Karriere mit Lehre

(PresseBox) ( Hüllhorst, )
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• Eltern, Jugendliche und Interessierte informieren sich über Perspektiven der betrieblichen Ausbildung

• Regionale Unternehmen zeigen mögliche Entwicklungs-pfade auf

Welche beruflichen Perspektiven haben Schüle-rinnen und Schüler heutzutage, wenn sie sich für eine betriebliche Ausbildung entscheiden? Diese Frage war Gegenstand der jüngsten Elternveranstaltung bei AUBI-plus. Rund 60 Eltern, Jugendliche und Interessierte nahmen teil.

„Was ist eigentlich das Beste für mein Kind?“ war die Frage, mit der Ina Wellmann von AUBI-plus die Veranstaltung eröffnete. „In dem Entscheidungsprozess, wie es nach der Schule weitergehen soll, spielen wir Eltern eine ganz wichtige Rolle. Wir sind Begleiter und Berater unserer Söhne und Töchter“, so Wellmann weiter. Die Möglichkeiten, die sich Jugendlichen gerade mit einem höheren Schulab-schluss eröffneten, seien heutzutage riesengroß. Wofür soll man sich also ent-scheiden?

Dr. Lydia Malin vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln ist Expertin für Aus-bildungs- und Arbeitsmarktanalysen. In ihrem Vortrag „Trotz Abi in die Lehre?“ nahm sie den Arbeitsmarkt im Arbeitsagenturbezirk Herford unter die Lupe. Ihre Beobachtung: Rund 85 Prozent der gemeldeten freien Stellen richteten sich an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, nur 6,5 Prozent an Ex-perten mit einem abgeschlossenen Studium. Hinsichtlich der beruflichen Perspektiven spricht noch eine andere Zahl für die betriebliche Ausbildung: 3 von 4 Auszubildenden werden nach der Ausbildung von ihrem Betrieb unternom-men.

„Bachelor und Master werden von vielen Menschen als eine Einheit angesehen“, so Dr. Malin in ihrem Vortrag, „Ausbildung und Fortbildung nicht.“ Dabei habe man mit einer Aufstiegsfortbildung genauso gute Chancen auf eine spätere Fach-gebietsleitung, Projektleitung oder Führungsposition.

Dass nach der Ausbildung noch lange nicht Schluss sein muss, weiß auch An-dreas Brink von Westfalen Weser Energie. Nach seinem Abitur hat sich der junge Mann für eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik entschieden und sich danach zum Geprüften Netzmonteur Gas/Wasser fortgebildet. Derzeit ist er in der Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Netzmeister Strom. „Ich habe mich schon immer für technische Dinge interessiert“, so Brink. „Die Ausbildung war für meine Fachlaufbahn genau die richtige Grundlage.“

Auch David Oleff von JET Germany hat einen Plan für seine berufliche Zukunft. Nach einem abgebrochenen Maschinenbau-Studium absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Industriekaufmann. „Danach mache ich meinen Technischen Betriebswirt“, so Oleff. „So kann ich meine technischen und kaufmännischen Kenntnisse ideal einsetzen.“ Begleitet wird er dabei von seinem Ausbilder bei JET Germany. „Hier wird kontinuierlich auf meine Leistungen geschaut und bei Be-darf werde ich unterstützt“, so Oleff. „Im Studium war ich auf mich alleine gestellt; niemand hat sich für meine Noten interessiert. Außerdem hat mir der praktische Bezug gefehlt. Für mich war es die richtige Entscheidung, auszusteigen und einen anderen Weg einzuschlagen.“

Die Unternehmen tun heute einiges, um ihre Azubis zu fordern und zu fördern und als Ausbildungsbetrieb attraktiv zu sein. Beispiele dazu nannten Unterneh-mensvertreter von JET Germany, Westfalen Weser Energie und WAGO Kontakt-technik in der anschließenden Diskussionsrunde. Bei JET Germany und WAGO Kontakttechnik haben die Azubis die Möglichkeit zu einem Auslandsaufenthalt. „Wir haben kein Auslandsgeschäft“, so Burkhard Thiele von Westfalen Weser Energie. „Jungen Leuten, die mal raus wollen, bieten wir stattdessen an, an einem anderen Standort in der Westfalen-Weser-Energie-Gruppe eingesetzt zu werden. Als günstige Unterkunft stehen Azubi-WGs zur Verfügung. Bei den Azubis, die diese Gelegenheit nutzen, beobachten wir eine ganz tolle Persönlichkeitsentwick-lung.“

Auf die Frage, wie sie die Veranstaltung bewertet, antwortet eine junge Gymnasi-astin: „Die Veranstaltung war sehr informativ; ich habe viel gehört, was in dieser Form in der Schule noch nicht angesprochen worden ist.“ Und Frank Mahlzahn, der zusammen mit seiner Tochter gekommen war, ergänzt: „Die Referenten ha-ben mir aus dem Herzen gesprochen. So hat meine Tochter die Inhalte mal von anderen gehört und nicht von mir als Vater.“

Katharina Güler, Beraterin für Eltern bei AUBI-plus, freut sich sehr über die posi-tive Resonanz. „Eltern spielen eine ganz wichtige Rolle im Berufswahlprozess ih-rer Söhne und Töchter“, sagt Güler. „Deshalb war es uns ein Anliegen, unser Informationsangebot auf Eltern auszuweiten. Es freut mich sehr, dass die Pilot-veranstaltung soviel Zuspruch hatte. Das Veranstaltungsformat werden wir in Zu-kunft wiederholen.“

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