Ergebnisse der Agfa-Gevaert-Gruppe imJahr 2002

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Die Agfa-Gevaert-Gruppe im Jahr 2002:

- Ertragskraft stieg stark trotz Dollar- und Konjunkturschwäche
- Konzerngewinn: 194 Mio. Euro
- Ziel für Working Capital erneut übertroffen
- Netto-Cashflow 611 Mio. Euro
- Dividende steigt auf 50 Eurocent pro Aktie

Mortsel, Belgien - 6. März 2003 - Für Agfa-Gevaert war das Jahr 2002 einerseits von Umsatzrückgängen durch die anhaltende Schwäche der Weltwirtschaft und den starken Euro, andererseits von erheblichen Verbesserungen beim Ergebnis gekennzeichnet. Das operative Ergebnis und der Konzerngewinn (Nettoergebnis) nahmen beträchtlich zu, zugleich konnten das Working Capital und die Nettoverschuldung kräftig verringert werden. Diese großen Fortschritte sind vor allem auf die weitere Verbesserung der Qualität einiger Produkte und Dienstleistungen von Agfa sowie die positiven Effekte des "Horizon"- Plans zurückzuführen.

Agfas Umsatz sank im Jahr 2002 um 4,6 Prozent auf 4.683 Mio. Euro. Ohne das zum Jahresbeginn eingestellte Geschäft mit digitalen Kameras und Scannern betrug der Umsatzrückgang nur 2,8 Prozent. Die Hauptgründe für die Abnahme des Umsatzes lagen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte von 2002, in der anhaltenden allgemeinen Konjunkturschwäche und in der Stärke des Euro. Die Umstellung auf digitale Imaging-Technologien setzte sich fort. Der Umsatz im Bereich 'Neue digitale Lösungen' von Agfa stieg auch in 2002, und zwar um 24,7 Prozent.

Der Umsatz im Arbeitsgebiet Technical Imaging betrug 1.822 Mio. Euro und blieb damit fast stabil, während beim Umsatz von Graphic Systems (-4,1 Prozent) und Consumer Imaging (-12,5 Prozent einschließlich CDI und -5,2 Prozent ohne CDI) ein Rückgang verzeichnet werden musste, da diese Aktivitäten konjunkturabhängiger sind. Der Anteil von Technical Imaging am Gesamtumsatz der Gruppe stieg von 37,1 Prozent im Jahr 2001 auf 38,9 Prozent in 2002 und übertraf damit zum ersten Mal den Umsatzanteil von Graphic Systems, der sich zum Jahresende 2002 auf 38,7 Prozent belief (2001: 38,5 Prozent). Consumer Imaging schließlich trug 22,4 Prozent (2001: 24,4 Prozent) zum Gesamtumsatz der Gruppe bei.

Obgleich alle Regionen von der schwachen Konjunktur betroffen sind, ging der Umsatz in Lateinamerika (4,0 Prozent des Gesamtumsatzes) spürbar stärker zurück als in anderen Regionen. Dies war eine Folge der Kombination aus einer allgemein schlechten wirtschaftlichen Situation in dieser Region und dem negativen Einfluss der Entwicklung der Wechselkurse. Trotz der Dollarschwäche fiel der Umsatz in Europa mit - 5,6 Prozent stärker als im Bereich der NAFTA (Rückgang um -3,9 Prozent). Dies erklärt sich aus den guten Umsätzen im Bereich Consumer Imaging in Nordamerika, während der europäische Fotomarkt besonders schwer von den geringen Reiseaktivitäten betroffen war. Die Umsätze im Rest der Welt nahmen um 1,1 Prozent zu und erreichten einen Anteil von 17,6 Prozent am Gesamtumsatz.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen erreichte Agfa eine beträchtliche Produktivitätssteigerung. Die Basis dieses Erfolges bildeten weitere Verbesserungen der Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der positive Einfluss von "Horizon". Mit der Umsetzung dieses Plans wurde 2001 begonnen. Ziel des Projektes ist eine Kosteneinsparung von ungefähr 550 Mio. Euro pro Jahr ab 2004 durch - unter anderem - eine Reduzierung um 4.000 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente). Das Projekt läuft bis Ende 2003 und erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche, Shared Services und Verwaltungsbereiche. Seine Implementierung liegt genau auf Plan, was sich an der Tatsache ablesen lässt, dass die Mitarbeiterzahl Ende 2002 bereits um 2.911 Beschäftigte verringert worden war.

Die Bruttogewinnmarge stieg von 36,5 Prozent im Jahr 2001 auf 42,2 Prozent in 2002 und konnte damit kräftig erhöht werden, während zugleich die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten um 7,9 Prozent sanken.

Das operative Ergebnis vor Restrukturierungskosten und einmaligem Aufwand nahm entsprechend stark zu: von 260 Mio. Euro in 2001 auf 471 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2002. Die Umsatzrendite betrug 10,1 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent) und erreichte einen dem ausgezeichneten Geschäftsjahr 2000 vergleichbaren Wert.

Die mit "Horizon" verbundenen Restrukturierungskosten beliefen sich insgesamt auf 550 Mio. Euro. Von diesem Betrag wurden 440 Mio. Euro bereits 2001 verbucht, die verbleibenden 110 Mio. Euro wurden dem Jahr 2002 zugerechnet. Im Laufe des Jahres wurden außerdem 6 Mio. Euro an zusätzlichen Restrukturierungskosten für andere Projekte verbucht. Andererseits konnten, hauptsächlich durch den Verkauf einiger Immobilien, einmalige Erträge in einer Höhe von insgesamt 38 Mio. Euro erzielt werden. Das operative Ergebnis nach Restrukturierungskosten und einmaligen Aufwendungen und Erträgen betrug daher 393 Mio. Euro (im Vorjahr -264 Mio. Euro).

Die Finanzlasten konnten wesentlich verringert werden, das Finanzergebnis verbesserte sich damit von minus 120 Mio. Euro im Jahr 2001 auf minus 97 Mio. Euro in 2002.

Der Gewinn vor Ertragsteuern stieg auf 296 Mio. Euro. Nach Abzug der Steuern, des anderen Gesellschaftern zustehenden Gewinns sowie des Ergebnisanteils assoziierter Unternehmen konnte 2002 ein Konzerngewinn von 194 Mio. Euro erzielt werden (Vorjahr: minus 288 Mio. Euro). Der Gewinn pro Aktie betrug 1,39 Euro, während er 2001 noch bei minus 2,06 Euro gelegen hatte.

Angesichts dieser Ergebnisse wird der Hauptversammlung am 29. April 2003 zur Auszahlung am 30. April 2003 eine Bruttodividende pro Aktie von 50 Eurocent (Vorjahr 23 Eurocent) vorgeschlagen.

Arbeitsgebiete

Im Jahr 2002 erzielte Graphic Systems einen Umsatz von 1.813 Mio. Euro, entsprechend einem Rückgang von 4,1 Prozent. Hier machte sich die nach wie vor schwache Nachfrage nach Verbrauchs- und Investitionsgütern auf dem grafischen Markt bemerkbar. Dessen ungeachtet setzte sich jedoch die Verschiebung von Computer-to-Film-Systemen zu Computer-to-Plate mit unverminderter Geschwindigkeit fort. Agfa konnte ihren Umsatz im Bereich der digitalen Druckplatten und der Computer-to-Plate-Systeme um mehr als 20 Prozent steigern. Agfa schätzt, dass für mehr als 20 Prozent des Marktes der Übergang nun bereits vollzogen ist. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit einem anhaltend starken Wachstum bei den Computer-to-Plate-Systemen. Um die besonders kräftige Nachfrage nach digitalen Druckplatten befriedigen zu können, tätigte Agfa umfangreiche Investitionen in einen neuen Produktionsstandort in Wuxi (China), der in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 betriebsbereit sein und den asiatischen Markt bedienen wird. Dank einer gesteigerten operativen Effizienz und der positiven Auswirkungen des Projektes "Horizon" konnte das operative Ergebnis vor Restrukturierungskosten und einmaligem Aufwand von 79,7 Mio. Euro auf 149,9 Mio. Euro erhöht werden. Die Umsatzrendite stieg hierdurch auf 8,3 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent).

Das Arbeitsgebiet Consumer Imaging verzeichnete einen Umsatzrückgang von 12,5 Prozent. Lässt man jedoch das Anfang 2002 eingestellte Geschäft mit digitalen Kameras und Scannern außer Betracht, dann reduziert sich der Umsatzrückgang auf 5,2 Prozent. Dies ist auf die Konjunkturschwäche und den beschleunigten Übergang von analogen auf digitale Imaging-Technologien zurückzuführen. Die Umsätze bei Film und Finishing (Fotopapiere und -chemikalien) litten erheblich unter der Schwäche der Weltwirtschaft, vor allem in Europa, wo die Häufigkeit und Dauer von Urlaubsreisen stark abnahmen. Andererseits stieg der Umsatz bei Laborgeräten kräftig, da das in 2002 neu eingeführte digitale Minilab d-lab.2 vom Markt sehr gut aufgenommen wurde. Agfa führte außerdem einen digitalen Netzwerkprinter ein und schloss eine OEM-Vereinbarung mit Kodak über die Lieferung von Netzwerk-Laserprintern und Minilabs ab. Es wird erwartet, dass die Verkäufe bei Laborgeräten auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau bleiben, da für Ende 2003 die Markteinführung des d-lab.1, Agfas kleinstem digitalem Minilab, sowie des digitalen Großfinishing-Systems d-ws vorgesehen ist. Vor allem dank des "Horizon"-Plans hat sich das operative Ergebnis vor Restrukturierungskosten im Bereich Consumer Imaging von minus 12,1 Mio. Euro auf 30,9 Mio. Euro verbessert. Die Umsatzrendite beträgt 2,9 Prozent.

Das Arbeitsgebiet Technical Imaging setzt sich aus den Geschäftsbereichen HealthCare, Non-Destructive Testing (NDT) und Industrial Imaging zusammen. Die Umsätze und Ergebnisse in diesem Gebiet hängen hauptsächlich von HealthCare ab, dem mit Abstand größten Geschäftsbereich dieses Arbeitsgebietes. Technical Imaging verbuchte einen Umsatz von 1.822 Mio. Euro (Vorjahr 1.823 Mio. Euro) und ein operatives Ergebnis vor Restrukturierungskosten und einmaligem Aufwand von 289,9 Mio. Euro gegenüber 192,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die Umsatzrendite lag bei 15,9 %. HealthCare verzeichnete im Jahr 2002 einen Umsatz von 1.491 Mio. Euro (2001: 1.498 Mio. Euro). Dieser geringe Rückgang ist auf die Stärke des Euro zurückzuführen, denn 43,3 Prozent der Umsätze werden im Bereich der NAFTA erzielt. Die Digitalisierung setzte sich unvermindert fort: während die Erlöse bei Röntgenfilmen sanken, konnte eine kräftig gestiegene Nachfrage nach digitalen System verzeichnet werden. Ganz in Einklang mit dieser Marktentwicklung erwarb Agfa zu Jahresbeginn das kanadische Unternehmen Mitra, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von IMPAX, Agfas digitalem Netzwerk für Krankenhäuser, gespielt hatte und einen großen Anteil an dessen Erfolg beanspruchen durfte. Agfa schloss außerdem Ende November seinen Standort für die Produktion von Röntgenfilmen in Brevard, USA. Ende 2002 traf Agfa darüber hinaus eine Vereinbarung, nach der es Computed-Radiography-Systeme, Printer für trockene Hardcopy-Systeme und Filmentwicklungssysteme an Siemens Medical Solutions liefern wird. Des weiteren wurde die Vereinbarung mit GE Medical im Bereich der Computed Radiography für drei Jahre verlängert. Die Umsätze im Bereich Non-Destructive Testing stiegen leicht. Hier machte sich das Abflauen in den Sektoren Energie und Luftfahrt sowie die 2001 erfolgte Übernahme von Seifert und Pantak bemerkbar, beide tätig auf dem Gebiet der industriellen Röntgengeräte. Schon zu Jahresbeginn 2003 wurde der Verkauf dieses Geschäftsbereiches an die GE Aircraft Engines angekündigt, der nach der Genehmigung durch die Kartellbehörden erfolgen soll. Der Umsatz im Bereich Industrial Imaging blieb stabil. Dies war in erster Linie der guten Geschäftsentwicklung bei Kinefilm zu verdanken, die die Umsatzverluste bei Mikrografie und Dokumenten-Systemen sowie bei Spezialfolien und Komponenten ausgleichen konnte.

Ergebnisse des 4. Quartals Im letzten Quartal von 2002 betrug der Gesamtumsatz 1.184 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Restrukturierungskosten und einmaligem Aufwand belief sich auf 101 Mio. Euro. Im Vergleich zum vierten Quartal 2001 weisen diese Daten die gleiche positive Entwicklung wie die Zahlen für das Gesamtjahr auf. Allerdings bleiben die Zahlen des vierten Quartals 2002 etwas hinter den Erwartungen zurück, wenn man sie mit den Ergebnissen der vorhergehenden neun Monate vergleicht. Hauptursache hierfür waren mehrere Einzelereignisse während der Schlussphase des Geschäftsjahres. Dazu zählen etwa die Neubewertung von Vorräten und Kosten, die Einführung einer strengeren Unternehmenspolitik bei der Bildung von Rückstellungen für risikobehaftete Forderungen, einige Produktionsstopps am Jahresende sowie die Neubewertung beim Einkauf von Rohstoffen.

Working Capital Zum Jahresende beliefen sich die Vorräte auf 948 Mio. Euro, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 959 Mio. Euro. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Rückgang um 107 bzw. 166 Mio. Euro. Teilweise auf Grund des Wertverlustes des Dollars ist das höher angesetzte Ziel, das Working Capital um 750 Mio. Euro im Vergleich zum Juni 2001 zu vermindern, bereits übertroffen worden. Dennoch wird Agfa auch in den kommenden Jahren eine weitere Verringerung des Working Capital anstreben.

Cashflow Der Brutto-Cashflow stieg von 226 Mio. Euro auf 482 Mio. Euro. Alle Geschäftsbereiche trugen hierzu bei. Der Netto-Cashflow, der auch Änderungen des Working Capitals berücksichtigt, lag bei 611 Mio. Euro, verglichen mit 738 Mio. Euro im Vorjahr.

Ausblick

Nach wie vor trüben viele Unsicherheitsfaktoren die wirtschaftlichen und politischen Aussichten. Angesichts dieser Umstände, die sich Agfas Kontrolle völlig entziehen, wäre es unklug, genaue Versprechungen für das Jahr 2003 abzugeben. Andererseits werden die beträchtlichen Kosteneinsparungen, die der Horizon-Plan auch künftig erbringen wird, Agfa weiterhin zugute kommen.
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