ABVP einig mit Verbraucherzentrale: Schlechte Dokumentation bedeutet nicht gleichzeitig schlechte Pflege

(PresseBox) ( Hannover, )
Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. hat umfangreich und kritisch zu den für den stationären Bereich festgelegten Kriterien zur Veröffentlichung der Ergebnisse von Qualitätsprüfungen Stellung genommen und trifft damit übergreifend zu den Qualitätsprüfungsberichten des MDK eine immer wieder diskutierte Problemlage. Er kritisiert unter anderem, dass die fachgerechte Durchführung der Pflege und des Pflegezustands gleichwertig neben den Kriterien der Dokumentation, Planung, Kommunikation und des Personaleinsatzes stehen. Dass eine Pflegeeinrichtung, die sehr gut pflegt, aber schlecht dokumentiert, schlechtere Ergebnisse erziele, sei aber nicht gewollt.

"Mit dieser Einschätzung rennt die Verbraucherzentrale bei uns offene Türen ein", merkt Frau Susanne Steinröhder, Vorsitzende des ABVP, an. "Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass in den Qualitätsprüfungen zu viele Verwaltungsanteile geprüft werden und der Ergebnisqualität kein angemessener Vorrang eingeräumt wird.

Ein Unterschied in der Gewichtung konnte auch hinsichtlich der 82 zur Veröffentlichung vorgesehenen Kriterien und den Erhebungsbogen zu den MDK-Qualitätsprüfungsrichtlinien nicht erreicht werden. Das Ergebnis ist ein Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenners und wird vom ABVP mitgetragen. Das Ursprungsproblem liegt nach wie vor in den Qualitätsprüfungsrichtlinien. Entgegen der vielfachen Beteuerungen haben auch die Überarbeitungen dieser Prüfungsrichtlinien im Jahre 2005/06 keinen ausreichenden Schwerpunkt auf die Ergebnisqualität gesetzt.

"Die Einigung auf die 82 Kriterien nimmt unkritisch zur Kenntnis, dass die Prüfer die Dokumentationsleistung zunehmend mit der Pflegeergebnisqualität gleichsetzen," so Steinröhder. "So kommt es nicht selten vor, dass der aktuelle Pflegezustand nicht beanstandet wird und über angeblich drohende Pflegemängel abstrakt anhand der Pflegedokumentation und verschriftlichter Arbeitsanweisungen gestritten wird."

Die Vorsitzende des ABVP weiter: "Die Pflegedokumentation ist ein wichtiger Bestandteil der professionellen Pflege. Sie kann sinnvoller Weise nur von Fachleuten diskutiert und entsprechend eingeordnet werden. Eine Gleichsetzung mit der Ergebnisqualität ist weder inhaltlich richtig noch für den Verbraucher verständlich."

Der ABVP fordert: Spätestens mit der festgelegten Überarbeitung der Veröffentlichung der Prüfergebnisse bis 2011 und der geplanten Berücksichtigung neuerer und besserer Erkenntnisse der Lebens- und Ergebnisqualität müssen die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) überarbeitet werden. Anders lässt sich ein verzerrtes Bild geprüfter Einrichtungen nicht gerade rücken.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.