auf das Leben, sehr direkt und nie beschönigend. Auf dem aktuellen Album beschäftigt sie sich inhaltlich vor allem um einen Lebensaspekt: der inneren Verleugnung. "Ich begann damit, mir Songs anzuschauen, die sich ganz grundsätzlich mit dem Thema Verleugnung oder Selbsttäuschung beschäftigen", fasst Cole zusammen. "Wie wir uns selbst betrachten, unsere Handlungen und das, was wir als die Motivation unseres Handelns begreifen." Die stilistische Bandbreite der Musik ist ebenso groß wie die Interpretation der ausgewählten Stücke dynamisch und intensiv ist. Immer aber schwingt eine freundliche, verständnisvolle Beobachtungsgabe mit, die Holly Cole mit einer feinen Prise Ironie würzt: "Jeder, der glaubt, dass das Leben wirklich nur leicht ist, befindet sich ganz offensichtlich in einem Zustand völliger Verleugnung, denn so ist es ja wirklich nicht. Doch andere Aspekte des Lebens sind so verlockend und einfach wie eine Schale voll süßer Kirschen. Wir sollten nicht zulassen, dass uns durch all die Beschwerlichkeiten des Lebens die kleinen Freuden geraubt werden."

Mit dem 5. Internationalen Jazz & Blues Festival verwandelt sich die Autostadt drei Tage lang in eine riesige Bühne für Weltklasse-Künstler. Legendäre Größen und aktuelle Stars der Musikszene zeigen bei dem Festival vom 25. bis zum 27. Juli 2008 ihr Können: Neben Holly Cole treten Liza Minnelli, die Puppini Sisters, Solomon Burke, Herbie Hancock, Silje Nergaard, Willy deVille und Roger Cicero auf. Das exklusive Kombiticket für alle drei Tage gibt es für 50 Euro (für Inhaber einer Autostadt-Jahreskarte für 25 Euro); Tagestickets kosten am Freitag und Samstag jeweils 40 Euro (20 Euro), am Sonntag 20 Euro (10 Euro). Tickets über die kostenfreie Hotline 0800 / 288 678 238 oder über www.ticketonline.com. Informationen: www.autostadt.de.

Kurzinformationen:

5. Internationales Jazz & Blues Festival in der Autostadt in Wolfsburg
- Freitag, 25. Juli 2008, bis Sonntag, 27. Juli 2008 Konzertbeginn am Freitag und am Samstag um 17.00 Uhr, am Sonntag um 16.00 Uhr
- Freitag, 25. Juli 2008: Puppini Sisters, Solomon Burke, Herbie Hancock
- Samstag, 26. Juli 2008: Silje Nergaard, Willy deVille, Liza Minnelli
- Sonntag, 27. Juli 2008: Holly Cole, Roger Cicero

Kombiticket für alle Tage, 25. bis 27. Juli 2008: 50,00 € (25,00 € für Inhaber einer Autostadt Jahreskarte), beinhaltet den Eintritt in die Autostadt und zu den Konzerten an den drei Veranstaltungstagen

Tagesticket für Freitag, 25. Juli 2008: 40,00 € (20 € für Jahreskarteninhaber), beinhaltet den Eintritt in die Autostadt und den Konzertzugang

Tagesticket für Samstag, 26. Juli 2008: 40,00 € (20 € für Jahreskarteninhaber) beinhaltet den Eintritt in die Autostadt und den Konzertzugang

Tagesticket für Sonntag, 27. Juli 2008: 20,00 € (10 € für Jahreskarteninhaber), beinhaltet den Eintritt in die Autostadt und den Konzertzugang

An allen drei Veranstaltungstagen gelten die klassischen Ermäßigungen.

Buchungen: Über die kostenfreie Telefonhotline 0800 / 288 678 238 oder über www.ticketonline.com
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