Gefälschte Medikamente in Deutschland weit verbreitet

Verbraucher verlangen strengere Sicherheitsmaßnahmen

(PresseBox) ( München, )
5,7 Millionen Deutsche haben den Verdacht, dass sie möglicherweise gefälschte Medikamente erhalten haben. Über 520.000 Patienten sind sich sicher, dass sie ein gefälschtes Medikament in ihrem Besitz hatten. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die ICM im Auftrag von Aegate, einem Kommunikationsunternehmen mit Schwerpunkt Patientensicherheit, durchgeführt hat.

Das Bewusstsein für den Handel mit gefälschten Medikamenten ist hoch: Zwei Drittel der Deutschen wissen nach eigenen Angaben, dass verschreibungspflichtige Medikamente gefälscht werden können. Daher stehen Medikamente für drei Viertel der Verbraucher (74 Prozent) mit weitem Abstand an der Spitze der Produkte, bei denen sie sich Sorgen um mögliche Fälschungen machen.

Diese Sorgen scheinen auch berechtigt zu sein. Im Dezember 2008 wurde bekannt gegeben, dass die Zollbehörden der Europäischen Union von Oktober bis Dezember 2008 insgesamt 34 Millionen gefälschte Tabletten im Wert von 89 Millionen Euro beschlagnahmt haben.

Die Verbraucher in Deutschland machen weitgehend die Hersteller für den Handel mit gefälschten verschreibungspflichtigen Medikamenten verantwortlich (45 Prozent der Befragten). Die Hersteller sind jedoch nicht die Einzigen, die verantwortlich gemacht werden: 42 Prozent der Befragten sehen die Schuld beim Großhandel und 31 Prozent bei den Apotheken.

Aus Sorge, ihnen könnten gefälschte Medikamente in die Hände fallen, fordern viele Deutsche schärfere Kontrollen. 83 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sich sicherer fühlen, wenn Medikamentenpackungen ein Sicherheitsmerkmal aufwiesen, anhand dessen der Apotheker vor der Ausgabe überprüfen könnte, ob das Medikament echt ist.

Darüber hinaus gaben 78 Prozent der Befragten an, sie würden Medikamente nicht online kaufen, wenn Apotheken in Deutschland eine Möglichkeit hätten, verschreibungspflichtige Medikamente zu authentifizieren. Eine beruhigende Zahl, angesichts der von der EAASM (European Alliance for Access to Safe Medicines, Allianz für den Zugang zu sicheren Arzneimitteln in Europa) veröffentlichten Daten, wonach drei von fünf online gekauften Medikamenten gefälscht sind.

Neben der Einführung schärferer Kontrollen fordern die Verbraucher auch härtere Strafen. Zwei Drittel der deutschen Befragten sind der Meinung, die Strafe für Medikamentenfälschung sollte zwischen fünf und 15 Jahren Haft liegen, obwohl die Strafen derzeit wesentlich niedriger sind. Ein Fünftel hält sogar lebenslange Haft für gerechtfertigt.

Die Verbraucher verlangen Gerechtigkeit und sind sich der mit gefälschten Medikamenten verbundenen Gefahren bewusst. Trotzdem sind ihre Antworten auf die Frage, was sie mit einer Fälschung tun würden, sehr unterschiedlich. 72 Prozent würden ein möglicherweise gefälschtes Medikament entweder wegwerfen, ohne es zu melden, es im Internet recherchieren, mit Familie und Freunden darüber sprechen oder eine lokale Zeitung anrufen. Nur 33 Prozent würden die Apotheke kontaktieren.

"Patienten müssen ermutigt werden, ihren Apotheker aufzusuchen, der die notwendige Ausbildung und Qualifikation besitzt, um ihre medizinischen Bedürfnisse sowie die Medikamente selbst zu beurteilen", meint Gary Noon, CEO von Aegate. "Die Sicherheit des Patienten muss für die gesamte Branche - von der Regulierungsbehörde über den Hersteller bis hin zum Apotheker - an erster Stelle stehen. Es ist deutlich geworden, dass wir dem Apotheker die richtigen Hilfsmittel an die Hand geben müssen, damit er dieser wichtigen Aufgabe gerecht werden kann."

Methodik der Studie

ICM Research hat in den fünf größten Märkten Europas (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich) 5.015 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Die Befragungen wurden online durchgeführt; in jedem Markt gab es Quoten im Hinblick auf Geschlecht, Alter und Region. Die Daten für jeden Markt wurde mithilfe derselben demographischen Variablen entsprechend dem jeweiligen Bevölkerungsprofil der 18- bis 65-Jährigen Jahren gewichtet, um sicherzustellen, dass die Stichprobe für den jeweiligen Markt repräsentativ ist. ICM Research ist Mitglied des British Polling Council (BPC, eine Vereinigung von Marktforschern mit dem Ziel der Qualitätssicherung bei Meinungsumfragen) und unterliegt dessen Bestimmungen. Weiter Informationen finden Sie unter: www.icmresearch.co.uk
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